Ackergauchheil

Anagallis arvensis

andere Namen: Nebelpflanze, Roter Gauchheil, Weinbergstern, Wetterkraut

giftig

Familie:     Primelgewächse/Primulaceae

Droge:         das Kraut ohne Wurzel

Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und eine Substanz, die gegen Pilze wirksam sein soll

Anwendung in der Volksmedizin bei Wunden

Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenschädigung, Hautausschläge (Allergie gegen Primeln)

Geschichte:     bei Dioskurides und Plinius erwähnt


Leonhart Fuchs

Gauchheil wirkt schmerzstillend, säubert übergelegt die Wunden, aus denen er Dorn und Spreißen herauszieht. Der Saft reinigt das Haupt von zähem Nasenschleim, lindert auch das Zahnweh. Mit Honig gemengt, macht der Saft die trüben Augen klar, mit Wein getrunken ist er gut gegen Natternbiss, gegen bresthafte Leber und Nieren.

New Kreuterbuch, Basel 1543

PerNaturam Seminar

Das diesjährige Seminar trug den Titel:
„Damit’s gut läuft“
und behandelte die Anatomie von Gelenken und Bindegewebe, deren Funktion, mögliche pathologische Veränderungen und deren Diagnose.
Zu jedem der Krankheitsbilder, die von Dr. med. vet. Neuhaus ausführlich geschildert wurden, erklärte Herr Heßel unmittelbar, welche Produkte von PerNaturam hier Linderung verschaffen können.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass sich die beiden Referenten abwechselten und der Zusammenhang zwischen Prozessen im Körper und die Wirkung der Ergänzungsfuttermittel so „kompakt“ dargestellt wurden.

Hier noch einige Stichworte:
Knochen und Knochengewebe, Gelenk, Grundsubstanz, Entzündung, Segmente, Haed’sche Zonen, Bindegewebe, Ödeme, Pischinger-Raum, Acidose, Lecithin, Kieselerde, Bitterstoffe


P.S.:
Auch wenn bei diesem Seminar „nur“ Tiere besprochen wurden, der Bewegungsapparat des Menschen funktioniert ebenso. 😉

Ingwer

Zingiber officinale

Heilpflanze des Jahres 2018

Ingwergewächs aus China bzw. Indien
wächst schilfartig bis 1m hoch, mit kriechendem Wurzelstock

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Scharfstoffe u.a.
Geschmack: erfrischend; leichte Schärfe (Gingerole) – nach längerer Lagerung verwandeln sich diese in Shoagole > Geschmack erfrischend, zitronig, holzig

Wirkung & Anwendung:

  • „der große Heiler“ im Ayurveda
  • im Kräuterbuch von John Parkinson (1640): Ingwer wärmt einen kalten Magen und fördert die Verdauung.
  • brechreizhemmend: bei Übelkeit, Reisekrankheit – nicht bei Schwangerschaftserbrechen (wehenauslösende Wirkung)!
  • zur Anregung der Verdauung (Magensaftproduktion, Darmperistaltik)
  • für Stoffwechsel und Immunsystem
  • entzündungshemmend
  • Vorsicht bei empfindlichem Magen!
  • verzögert Blutgerinnung – Wechselwirkungen mit Blutverdünnern (Marcumar etc.)
  • Zubereitungen als Ingweröl, Ingwertee, Ingwerwein, eingelegt oder kandiert
  • Schnapswurzel
  • Aromatherapie: Erschöpfung, Wetterfühligkeit, Ängstlichkeit
  • positive Monografie, ESCOP, WHO. HMPC

Geschichte:
bereits vom chinesischen Urkaiser Shennong und Konfuzius erwähnt; seit 3.000 Jahren im Anbau; lässt sich gut transportieren; wurde von den Phöniziern im Mittelmeerraum verbreitet; Dioskorides empfiehlt ihn für den Magen und gegen Vergiftungen; bereits im 9. Jh. in ganz Europa verbreitet – steht wie Pfeffer und Salz auf dem Tisch


Hildegard von Bingen

Ingwer ist sehr heiß und zerfließend, das heißt löslich und gegessen schadet er einem gesunden und beleibten Menschen, … er enthält nämlich unvermutete Hitze, die durch ihre Glut die Sinne des Menschen schwächt …

Physica 1.15

Anwendung bei:
• Austrocknung
• Augenkrankheiten (Linsentrübung)
• Abführmittel bei Verstopfung
• Magenbeschwerden
• Ausschlag

Kräuter AG

Seit dem Sommer 2018 biete ich im Rahmen der offenen Ganztagsschule eine Heilkräuter AG an der Hebbelschule in Kiel an.
In lockerer Reihenfolge widmen wir uns u. a. diesen Themen:

Einführung:

  • Was sind Heilpflanzen?
  • Wofür werden sie verwendet?
  • Kann man das essen?
  • eigene Erfahrungen der Schüler

Geschichte:

  • Seit wann werden sie verwendet?
  • Papyrus Ebers (Ägypten)
  • Galen (Griechenland)
  • Ötzi
  • Kelten (Miraculix)
  • Mittelalter: Klostermedizin, Codices

Persönlichkeiten:

  • Hildegard von Bingen
  • Paracelsus
  • Pfarrer Kneipp

Pflanzenkunde:

  • Welche Teile werden verwendet?
  • Inhaltsstoffe
  • Herkunft und Anbau
  • Giftpflanzen erkennen

Aufbewahrung / Zubereitung

Wirkungsweise:

  • Welcher Inhaltsstoff macht was
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • Welche Pflanzen bei welchen Beschwerden
  • Freiverkäufliche / apothekenpflichtige Pflanzen

Selber machen:

  • Tee kochen
  • Anlegen eines Herbariums
  • Essenzen ansetzen
  • Kochen mit Kräutern
  • Kosmetik (Ringelblumensalbe)
  • Zwiebelhonig als Hustenmedizin
  • Lavendelsäckchen
  • Tinte aus Galläpfeln

Lektüre / Literatur:

  • Broschüren der GPT
  • Bestimmungsbücher vorstellen und üben, damit zu arbeiten
  • Unterlagen von Herstellern

Ausflüge:

  • Botanischer Garten der CAU
  • Garten des Pharmazeutischen Instituts
  • Medizinhistorische Sammlung der CAU