Beinwell

Symphytum officinale

Beinwurz, Bienenkraut, Schwarzwurz, Wallwurz

Familie: Rauhblattgewächse – Boraginaceae

Beschreibung:
mehrjährig, 40-90 cm, Stängel ist saftig und behaart; Blütezeit von Mai bis August; tiefreichende schwarze Pfahlwurzel; Blüten weiß, gelb, rot, violett oder blau

Vorkommen:  
entlang von Ufern, lichte Stellen in Wäldern, an Wegen und Wiesen; liebt feuchten Lehmboden

Droge

  • Wurzel – verdirbt schnell                     
  • Blätter – Laubblätter getrocknet
  • Kraut – alle oberirdischen Teile

Inhaltsstoffe        

  • Blätter und Kraut: Allantoin, Gerbstoffe, Rosmarinsäure, Schleimstoffe, Spuren von Alkaloiden
  • Wurzel: Allantoin, Schleimstoffe (Fructosane), Cholin, Gerbstoffe, Rosmarinsäure, Stärke, Triterpene, Sterole, Kieselsäure, kleine Mengen Alkaloide

Wirkung

  • fördert die Neubildung von Geweben und Kallusbildung bei Knochenbrüchen
  • abschwellend, antientzündlich
  • lokal reizend
  • Allantoin löst Wundsekret auf, verflüssigt Eiter, regt die Granulation an

Anwendung

  • als Paste äußerlich bei Gelenkentzündungen, Schwellungen, Prellungen, Blauen Flecken und Dekubitus (aber nicht auf offenen Wunden)
  • positive Monografie
  • innerlich: chronische Entzündungen der Atemwege, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Durchfall

zu beachten:
nicht länger als 4 Wochen (max. 6 Wochen im Jahr),
nicht während der Schwangerschaft/Trächtigkeit

Wissenswertes: 
• verwandt mit Borretsch
• symphyo = ich wachse zusammen


Hildegard von Bingen

Beinwell – Consolida – ist kälter als warm. Und wenn der Mensch ihn ohne rechtes Maß isst, gibt er alle Säfte, die in ihm richtig geordnet sind, preis.
Wenn aber ein Glied am Menschen hilflos und geschwürig und verwundet ist, verfolgt er, wenn man ihn isst, umgehend jenen Schleim, der dort austritt, und heilt diesen Schleim und die Geschwüre oben auf der Haut und nicht innen im Fleisch.

Physica 1.146


Artikel über Beinwell – aus der Zeitschrift für Phytotherapie