Besenginster

Sarothamnus scoparius, Cytisus scoparius, Spartium scoparium

Droge:
Blüten und Kraut
Geschmack: bitter

Wirkung:
erhöht den Blutdruck, wirkt harntreibend, angeblich leicht narkotisch

Anwendung:
volkstümlich in Blutreinigungstees, bei Rhythmusstörungen des Herzens

Monografie negativ – Nebenwirkungen: Kreislaufkollaps

Kapuzinerkresse

Tropaeolum maius

Blumenkresse, Gelbes Vögerl, Salatblume, Salatkresse

Arzneipflanze des Jahres 2013

Botanik:
auffällige Blätter, Blüte Mai bis Herbst, frostempfindlich

Herkunft:
Heimat Peru, als Ziergewächs nach Europa (1684), Anbau für arzneiliche Zwecke

Droge:
die ganze Pflanze; Anwendung aber nicht als Tee, sondern für galenische Präparate

Inhaltsstoffe:

  • Glucosinolate mit Gluctropaeolin (Benzylglucosinolat) als Hauptkomponente; nach Spaltung wird besonders Benzylsenföl gebildet
  • ätherische Öle
  • Senfölglykoside „Antibiotikum der Naturheilkunde“
  • Ascorbinsäure
  • Samen enthalten besonders viel
  • mit antibiotischer Wirkung und Abwehreigenschaften gegen Sproßpilze
  • Stärkung der Abwehrkräfte (Vitamin C Gehalt)

Anwendung:

  • in Peru schon seit alter Zeit zur Behandlung von Wunden aller Art (v.a. wenn infiziert) > Blätter als Wundauflage
  • Behandlung von Skorbut
  • Präparate gegen Infektionskrankheiten (v.a. im Bereich der Nieren und Harnwege und bei Bronchitis)
  • frische Blätter im Salat als Blutreinigung

Zu beachten:

  • Kommission E: nicht anwenden bei Säuglingen + Kleinkindern
  • Nebenwirkung: bei zu viel frischen Blätter Reizung von Magen und Darm
  • Verminderung der Alkoholtoleranz !!

Wissenswertes:

  • schützt im Garten vor Ameisen und Wühlmäusen
  • nicht mit Petersilie zusammen pflanzen
  • viele Insekten mögen die Blätter
  • kann von Pseudomonas befallen werden (Blattflecken, Vergilben)

Fingerkraut

Gänsefingerkraut – Potentilla anserina

Familie: Rosaceae

Droge:
Blätter und Blüten
schwacher Geruch, Geschmack sehr schwach adstringierend

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Flavonoide, Flavonole (Kämpferol, Quercetin) Anthocyanidine, Phenolcarbonsäure, Cumarine, Fettsäuren, Sterole, Vitamine

Anwendung:
leichte Entzündungen der Mundschleimhaut; unterstützend bei unspezifischen Durchfallerkrankungen; leichte dysmenorrhöische Beschwerden

Monografie: positiv

Goldgelbes Fingerkraut – Potentilla aurea

Droge: Kraut
Anwendung: Diabetes mellitus
Monografie: keine

Buchtipp – Heilwissen der Klosterfrauen

Dr. Johannes G. Mayer (†)
Das geheime Heilwissen der Klosterfrauen

rororo • ISBN 978-3-499-62373-8

Klappentext: 
„Hildegard von Bingen und ihre Schwestern • Im Hochmittelalter waren es vor allem Frauen, die sich in der medizinischen Forschung hervortaten. Sie widmeten sich der Krankenpflege, gründeten Spitäler und entwickelten Therapien. Dr. Johannes G. Mayer – Leiter der Forschergruppe Klostermedizin – führt uns in die faszinierende Welt der Klosterfrauen und verrät, welche Rezepte uns noch heute helfen können.“


Mal wieder bin ich im Antiquariat fündig geworden: Der Name des Autors spricht für sich – und es fehlte mir noch in meiner Sammlung. 
Das Buch ist in drei Hauptteile gegliedert:

  • Heilende Frauen: Die Schule von Salerno, Trota, Klosterfrauen (Hildegard von Bingen u.a.) – Ein spannendes Kapitel, das ich ratzfatz durchgelesen hatte! 
  • Die Heilkunde der Klosterfrauen: Eine Einführung in die damalige Vorstellung von Natur und Medizin, Temperamentenlehre, Ratschläge für die Gesundheit. – Diese Zusammenfassung gefällt mir sehr gut; ich werde sicherlich bei meinen Vorträgen daraus zitieren. 
  • Die Heilkräuter der Klosterfrauen: Die wichtigsten Pflanzen von A bis Z mit wunderschönen schwarz-weiß Zeichnungen. (Ich bin ja ein Fan von botanischen Zeichnungen!) Hier kann man immer mal wieder nachschlagen. 

Bereichert wird das kleine Buch mit einem üppigen Bildtafel-Teil. 
Sollte Ihnen das Büchlein irgendwo über den Weg laufen – nehmen Sie es mit – es lohnt sich! 😊

Ehrenpreis

Familie: Wegerichgewächse

Wald-Ehrenpreis – Veronica officinalis

andere Namen: Echter Ehrenpreis, Wundheilkraut, Allerweltsheil

Beschreibung: 10-30 cm, mehrjährige Staude, rauhhaariger, liegend-aufsteigender Stängel; Blüte helllila, dunkel geadert, in gestielten Trauben; Trauben in den Blattwinkeln, Blüte Mai bis August

Vorkommen:  trockene Standorte in Wäldern, Magerrasen, Heiden; saure Böden, liebt basenarme, stickstoffsalzhaltige, steinig-sandige Böden

Inhaltsstoffe:
Aucubin und weitere Iridoidglykoside, Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe

Anwendung

  • in der Volksheilkunde bei Husten und Atemwegserkrankungen, Verdauungsproblemen, Rheuma und Gicht
  • als Gurgelmittel
  • als Küchenkraut

Gamander-Ehrenpreis – Veronica chamaedrys

andere Namen: Männertreu, Kleiner Ehrenpreis, Gewitterblümchen

Beschreibung: 10-30 azurblaue Blüten mit weißem Schlund in gegenständigen Trauben, tiefblau, dunkler geadert, 10-30 cm, Blüte April bis August; Stängel aufsteigend-aufrecht, 2 gegenständige Haarreihen am Stängel, mehrjährig

Vorkommen: Wiesen, Waldlichtungen, Wegränder; stickstoffsalz- und basenhaltige Lehmböden; meist in kleinen, individuenreichen Beständen

Inhaltsstoffe: Aucubin und evtl. weitere Iridoidglykoside

Wissenswertes: die blaue Blütenkrone fällt bei leichter Berührung ab „Männertreu“; die Blüten öffnen sich zwischen 7 und 9 Uhr und schließen sich gegen 18 Uhr

weitere Arten:

  • Großer Ehrenpreis – Veronica teucrium
  • Bachbungen Ehrenpreis / Quell-Ehrenpreis / Bachbunge – Veronica beccabunga
  • Gauchheil-Ehrenpreis / Wasser-Ehrenpreis – Veronica anagallis-aquatica
  • Feld-Ehrenpreis – Veronica arvensis
  • Persischer Ehrenpreis / Großer Ehrenpreis – Veronica persica
  • Faden-Ehrenpreis – Veronica filiformis
  • Finger-Ehrenpreis / Dreiblättriger Ehrenpreis – Veronica triphyllos
  • Quendelblättriger Ehrenpreis – Veronica serpyllifolia
  • Langblättriger Ehrenpreis – Veronica longifolia