Artemisia Arten

Artemisia spp.- Compositae (Korbblütler)

Göttin Artemis = Schwester des Heilgottes Apollon, Herrin der wilden Tiere, galt als Amazone / Hexe / Schamanin, römisch: Diana

artemisia = Unversehrtheit (die Keuschheit der Göttin)

Geschenke der Göttin an die Frauen:

  • Erleichterung von Geburten
  • Harmonisierung der Periode (Emmenagogum = Menstruations-auslösendes Mittel)
  • für Sitzbäder verwendet
  • abortiv > Geburtenkontrolle

Im Altertum waren besonders der Beifuß und der Wermut bekannt.

Artemisia vulgaris • Beifuß

  • eine der ältesten Heilpflanzen
  • weibliche Pflanze
  • in Ägypten der Isis geweiht, später Venus und Diana
  • parthenis = Jungfrauenkraut
  • Mittel das Freundschaft und Liebe weckt
  • Strabon: Mutter der Kräuter
  • Symbol der Gesundheit
  • heidnische Zauberpflanze bei Sonnenwendritualen
  • Räuchermittel

Inhaltsstoffe:
verschiedene Bitterstoffe, ätherisches Öl mit Cineol, Thujon, Pinen

Artemisia absinthium • Wermut/Absinth

  • in Ägypten im Wein und Bier
  • Wurmaustreibung
  • Wermutwein
  • mit Öl als Salbe gegen Mücken
  • Gegengift bei Opiumüberdosis
  • wurmtötend
  • abortiv

Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe, ätherisches Öl mit viel Thujon (berauschend, psychedelisch > Absinthöl > führte zu Gehirnschäden „Absinthismus“)

Thujon auch in Rainfarn, Salbei, Lebensbaum

Artemisia abrotanum • Eberraute

  • griech: abroton/abrotos = Glück, Wohlstand, Überfluß
  • männliche Pflanze
  • wurmtreibend

Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe, ätherisches Öl, Alkaloid Abrotin

Artemis dracunculus • Estragon

  • dracunculus = kleiner Drache
  • galt als Giftbezwinger

Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Kumarine, Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe

Ziest

Familie: Lippenblütler

Batunge / Rote Betonie
Stachys officinalis / Betonica officinalis

andere Namen:
Echter Ziest, Heil-Ziest, Heil-Batunge, Pfaffenblume, Zahnkraut, Zehrkraut

Beschreibung: 10-80 cm Staude, mehrjährig, mehr oder weniger behaart, Blüte purpur-rosa in 3-6 cm langer Scheinähre, im Norden selten

Vorkommen: magere Wiesen, Flachmoore, Heiden; liebt basenarme Böden

Inhaltsstoffe

  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe
  • Betonicin
  • Stachydrin (mit leicht blutstillenden Eigenschaften)

Anwendung in der Volksmedizin

  • bei Durchfall und Darmbeschwerden
  • zum Gurgeln und Spülen bei Zahnfleisch- und Rachenentzündung

Wissenswertes: schon im Altertum als Heilkraut benutzt

Hildegard von Bingen

Betonie ist mehr warm als kalt und sie zeigt an sich mehr die Zeichen des Verstehens als andere Kräuter, wie gezähmte und reine Tiere mehr mit dem Menschen verkehren als wilde Tiere. Und deshalb breitet die Täuschung  des Teufels manchmal  ihre Schatten über sie aus und auch über manch andere Kräuter, weil er selbst klug ist und auch alle Kräfte kennt, die in Kräutern sind. … Die Wärme der Betonie hat gleichsam eine einfangende Natur, weil sie das, was zurückgelassen ist, durch ihre Kraft zusammenfügt. … Aber kein Mensch soll Betonie irgendwie essen, denn wenn er sie äße, schädigt sie seinen Sinn und Verstand und macht ihn fast wahnsinnig.

Anwendung bei: Verlust des Verstandes, Alpträumen, Menstruationsstörungen, gegen Liebeszauber

Physica 1.128

Wald-Ziest – Stachys sylvatica

Waldnessel

Herkunft: fast ganz Europa

Beschreibung:  30-100 cm, mehrjährig, Blüte Juni bis September; unangenehmer Geruch; bildet Rhizom; Blätter ähnlich der Brennnessel, dicht abstehend und behaart; dunkelrote Blüten mit hellerer Zeichnung

Vorkommen: Waldränder, Waldwege, Gewässerufer; braucht wenig Licht

Inhaltsstoffe:  Stachydrin, Betonicin, Turicin, Gerbstoffe

Wissenswertes: steht dem Heil-Ziest nahe bezüglich der Inhaltsstoffe; wurde aber nur wenig als Heilpflanze genutzt

Sumpf-Ziest – Stachys palustris

Schweinsrübe

Beschreibung: treibt unterirdische Ausläufer, an denen sich im Herbst längliche, weiße Knollen entwickeln, die um 1 cm Durchmesser erreichen können (werden gerne von Schweinen gefressen)

Wollziest

Lochschlund

Anarrhinum bellidifolium

Letztes Jahr habe ich beim Pflanzenbasar des Botanischen Gartens in Kiel diese zauberhafte Pflanze gekauft.

Sie gehört zu den Wegerich-Gewächsen und ist in Südeuropa heimisch.
Sie schmeckt würzig-aromatisch, also ist sie sicherlich verdauungsfördernd.
Ob sie als Heilpflanze eingesetzt wird, weiß ich leider nicht.
Über Hinweise würde ich mich freuen.

Weitere Infos unter diesen Links:

Offene Naturführer

Blumen in Schwaben