Zahnstocherkraut

Ammi visnaga

Khella, Bischofskraut

Familie: Doldengewächs

Beschreibung: aufrechtes 35-80 cm hohes Kraut

Herkunft: Mittelmeerraum

Droge: Samen und daraus zubereitete Präparate

Inhaltsstoffe

Khellin, Visnagin, Visnadin, Flavonoide, ätherisches Öl

Wirkung        

  • krampflösend an glatter Muskulatur (Bronchien, Darm, Galle)
  • positiver Einfluss auf Herzmuskel und dessen Durchblutung
  • leicht harntreibend
  • leicht blutdrucksenkend

Anwendung

  • Herzbeklemmung – leichte stenokardische Beschwerden
  • Unterstützung bei leichten Formen obstruktiv bedingter Atemwegsbeschwerden (leichtes Asthma, Keuchhusten)
  • unterstützend bei kleinen Blasen- und Nierensteinen

Dosierungsvorschriften unbedingt beachten
Nebenwirkungen: Übelkeit, Schwindel, Kollaps

Monografie: negativ

Geschichte:
bereits im Alten Ägypten  verwendet – in den 1930er Jahren in Ägypten wiederentdeckt und dann erforscht

Weinrebe/Weinstock

Vitis vinifera

Familie: Vitadeae • weltweit in Kultur

Drogen / Verwendung

  • Weinblätter / die frischen Laubblätter
    Inhaltsstoffe: Tartrate, Calciumoxalat, Wein-, Apfel- und Bernsteinsäure, Zucker, Flavonoide, Gerbstoffe
    Verwendung: in der Volksheilkunde bei Hautleiden, Blutungen, blutigen Durchfällen
  • Weinranken (Pampinis vitis)
    verwendet zur Herstellung von Extrakten für Hautleiden
  • rotes Weinlaub
    bei chronischer venöser Insuffizienz mit schweren Beinen, Ödemen, Schmerzen und Spannungsgefühl; positive Monografie
  • Traubenkernöl (Oleum Vitis vinicerae e seminibus)
    das fett Öl der Kerne;
    Inhaltsstoffe: verschiedene Säuren
    Verwendung als Diätetikum, Speise- und Backöl; zur Herstellung von Firnissen, Linoleum, Seife
  • Weinbeeren/Weintrauben
    die Früchte
    Inhaltsstoffe: Weinsäure, Apfelsäure, Zucker, Pektion, Anthocyane, Vitamine, Gerbstoff, Vanillin, Fettes Öl
    Verwendung als „Traubenkur“ bei Stoffwechselkrankheiten, Verstopfung, Hautkrankheiten, Fettsucht, Herzleiden; zur Herstellung von Traubensaft und Wein
  • Rosinen – Passulae majores
    die getrockneten Früchte; für Backwaren, Süßspeisen etc.
  • Korinthen – Passulae minores
    die getrockneten Früchte von Vitis vinivera var. apyrena mit Anbaugebiet in Griechenland/Korinth oder Australien
    Inhaltsstoffe: 53% Zucker, Fruchtsäuren, Proteine
  • Wein / Vinum
    entsteht aus dem Saft der Trauben durch alkoholische Gärung; als Genussmittel oder
  • Arzneiwein / Vinum medicum
    für arzneiliche Zwecke werden süße Weine (Vinum dulce) verwendet; zum Lösen oder Mischen von Arzneien (Campherwein, Chinawein, Kondurangowein, Bitterorangenwein)
Weinstock im Bibelgarten in Schleswig

Wirkung

  • in Maßen genossen protektive Wirkung bei Arteriosklerose und koronaren Herzkrankheiten
  • schmerzstillend
  • entzündungshemmend

Der Weinstock trägt drei Trauben,
die erste bringt Sinnenlust,
die zweite den Rausch,
die dritte das Verderben.

Epiktet

Hildegard von Bingen

Der Weinstock hat feurige Hitze und Feuchtigkeit. Aber jenes Feuer ist so stark, dass es seinen Saft in eine andere Art von Geschmack verwandelt, als ihn andere Bäume und Kräuter haben. Daher macht jenes Feuer auch sein Holz so trocken, dass es anderen Hölzern fast unvergleichbar ist. Der Weinstock ist Holz, das sich der Erde entwindet, und gleicht eher den Bäumen als den Kräutern, weil Kräuter sobald sie gewachsen sind, Samen hervorbringen; der Weinstock trägt jedoch – ähnlich wie Bäume – nicht sofort, sondern im zweiten oder dritten Jahr Frucht. Da die Erde vor der Sintflut brüchig und feingemahlen war, brachte sie keinen Wein hervor.
Der Wein jedoch, der vom Weinstock kommt, macht, wenn er rein ist, dem, der ihn trinkt, gutes und gesundes Blut, trüber jedoch macht es schlecht und wie mit Asche bestäubt.

Physica 3.54

Kulturelle Bedeutung

  • bereits im Alten Ägypten und bei anderen Kulturvölkern angebaut
  • in der Antike Symbol der Fruchtbarkeit; Kult der Aphrodite und des Bacchus
  • Pflanze der Bibel; bedeutet Wohlergehen; Noah pflanzt ihn nach der Sintflut
  • in der bildenden Kunst als Symbol des Herbstes
  • Darstellungen des Weinstocks in Verbindung mit dem Christus Monogramm
  • Maria ist der Weinstock, Christus die Traube, der Wein sein Blut
    Weinrebenmadonna

The vine = Vitis, vinfera, 1737
Elizabeth Blackwell’s engraving of vitus vinifera (grape vine) from A Curious Herbal. This herbal, a book of plants describing their appearance, properties, and medicinal uses, contains 500 hand-colored engraved plates.

Bildquelle:
NLM Bild ID

Bachblüte VINE

blockierter Zustand: dominierend, ehrgeizig, machtorientiert, „der kleine Tyrann“, man hat Probleme mit dem Gehorchen, will immer das letzte Wort haben, zwingt anderen den eigenen Willen auf, missachtet die Persönlichkeit anderer Menschen

verwandelter Zustand: Akzeptanz anderer, man kann sich führen lassen, hilft anderen

Naturheilkunde am 19.

Bis auf Weiteres fallen die Veranstaltungen aus!

Neue Veranstaltungsreihe ab Januar 2020!
Jeweils am 19. eines Monats um 19.00 Uhr werden Themen rund um die Naturheilkunde besprochen.
Nach 30-40 Minuten Einführung bleibt Zeit für Fragen und Austausch.

Da die Räumlichkeiten begrenzt sind bitte ich um verbindliche Zusage! Unkostenbeitrag: 5 €

Themen:

So 19. Jan. • Was ist Naturheilkunde?

Mi 19. Feb. • Lavendel – Arzneipflanze des Jahres 2020

ACHTUNG – dieser Termin findet ausnahmsweise am 17. statt!
Di 17. März • Frühjahrskur mit Pflanzensäften

So 19. April • Wie wirken Heilpflanzen?

Di 19. Mai • Hildegard von Bingen – Heilung für Körper und Seele

Fr 19. Juni + So 19. Juli • Sommerpause

Mi 19. Aug. • Heilpflanzen für Nerven und Psyche

Sa 19. Sept. • Paracelsus – heute noch aktuell?

Mo 19. Okt. • Das Immunsystem stärken

Do 19. Nov. • Naturheilkunde bei Gelenksbeschwerden

Sa 19. Dez. • Gewürze und Punsch

Mädesüß / Wiesenspiere

Filipendula ulmaria

andere Namen: Geißbart, Spierblume, Spierstaude, Wiesenkönigin

Familie: Rosengewächs

Vorkommen:
in Sümpfen, Feuchtwiesen, an Bächen und Flussufern

Beschreibung:
ausdauernde Staude mit kräftigem Wurzelstock, 1 bis 2 m hoch, blüht zur Sommersonnenwende cremeweiß „schaumig“; Blüten duften nach Honig und Vanille

Verwechslung:
Filipendula vulgaris ist kleiner (bis 40 cm) und wächst auf trockenen Böden

Droge:
obere Pflanzenteile während der Blüte

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, Flavonglykoside, Gerbstoffe, Schleim, Salicylsäureverbindungen (natürliches Aspirin), Vitamin C u.a.

Wirkung:
harntreibend, „blutreinigend“, schmerzstillend, schweißtreibend, antiphlogistisch/antientzündlich, fiebersenkend, antirheumatisch, blutstillend

Anwendung:

  • „wie Aspirin“, aber stärker und magenfreundlicher
  • Erkältungskrankheiten, um Fieber zu senken
  • Gelenksentzündungen
  • zur Blutverdünnung – Achtung: nicht zusätzlich zu anderen Blutverdünnern (Marcumar etc.) verwenden
  • Menstruationsbeschwerden
  • hormonelle Migräne
  • Rheuma und Gicht
  • frische Blätter äußerlich als Wundauflage
  • Aromatherapie
  • zum Würzen in der Küche

Wissenswertes:

  • in den romanischen Ländern allgemein als »Königin der Wiesen« bezeichnet,
  • war eine heilige Pflanzen der Druiden
  • wurde zum Aromatisieren von Met benutzt
  • Vor allem in England als „Streublume“ zum Beduften der Räume. Elisabeth I. ließ ihre Gemächer damit einstreuen.
  • gute Bienenweide
  • Das Kunstwort Aspirin wurde zum Teil nach dieser Spierblume (Spirea) benannt. Spirea selbst kommt vom lateinischen spira (= Spirale), da sich die Samen wie kleine Spiralen drehen.
  • Das Kraut schmeckt stark nach Wintergrün (Gaultheria), mit dem das Mundspülwasser der Zahnärzte heutzutage oft aromatisiert wird.
Botanischer Garten der CAU Kiel

WICHTIG
Zu Anwendung, Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie bitte einen erfahrenen Phytotherapeuten (Arzt, Apotheker, Heilpraktiker).

Küchengarten Eutin

In meinem Shop biete ich eine Mischung aus Weidenrinde-Mädesüß für Pferde an:

Passionsblume

Passioflora incarnata

Arzneipflanze des Jahres 2011

Familie: Passionsblumengewächse – Passifloraceae

Herkunft: in ganz Amerika und Ostindien heimisch

Beschreibung: bis 10 m hohe Kletterstaude

Droge:
das Kraut ohne die Wurzeln; Ernte zur Blütezeit;
Geruch leicht aromatisch, Geschmack fade;
die ganze Pflanze enthält Wirkstoffe;
reife Früchte sind essbar = Maracuja

Inhaltsstoffe:
Flavonoide, Cumarin, Umbelliferon, Maltol, Alkaloide, ätherisches Öl u.a.

Wirkung:
entspannend, ausgleichend, angstlösend, bringt Nervensystem ins Gleichgewicht

Anwendung:
bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen, Angst, Ruhelosigkeit, Erregungszuständen, Herzneurosen, Kreislaufunregelmäßigkeiten, nervösen Verdauungsbeschwerden; kann schon von Kinder ab 12 Jahren verwendet werden

Monografie:   positiv, ESCOP, HMPC

Verwendung bei indianischen Heilern:

  • nervenberuhigend und entkrampfend
  • Verstopfung
  • Schlaflosigkeit
  • zerstampfte Blätter wurden auf Wunden aufgelegt
  • Saft, gemischt mit Baumwollblüten, zur Behandlung von Augenleiden
  • pulverisierte Rinde zur Blutreinigung

Auf seinen Reisen fand Pater Simone Parlasca in den Regenwäldern Mexikos die blühende Kletterpflanze, die er nach einer Vision „Passiflora“ taufte.
Blütenkrone = Dornenkrone,
5 Staubbeutel = 5 Wundmale,
3 Griffel = 3 Kreuznägel,
3 Narben = 3 Nägel,
Laubblätter = Lanze,
Ranken = Geißeln,
weiß = die Unschuld