Trierer Pferdesegen

Zweiter Trierer Segen

Christus und Sankt Stephan kamen zur Stadt Saloniun,
da zog sich das Ross Sankt Stephans eine Erkrankung zu. 
So wie Christus das Ross des Sankt Stephans heilte,
so möge ich mit der Hilfe Christi dieses Ross heilen.
Vater unser. 
Wohlan, Christus, mögest du durch deine Gnade diesem Ross
die Lahmung heilen, 
wie du dass Ross Sankt Stephans bei der Burg Salonium geheilt hast.
Amen.

Persische Medizin

Rhases / ar-Rasi / Abu Bekr Muhammed ben Sakerija (880 – 925)
aus Persien; schreibt „al-Hawi“ = Behältnis der Medizin = „Continens“ über pflanzliche Heilmittel und Diätetik.
Er galt als Vorbild an Humanität.

Avicenna / Ibn Sina, Fürst der Ärzte (973 – 1037)
aus Persien; verfasst „Canon der Medizin“: 760 Drogen mit Heilwirkung.
Er ersetzt viele starke Mittel der Griechen durch harmlosere.

Ibn al-Baitar (1197 – 1248)
aus Andalusien; arbeitet in Nordafrika, Kleinasien, Syrien und Kairo (Oberaufseher der Apotheken); größter Botaniker der Araber, beschreibt 1.400 pflanzliche Drogen


viele Mittel wurden das erste Mal verwendet:

  • Kaffee als Herzmittel, als Pulver gegen Mandelentzündung, Ruhr und schwer heilende Wunden
  • Kampfer zur Herzbelebung
  • Kamala als Wurmmittel
  • milde Abführ-und Brechmittel: Sennes, Tamarinden, Cassia, Aloe, Rhabarber
  • Narkoseschwamm mit Haschisch, Bilsenkraut und Wicken
  • benutzen Antibiotika: starker alter Rotwein, sammeln Schimmel (Penicillin und Aspergillus) von Lasttiergeschirren und altem Brot

große Fortschritte in der Herstellung von Arzneien; einige Begriffe werden noch heute verwendet: Alkali, Alkohol, Elixier, Sirup

Buch „Kholasatol Tajareb“ beschreibt OP unter Narkose zur Hauttransplantation (10.Jh)

bei den heutigen Nomaden herrscht noch die 4-Elemente-Lehre; Primärqualitäten: warmes Feuer, trockene Erde, kalte Luft, feuchtes Wasser

Hortulus

Gedicht des Walahfrid Strabo (808-849)

Walahfrid, der vielleicht größte Dichter seiner Zeit, trat in das Kloster Reichenau ein und wurde zur Ausbildung nach Fulda, geschickt. Von Fulda aus kam er an den Königshof Ludwigs des Frommen nach Aachen, bis er schließlich Abt seines Heimatklosters wurde.

Walahfrid beschreibt in 444 Hexametern kurz den Gartenbau sowie 24 Pflanzenarten, wobei er in unterschiedlich ausgeprägter Weise auch auf deren medizinische Anwendung eingeht.

Der Hortulus ist also kein „Kräuterbuch“, sondern ein literarisches Kunstwerk, das aber das Wissen um die Heilkraft der Pflanzen dokumentiert und somit auch den Kräutergarten des St. Galler Klosterplans bestätigt.