Ginkgo

Gingko biloba

>> Baum des Jahrtausends <<

Klasse:  Ginkgoopsida – mit nur einer Gattung

Beschreibung:
weibliche und männliche Bäume • Spermatophyta (Samenpflanzen)

Herkunft:
aus China: Ya Chio (Entenfuß) oder Yin Hsing (Silberaprikose),
in Europa seit 18.Jh. • Plantagenanbau

Droge:
Blätter und deren Trockenextrakte (für Fertigpräparate)

Inhaltsstoffe:
Flavonoide, Catechine, Proanthocyane, Bitterstoffe, Steroide, organische Säuren

Wirkung:
Förderung der Durchblutung in Arterien, Kapillaren und Venen,
verbessert Blutfluss,
Antagonisierung des plättchen-aktivierenden Faktors (PAF),
Beeinflussung des zerebralen Stoffwechsels,
Schutz vor hypoxämischen Schäden, Radikalfängerfunktionen

 Anwendung:

  • Durchblutungsstörungen
  • Hirnleistungsstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
  • Ohrensausen
  • bei altersbedingten Erkrankungen
  • bei Menschen und Tieren

Monografie positiv, WHO, HMPC

CAVE: Allergien, bei empfindlichem Magen

Wissenswertes:
Urgewächs (großer evolutionärer Abstand zu anderen Pflanzen)

 

Hopfen

Humulus lupulus

Familie: Cannabaceae/Hanfgewächse

Beschreibung:
2-häusige Schlingpflanze; angebaut werden die weiblichen (bis zu 6 m hoch); in Europa heimisch, mag feuchte Standorte, wächst wild und im Anbau

Droge:
verwendet werden die Zapfen (Fruchtstände der weiblichen Pflanzen)
Geruch: kräftig, würzig
Geschmack: leicht bitter und kratzend

Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Bitterstoffe (Humulon, Lupulon) und Harze, Flavonole (Rutin, Astragalin, Isoquercitrin, Catechine, Proanthocyanidine) u.a.

Wirkung:
beruhigend, schlaffördernd, sedativ, spasmolytisch, antibakteriell/antibiotisch, antimykotisch, verdauungsfördernd, hormonell ausgleichend

Anwendung:

  • Abkochung/Aufguss oder Extrakt der Zapfen bei Schlafstörungen, Unruhe- und Angstzuständen, zur Förderung von Schlaf und Regeneration
  • zur Anregung der Verdauung
  • als Frauenheilpflanze bei Wechseljahresbeschwerden
  • für Männer ein Anaphrodisiakum
  • zum Bier brauen (schon seit vorchristlicher Zeit)

Monografie positiv; ESCOP, HMPC

Hildegard von Bingen

Der Hopfen ist warm und trocken und enthält ein bisschen Feuchtigkeit. Und zum Gebrauch des Menschen ist er nicht sehr nützlich, weil er im Menschen die Melancholie wachsen lässt und das Gemüt des Menschen traurig macht und seine Eingeweide mit seiner Trockenheit belastet, denn wenn er die Säfte im Menschen austrocknet, macht er ihn traurig und bedrückt.
Aber in seiner Bitterkeit verhindert er bestimmt Fäulnisse von Getränken, denen er zugesetzt wird,so dass sie sich länger halten können.

Physica 1.61

Pfefferminze

Mentha piperita

andere Namen: Englische Minze, Gartenminze, Teeminze, Edelminze

Die Minze kühlt den Kopf, der heiß
Und wärmt den kalten Magen.
Sie birgt ein Feuer und ein Eis
Für unser Wohlbehagen.

Familie: Lippenblütengewächse/Lamiaceae

Verwendete Pflanzenteile:
das Kraut ohne Stängel und das durch Wasserdampfdestillation gewonnene Öl
Geruch: charakteristisch, durchdringend
Geschmack: charakteristisch, aromatisch

Inhaltsstoffe: ätherische Öle (Menthol u.a.), Gerbstoffe, Bitterstoffe, verschiedene Säuren

Wirkung von Menthol:
keimhemmend (Bakterien, Viren), entzündungshemmend, regt Appetit an, betäubend auf Haut und Schleimhäuten, verdunstet schnell und hinterlässt ein kühles Gefühl, krampflösend, beruhigend, tonisierend, wird über Galle und Nieren ausgeschieden (deshalb wird mehr Galle und Urin produziert)

Anwendung als Aufguss/Tee, Tinktur oder Öl bei:

  • Magenbeschwerden (nicht bei Magengeschwür)
  • Bei Bauchkrämpfen (z.B. durch die Periode oder während der Schwangerschaft)
  • Bei Übelkeit (z.B. auf Reisen)
  • Bei Erbrechen
  • Äußerlich aufgetragen bei Kopfschmerzen (nicht in die Augen kommen lassen), Krämpfen, stumpfen Verletzungen
  • Zur Inhalation bei Erkältung

Kein Dauergebrauch und nicht anwenden bei:
Allergien, Kleinkindern, Verschluss der Gallenwege, schweren Leberschäden

Wissenswertes:
Es gibt 25 Arten und ca. 600 Sorten Minze.
Die Minze ist schon seit dem Altertum bekannt.
Die Pfefferminze, die wir heute verwenden, ist ein Bastard von Wasserminze und Ährenminze und entstand zufällig im 17. Jh. in England.

Weitere Minzarten:

  • Ackerminze/Japanische Minze
  • Wasserminze/Bachminze
  • Ährenminze/Grüne Minze
  • Rossminze/Waldminze
  • Krauseminze
  • Poleiminze

Diptam

Diptamnus albus

andere Namen: Brennkraut, Escherwurz, Pfefferkraut, Spechtwurzel

Familie: Rautengewächs / Rutaceae

Beschreibung: ausdauernde Pflanze, bis zu 1 m hoch, starker Wurzelstock mit mehreren Stängeln, Blüten von weiß bis purpur mit dunklen Adern, duftet nach Zitrone

Vorkommen: in Gärten, in Süddeutschland auch auf Lichtungen

Droge: die Wurzel und das Kraut

Inhaltsstoffe: Alkaloide, ätherisches Öl, Bergapten, Saponine, Bitterstoffe, Anthocyane, Flavonglykoside

Anwendung: Regulation der Menstruation, gegen Blähungen, harntreibend

als Hausmittel: Wurzelabkochung zur Stärkung des Magens, als Wurmmittel, als Frauenmittel

Monografie: negativ

Zu beachten: der Inhaltsstoff Bergapten macht lichtempfindlich

Homöopathie: MDT, Blähungen, stinkende Stühle

Wissenswertes: Die Blüten enthalten soviel ätherisches Öl, dass man sie anzünden kann.


Hildegard von Bingen

Diptam ist mehr warm als kalt und trocken und er enthält die Kräfte des Feuers und des Steins, weil er dauerhaft wie ein Stein in seinen Kräften ist. Und wie das, was aus dem Feuer kommt, darin Hitze erhält, so ist der Diptam wirksam gegen Krankheiten, in denen er sich selbst durchsetzt.
Ein Mensch nämlich, der am Herzen Beschwerden hat, soll aus Diptam hergestelltes Pulver essen, und die Herzbeschwerden werden gedämpft.

Physica 1.115