Ahorn / Acer

Aceraceae – Ahorngewächse

Spitz-Ahorn – Acer platanoides

sommergrün, 25-30 m, Schlucht- und Auenwälder; überall in Europa; Parkanlagen
Verwandte: Kolchischer Ahorn (A. cappadocium) nur in Parks und Gärten, Kretischer Ahorn (A. sempervirens) halb-immergrün, Französischer Ahorn (A. monspessulanum) nur in warmen Gegenden

Hildegard von Bingen

Der Ahorn ist mehr kalt als warm und auch trocken, aber doch gemäßigt, und er bedeutet jedes Aufschrecken.
Wer lange tägliche und andauernde Fieber hat, soll Äste dieses Baumens mit den Blättern in Wasser kochen und oft in diesem Wasser baden. Und sobald er das Bad verlässt, soll er die untere Rinde dieses Baumes zerstoßen, den Saft ausdrücken und in reinen Wein gießen und so kalt nach besagtem Bad trinken, und der Kranke wird seine Gesundheit schneller zurückerlangen … Er soll das oft tun, und die chronischen Fieber in ihm werden weichen, und ihr Unrat und ihre Stürme in ihm werden verschwinden.

Physica 3.30

Anwendung bei Fieber, „Gicht“, geschwollener Nase

Feld-Ahorn/Maßholder – Acer campestre

selten über 10m, Rinde oft korkig, nährstoffreiche Böden, von Ebene bis 900 m Höhe, in Europa weit verbreitet, wichtiges Flurgehölz
Verwandte: Schneeball-Ahorn (A. opalus) südlich, klein

Hildegard von Bingen

Maßholder hat eine nichtsnutzige und schädliche Wärme, und auch die Kälte, die er hat, ist nichtsnutzig. Und sein Holz und Saft und Frucht sind unbrauchbar für jede Nutzung des Menschen, und alle sind schädlich für seine Gesundheit und gefährlich hinsichtlich der Begierde, weil sie im Menschen die Begierde erwecken würden. Und wenn der Mensch von seiner Frucht äße, würde er davon geschwächt wegen der Nichtsnutzigkeit ihrer Wärme, weil sie die guten Säfte im Menschen zerstört. Ferner taugen weder sein Feuer noch sein Rauch zur Gesundheit des Menschen.

Physica 3.41

Berg-Ahorn – Acer pseudoplatanus

30-40m hoch, häufig in Buchenmischwäldern
Verwandte: Griechischer Ahorn (A. heldreichii), Tataren-Ahorn (A. tataricum) Südosteuropa, Pennsylvanischer Ahorn (A. pensylvanicum), Rotnerviger Ahorn (A. rufinerve)

Zuckerahorn – Acer saccarum

  • Herkunft: Nordamerika, besonders Kanada
  • Droge: Ahornsirup = Blutungssaft
  • Inhaltsstoffe: bis zu 8% Saccharose (Trockengewicht: 98% Zucker, fast nur Saccharose), 0,4% Proteine, 0,3% organische Säuren
  • Anwendung: volkstümlich bei Frühjahrskuren > Wirksamkeit nicht belegt
  • zum Süßen von Speisen und Getränken, Süßwarenindustrie
  • nach Kristallisation zur Gewinnung von Ahornzucker

Silber-Ahorn – Acer saccarinum

stammt aus Nordamerika (Große Seen bis Florida), schnellwüchsig, Auengehölz; wurde auch zur Zuckergewinnung benutzt;
Verwandte: Rot-Ahorn (A. rubum)

Eschenblättriger Ahorn – Acer negundo

Nordamerika, in Europa eingebürgert
Inhaltsstoffe: Blätter und Rinde enthalten Saponine, die antitumoral wirken; phenolische Verbindungen, u.a. Flavonoide


Wissenswertes

  • stabilisiert sich über Magnetfeld der Erde
  • Bedeutung: Kraft für die Suche nach Identität, Eigensinn

Ginkgo

Ginkgo biloba

Baum des Jahrtausends

Klasse:  Ginkgoopsida – mit nur einer Gattung

Beschreibung:
weibliche und männliche Bäume • Spermatophyta (Samenpflanzen)

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
meinem Garten anvertraut,
gibt geheimen Sinn zu kosten,
wie’s den Wissenden erbaut.
(Goethe)

Herkunft:
aus China: Ya Chio (Entenfuß) oder Yin Hsing (Silberaprikose),
in Europa seit 18.Jh. • Plantagenanbau

Droge:
Blätter und deren Trockenextrakte (für Fertigpräparate)

Inhaltsstoffe:
Flavonoide, Catechine, Proanthocyane, Bitterstoffe, Steroide, organische Säuren

Wirkung:
Förderung der Durchblutung in Arterien, Kapillaren und Venen,
verbessert Blutfluss,
Antagonisierung des plättchen-aktivierenden Faktors (PAF),
Beeinflussung des zerebralen Stoffwechsels,
Schutz vor hypoxämischen Schäden, Radikalfängerfunktionen

 Anwendung:

  • Durchblutungsstörungen
  • Hirnleistungsstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
  • Ohrensausen
  • bei altersbedingten Erkrankungen
  • bei Menschen und Tieren


Monografie positiv, WHO, HMPC

CAVE: Allergien, bei empfindlichem Magen

Wissenswertes:
Urgewächs (großer evolutionärer Abstand zu anderen Pflanzen)

In meinem Shop erhalten Sie Ginkgo-Kraut für Pferde.

Eberesche / Vogelbeere

Sorbus aucuparia

Volksnamen: Drosselbeere, Quitsche

Familie: Rosengewächse – Gattung: Mehlbeere

Inhalts-/Wirkstoffe:
viele Vitamine (v.a. Vit.C), organische Säuren, äther. Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Sorbit, Parasorbinsäure, Zucker

Wirkung:
regt Galle an, abführend, entgiftend

Anwendung:
als Mus bei Appetitlosigkeit und Magenverstimmung

Hinweis:
die in rohen Vogelbeeren enthaltene Parasorbinsäure kann zu leichten Vergiftungen führen; durch Kochen oder Trocknen wird diese zerstört

Geschichte:
Speise der Götter, Hexenbaum, Blitzschutz, das Holz wurde für Wiegen benutzt

Besonderheiten:
kann nach dem Laubfall mit der Rinde Photosynthese betreiben; das Laub setzt beim Zerfall Magnesium frei

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Fotos gefallen.
Unter Angabe der Quelle dürfen sie gerne verwendet werden.