Eisenkraut

Verbena officinalis

Volksnamen: Druidenkraut, Eisenhart, Richardskraut, Sagenkraut, Stahlkraut, Taubenkraut, Wundkraut

Familie: Eisenkrautgewächs/Verbenaceae

Droge: das ganze Kraut, meist ohne Wurzeln

Inhaltsstoffe:
Iridoid-Glykosid (Verbenalin), ätherisches Öl, Gerbstoffe, Kieselsäure, Bitterstoffe, Schleim

Wirkung:
harntreibend, entkrampfend, menstruationsfördernd (nicht für Schwangere geeignet!)

Anwendung:
bei leichten Magenbeschwerden, Durchfällen, Appetitlosigkeit; bei Erkältungen und Katarrhen der oberen Luftwege

Wissenswertes:
• Zauberpflanze der Kelten
• Schmiede verwendeten sie zum schärfen der Waffen
• wurde im Mittelalter zu Wundversorgung verwendet – vor allem bei Wunden durch eiserne Waffen
• Hexenpflanze
• Bachblüte VERVAIN

Darstellung aus dem Buch HeilkräuterZeichnungen von Peter Baumann.
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Patagonisches/Argentinisches Eisenkraut

Verbena bonariensis • wird als Zierpflanze in Gärten gepflanzt

Eukalyptus

Eukalyptus globulus

Fieberbaum • Blaugummibaum

Myrtengewächs – Myrtaceae

Botanik:
Südwestaustralien und Tasmanien, heute Anbau in tropischen Gebieten zur Trockenlegung von Sümpfen; sehr schnellwüchsig; bis zu 70 m hoch; sichelförmige Blätter, grauweiße Rinde; weißlich oder rote Blüten, derbe Früchte

Droge: Blätter und Öl

Ernte:
ältere Blätter (für arzneiliche Zwecke nur aus Kulturen); das ätherisches Öl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl mit Eukalyptol (= Cineol) mind. 3%; Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Harze, Gummi u.a.

Wirkung:
auswurffördernd, schwach krampflösend, atmungsaktivierend, antibakteriell, fördert die Sauerstoffversorgung, hilft das Lungengewebe zu regenerieren

Anwendung:

  • bei Husten, Bronchitis und Asthma
  • Tee: Hemmung der Schleimbildung in den Bronchien
  • Öl: Insektenabwehr, Desinfektion der Lunge, Verflüssigung des zähen Schleims und äußerlich für Einreibung bei Rheuma, Gicht, Muskel- und Nervenschmerzen (kann Hautreizungen verursachen, daher unbedingt verdünnen)
  • Aromatherapie: anregend, erfrischend, antidepressiv

Monografie positiv

zu beachten:

  • nicht anwenden bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder bei Gallen- und Leberkrankheiten
  • keine Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern!
  • evtl. hautreizend
  • Nebenwirkungen bei innerlicher Anwendung > häufig reizend > Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle

Darreichungsformen: Tee, Inhalate, Salben, Bonbons

Für Kinder eignet sich der mildere Zitroneneukalyptus – E. citriodora

Ätherische Öle von dôTerra

Schöllkraut

Chelidonium majus

Familie: Mohngewächs/Papaveraceae

giftig • apothekenpflichtig

Beschreibung:  
mehrjährig, 30-60 cm, Staude, fast kahl; Stängel behaart, verzweigt und leicht brechend; Blätter behaart, unterseits blaugrün; Milchsaft gelb-orange, Kapsel schotenförmig, bis 5 cm; der schwarze Samen hat ein weißes, ölhaltiges Anhängsel, das gern von Ameisen gefressen wird

Vorkommen:        
Unkrautfluren, Schutt, Wegränder; Stickstoffanzeiger; lehmige Böden

Sammelvorschrift:  
das ganze Kraut und die Wurzeln kurz vor der Blüte; Verwendung in frischem Zustand, da sich die Wirkstoffe schnell zersetzen (max. 6 Monate haltbar)

Inhaltsstoffe:       
Alkaloide, organische Säuren, Mineralien, ätherisches Öl, Harz

Wirkung:
stark krampflösend, schmerzstillend, beruhigend, galletreibend

Anwendung:        
• kein Tee!
• Bronchien > asthmatische Anfälle, chronischer Reizhusten
• Leber, Galle > Leberleiden, Gelbsucht, Magen-Darm-Trakt, Gallensteinbildung, Koliken mit Schmerzen
• Milchsaft wurde auf Warzen aufgetragen > verfärbt die Haut, reizt aber nicht
CAVE: nicht in die Augen gelangen lassen
• bei Überdosierung: Somnolenz, Magenschmerz, Hämaturie
• Monografie positiv

giftig für Tiere – Vergiftungen kommen wegen des schlechten Geruchs und Geschmacks nur selten vor – Vorsicht im Heu!?

Wissenswertes:    
Bestäubung durch Kerbtiere, Ameisen verschleppen die Samen > wächst auch in kleinen und hohen Mauerspalten

Darstellung aus dem Buch HeilkräuterZeichnungen von Peter Baumann.
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Hildegard von Bingen

Schöllkraut ist sehr heiß und giftig und enthält einen schleimigen Saft Es hat in sich ein so scharfes und bitteres Gift, dass es dem Menschen keine Gesundheit bringen kann … Wenn nämlich jemand es isst oder trinkt, macht es ihn innerlich geschwürig und verletzt ihn und deshalb bewirkt es bisweilen im Menschen Lösung und Verdauung, aber mit Schmerz und nicht mit Wohlbefinden. …

Physica 1.139

Darstellung im
hortus sanitatis
Gart der Gesundheit
von 1485

Fenchel

Familie: Apiaceae/Doldenblütler

Arzneipflanze des Jahres 2009

Herkunft: Mittelmeerraum, auf lehmhaltigen Böden; Anbau

Beschreibung:
aufrechte, bis 1,80m hohe Pflanze mit gelben Blüten; die Früchte bestehen aus 2 länglichen Teilfrüchten mit 5 Rippen und typischem Geruch
Blüte: Juli-August
Sammelzeit: August-September

Bitterer Fenchel – Foeniculum vulgare

Droge: die Früchte • Geruch würzig aromatisch • Geschmack würzig süßlich

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl (Fenchon, Estragol), verschiedene Säuren, Flavonoide, Cumarine, fettes Öl

Wirkung:

  • verdauungsfördernd, blähungstreibend, galletreibend
  • Steigerung der Magen-Darm-Motilität
  • antimikrobiell, antimykotisch
  • expektorierend
  • schützt die Schleimhäute; wirkt sekretolytisch
  • spasmolytisch
  • hormonähnlich
  • antioxidativ

Verwendung:

  • Verdauungsstörungen, Völlegefühl, Blähungen, Schluckauf
  • Atemwegsbeschwerden (als Fenchelhonig)
  • zur Steigerung des Milchflusses
  • stärkt die Sehkraft (Erfahrungsmedizin)
  • fördert den Lymphfluss
  • unterstützt den Stoffwechsel beim Abnehmen
  • in Kombination mit anderen Kräutern (Anis, Kümmel)

Zubereitung:
die Früchte werden vor dem Überbrühen gequetscht, um die Wirkstoffe frei zu setzen (erst kurz vorher, sonst verflüchtigt sich das ätherische Öl)

zu beachten:

  • Nebenwirkungen: Mengen über 3 Gramm des reinen ätherischen Öls können zu Kopfschmerzen, Benommenheit oder Magenreizung führen (Poth, 2000)
  • Kontraindikation: Schwangerschaft/Trächtigkeit -> stark wehenanregend!
  • CAVE Allergien gegen Fenchelöl!

Süßfenchel – Foeniculum vulgare dulce

enthält weniger ätherisches Öl und weniger bitteres Fenchon, dafür mehr Anethol –
Verwendung als Lebensmittel

Hildegard von Bingen

Fenchel hat eine sanfte Wärme und ist weder trocken noch kalter Natur, auch roh gegessen schadet er dem Menschen nicht. Wie immer er gegessen wird, macht er den Menschen froh und bringt ihm sanfte Wärme und guten Schweiß und bringt ihm eine gute Verdauung. Auch sein Samen ist warmer Natur und nützlich für die Gesundheit des Menschen, wenn er in Arzneien anderen Kräutern beigefügt wird.
Denn wer täglich nüchtern Fenchel oder dessen Samen isst, bei dem vermindert er durch seine gute Wärme und seine guten Kräfte das schlechte Phlegma und die Fäulnisprodukte und vertreibt den Gestank aus seinem Atem und lässt seine Augen klar sehen.

Wer jedoch nicht schlafen kann, weil er mit irgendeiner Widrigkeit beschäftigt ist, der nehme, wenn es im Sommer ist, Fenchel und zweimal soviel Schafgarbe …

Physica 1.66

Anwendung bei:
Schlafstörungen, Augenleiden, Katarrh, Magenverstimmung, Melancholie, Hodenschwellung, Geburtskomplikationen, zur Stärkung

Darstellung aus dem Buch HeilkräuterZeichnungen von Peter Baumann.
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Ätherisches Öl von dôTerra

Pflanzenteil: Samen
Erntemethode: Wasserdampfdestillation
Hauptbestandteile: E-Anethol, Fenchol, α-Pine
Aroma: lakritzig, süß, honigartig

verwendungsmöglichkeiten
  • Wenn Sie auf Süßigkeiten verzichten wollen, geben Sie einen Tropfen in Wasser oder Tee und trinken Sie diese Flüssigkeit als Ersatz.
  • Mit einem Trägeröl verdünnt in die Haut einmassieren, um ein Entspannungsgefühl zu fördern.
  • In Desserts sorgt das Öl für zusätzliche Geschmacksintensität.

Hinweis: nicht zur Behandlung von Krankheiten geeignet!

Anwendung

Diffusion: Verwenden Sie drei bis vier Tropfen im Diffuser Ihrer Wahl.
Als Lebensmittelzusatz: Einen Tropfen mit 125 ml Flüssigkeit verdünnen.
Äußere Anwendung:
Zur Massage 5 Tropfen mit 10 ml Trägeröl mischen.
Als Badezusatz 5 Tropfen mit 5 ml Trägeröl mischen.
Als Parfum 1 Tropfen mit 10 Tropfen Trägeröl mischen.

Hinweise Zur Sicheren Anwendung

Kann Hautreizungen verursachen. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Wenn Sie schwanger sind, stillen oder sich in ärztlicher Behandlung befinden, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt. Kontakt mit Augen, Innenohren und empfindlichen Stellen vermeiden.

Herstellerangaben

Kapuzinerkresse

Tropaeolum maius

Blumenkresse, Gelbes Vögerl, Salatblume, Salatkresse

Arzneipflanze des Jahres 2013

Botanik:
auffällige Blätter, Blüte Mai bis Herbst, frostempfindlich

Herkunft:
Heimat Peru, als Ziergewächs nach Europa (1684), Anbau für arzneiliche Zwecke

Droge:
die ganze Pflanze; Anwendung aber nicht als Tee, sondern für galenische Präparate

Inhaltsstoffe:

  • Glucosinolate mit Gluctropaeolin (Benzylglucosinolat) als Hauptkomponente; nach Spaltung wird besonders Benzylsenföl gebildet
  • ätherische Öle
  • Senfölglykoside „Antibiotikum der Naturheilkunde“
  • Ascorbinsäure
  • Samen enthalten besonders viel
  • mit antibiotischer Wirkung und Abwehreigenschaften gegen Sproßpilze
  • Stärkung der Abwehrkräfte (Vitamin C Gehalt)

Anwendung:

  • in Peru schon seit alter Zeit zur Behandlung von Wunden aller Art (v.a. wenn infiziert) > Blätter als Wundauflage
  • Behandlung von Skorbut
  • Präparate gegen Infektionskrankheiten (v.a. im Bereich der Nieren und Harnwege und bei Bronchitis)
  • frische Blätter im Salat als Blutreinigung

Zu beachten:

  • Kommission E: nicht anwenden bei Säuglingen + Kleinkindern
  • Nebenwirkung: bei zu viel frischen Blätter Reizung von Magen und Darm
  • Verminderung der Alkoholtoleranz !!

Wissenswertes:

  • schützt im Garten vor Ameisen und Wühlmäusen
  • nicht mit Petersilie zusammen pflanzen
  • viele Insekten mögen die Blätter
  • kann von Pseudomonas befallen werden (Blattflecken, Vergilben)

Darstellung aus dem Buch HeilkräuterZeichnungen von Peter Baumann.
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