Gewürzvortrag

Am 15. November 2018 hielt ich meinen Vortrag beim Naturheilverein Kiel.

Vor dem Saal hatte ich auf dem Tresen einige Gewürze zum anfassen, schnuppern und probieren aufgebaut.

Das Thema des Vortrags hat mir viel Spaß gemacht – und ich glaube, das kam auch rüber. Da die Pflanze allen unbekannt war, habe ich die Packung mit der Tamarinde rumgehen lassen und alle haben mutig probiert.
Trotz aller Bemühungen mich kurz zu fassen, habe ich dann doch fast 2 Stunden gesprochen.


Eine Wiederholung des Vortrages fand am 11. Dezember 2018 im Haus des Kurgastes in Malente statt.


Der Vortrag ist bereits wieder gebucht worden; für den 4. Dezember 2019 bei dem DHB (Berufsverband der Haushaltführenden) Ortsverband Lütjenburg.

Koriander

Wanzenkraut • Coriandrum sativum

Doldenblütler, einjährig

Droge:
die Samen: würzig, nussig, warm mit Zitrusnote
die Blätter (arabische/chinesische Petersilie)

Geschmack: würzig, nussig, warm mit Zitrusnote, „wanzig“

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Eiweiße, Vitamin C

Wirkung und Anwendung:

  • Samen anerkannt von Kommission E bei Magen-Darm-Beschwerden
  • Antioxidans
  • reinigt, schützt, regeneriert die Leber – auch bei Fettleber, Leberzirrhose, Hepatitis C
  • regt Verdauung an; bei Blähungen, Darmkrämpfen, Reizdarm
  • regelt Blutfett- und Blutzuckerwerte
  • antibakteriell (z. B. bei Harnwegsinfekten)
  • entzündungshemmend
  • krebshemmend
  • neuroprotektiv; soll Psyche/Nerven stabilisieren > bei Migräne
  • krampflösend
  • Asthma
  • Amenorrhoe
  • Mund- und Körpergeruch
  • Ayurveda: abführend, entwässernd
  • TCM: Hämorrhoiden, Zahnschmerzen, Masern
  • Volksheilkunde: Husten, Magen-Darm-Beschwerden, Tollwut
  • Aromatherapie: Stimulanz
  • als Essenz für Parfüm
  • als Gewürz in Aachener Printen
  • in Likör: Chartreuse, Bénédictine

Geschichte:
Im Papyrus Ebers (1.550 v. C.); im Grab von Tutanchamun gefunden; bei den Römern zum Würzen von Wein; in chinesischen und indischen Kräuterbüchern

Koriander wirkt warm und zusammenziehend, er ist gegen Sodbrennen nützlich und fördert, als Letztes gegessen, auch den Schlaf.
Hippokrates

Coriander wächst gern in Gärten und manchmal auch außerhalb der Gärten von selbst. Das Kraut stinkt übel, der Same ist ganz rund, von gutem Geruch, dieser ist der Apotheker Himmelbrot.
Adam Loritzer

Safran

Crocus sativus

  • mehrjährige Knollenpflanze, Schwertliliengewächs
  • Ursprung ungewiss
  • in der Antike Anbau auf Kreta, Kaschmir, Himalaya – heute große Felder im Iran, Spanien u.a.
  • blüht im Spätherbst
  • in jeder Blüte des Safrankrokus sind 3 orangefarbene Blütennarben = die Safranfäden
  • das teuerste Gewürz der Welt – für 450 g Safran müssen 200.000 Blüten von Hand geerntet werden
  • Geschmack erdig, bittersüß

Inhaltsstoffe:
Farbstoff Crocin, Bitterstoff Procrocin, 60 Duftstoffe (Safranal u.a.), Riboflavin, Crocetin

Wirkung & Anwendung

  • schmerzlindernd, harntreibend, schweißtreibend, verdauungsfördernd, schlaffördernd, hustenstillend
  • krampflösend, z. B. bei Menstruationsbeschwerden
  • blutdrucksenkend
  • antidepressiv
  • antidiabetisch
  • antioxidativ
  • hoher Gehalt an Vitamin B2 / Riboflavin – gut für den Stoffwechsel und Augen, hilft bei Migräne
  • Höchstmenge 5g – Nebenwirkungen: Schwindel, Kopfweh, Übelkeit >
    hohe Dosen sogar tödlich
getrockneter Safran in der Apotheke im Freilichtmuseum Molfsee – die leuchtend violette Farbe hat sich gut erhalten

weiterführende Informationen:

Arzneipflanzenlexikon der GPT

Muskatnuss

Myristica fragrans

Muskatnussgewächs

Droge: die Samen “Nüsse”

Geschmack: kräftig, nussig, holzig, warm, harzig, harmonisch

die beste kommt aus Grenada (kleine Antillen)

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, 30-40% fettes Öl, Muskatbutter/Muskatbalsam, psychotropes Myristicin, Elemicin, Safrol

Muskatnusspflanze im Gewächshaus
des Pharmazeutischen Instituts der CAU, Kiel

Wirkung und Anwendung:

  • stärkt Leber und Gallenblase gegen Toxine
  • bei Verdauungsbeschwerden, Magenkrämpfen, Durchfall
  • bei Bronchialkrankheiten, Asthma
  • rheumatische Beschwerden (in Salben)
  • blutstillend
  • regt Nerven und Gehirntätigkeit an > psychoaktiv > Missbrauch als Rauschmittel > Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen, Orientierungslosigkeit
  • in hohen Dosen (ab 5g) ist Muskatnuss giftig!
  • im Mittelalter begehrtes „Pestmittel”

Hildegard von Bingen

Die Muskatnuss hat große Wärme und eine gute Mischung in den Kräften.
Wenn der Mensch Muskatnuss isst, öffnet sie sein Herz, reinigt seine Sinne und bringt ihm gute Stimmung.

Physica 1.21

Anwendung bei:
• depressiver Verstimmung
• Gicht im Gehirn

Rosmarin

Rosmarinus officinalis

Heilpflanze des Jahres 2011

Familie: Lamiaceae

Herkunft: Mittelmeergebiet, Asien, Indien, USA, Australien

Droge
Blätter: Geruch schwach campherartig, würzig; Geschmack aromatisch bitter
Rosmarinöl:  durch Wasserdampfdestillation aus Blättern und Stängeln gewonnen; Geruch herb, Geschmack aromatisch, bitter, kühlend

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl (Campher, Cineol, α-Pinen), Diterpenphenole (Carnolsäure, Isorosmanol, Rosmadial, Rosmarichinon), Zimtsäurederivate (Rosmarinsäure, Kaffeesäure, Sinapinsäure, Ferulasäure), Flavonoide (in den Blättern), Triterpene, Steroide, Kohlenhydrate (Arabinose, Xylose, Galactose, Glucose, Rhamnose, Mannose)

Rosmarin mit Blüten

Wirkung:
antimikrobiell, antiviral, spasmolytisch, cholagog (galletreibend), choleretisch (gallebildend), antimutagen, antikonvulsiv, abortiv !!
hautreizend und durchblutungsfördernd

Anwendung:
innerlich: bei Verdauungsbeschwerden
äußerlich: als Hautöl, Salbe, Einreibung, Bad etc. zur Hyperämisierung bei Kreislaufschwäche und rheumatischen Erkrankungen

Da ist Rosmarin, das ist zur Erinnerung;
ich bitt‘ Euch, liebt mich, gedenket mein.
Shakespeare: Hamlet