Linde – Tilia

Sommerlinde – Tilia cordata
Winterlinde – Tilia platyphyllos

Familie: Tiliaceae

Droge:
die voll entwickelten ganzen Blütenstände mit dem Hochblatt von
Sommer- und Winterlinde; Silberlindenblüten (Lebensmittel) sind arzneilich weniger geeignet; Geruch schwach aromatisch, Geschmack schwach süß und schleimig

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl, 2% Flavonoide, Schleim (Quellzahl 12), Phenolcarbonsäure, Gerbstoffe, Alkaloidglycoside (Neuentdeckung 2020, chemische Formel siehe Bild unten, Quelle: A. Hensel für den Newsletter der GPT)

Bildquelle: Newsletter GPT

Verwendung

  • als Teeaufguss
  • als schweißtreibendes Mittel bei fieberhaften Erkrankungen und bei hartnäckigem Husten
  • zur Stärkung des Immunsystems
  • bei leichtem mentalen Stress
  • als Hustentee für Pferde (nicht gemeinsam mit Salbei)

Wissenswertes

  • weich, biegsam, beweglich > „Bastholz“ > im Neolithikum wurde die Rinde zur Herstellung von Bast benutzt (für Seile, Matten, Taschen, Kleidung etc.)
  • Gerichtsbaum, Versammlungen, Beratungen > heute Tanzlinde
  • Baum der Liebe und Kommunikation
  • Amme der Eiche
  • im Mittelalter ist ihr Holz „lignum sanctum“ = heiliges Holz für das Schnitzen von Heiligenfiguren
  • Winterlinde Baum des Jahres 2016

Darstellung aus dem Buch HeilkräuterZeichnungen von Peter Baumann.
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Hildegard von Bingen

Die Linde hat große Wärme, und diese Wärme ist ganz in der Wurzel und steigt in Äste und Blätter auf, und sie bedeutet die Vergänglichkeit.
Die Kraft dieses Baumes vergrößert und vermehrt sich in dem Maße, wie dieser Baum seine Äste ausbreitet.

Physica 3.24

Anwendung:
bei Herzbeschwerden, für klare Augen, gegen Gicht und als Zauber zur Krankheitsabwehr (in einem goldenen Ring eingelassen)