Plinius der Ältere

Flottenkapitän und Naturforscher

starb 79 n. Chr.

Seine riesige Naturenzyklopädie Naturalis historia umfasst auch mehrere Bücher zu Pflanzen und Tieren mit diversen Hinweisen auf ihre medizinische Verwendung.

Die medizinischen Aussagen aus der wurden im 4. Jh. in der dreibändigen Medicina Plinii zusammengestellt. Der Inhalt ist hier nicht mehr nach Pflanzen und Tieren geordnet wie in der Vorlage, sondern nach den Krankheiten von Kopf bis Fuß.

Paracelsus

Theophrastus Bombastus von Hohenheim
alias „Aureolus“

1493-1541

Arzt, Alchemist, Philosoph, Astrologe, Mystiker und Laientheologe

um 1515 Medizinstudium in Ferrara

1516-1524 Große Wanderung durch Europa; er sammelt praktische Erfahrungen und nimmt an verschiedenen Kriegen teil.

1524/25 Salzburg; theologische Schriften

Archidoxen
Urlehren“ • Alchemia medica

1527 Stadtarzt in Basel; hält Vorlesungen

1529 Nürnberg; Schriften über Syphilis und Astrologie

1530 – Paragranum
Die 4 Säulen der Medizin

1531 – Opus Paramirum

Tartarus-Lehre „Stein-Lehre“
Frauen und ihre Krankheiten
Unsichtbare Krankheiten und ihre Ursachen

1536 – Große Wundartzney

1537 – Astronomia magna

1540 – Sermones

Der Arzt ist ein Knecht der Natur und Gott ist der Herr der Natur.

Seine Medizin basiert auf einer neuen Form der Natur- und Gotteserkenntnis. Er entwickelt eine Lehre über Krankheitsursachen (Entien). Seine Heilerfolge waren legendär – was ihm viele Gegner einbrachte.

 Das Gestirn wird durch das Gestirn geheilt.

Er befasste sich mit der Metamorphose von Materie, mit der Pharmakologie, forschte über die Heilkraft verschiedener Pflanzen und Kräuter, erarbeitete die Signaturenlehre und legte den Grundstein für die Spagyrik.

Wie das Universum, so der Mensch.

Paracelsus war ein ausgezeichneter Chemiker. Für ihn ist der Körper ein chemisches System und besteht aus den Urstoffen (Tria principia)

Schwefel (Sulfur) = Seele
Quecksilber (Mercurius) = Geist
Salz (Sal) = Körper

Ihr müsst lernen im Licht der Natur zu lesen.

Obwohl einige seine Thesen heute überholt sind, hatten seine Forschung und seine Lehren Einfluss bis ins zwanzigste Jahrhundert. Er gilt als Begründer der modernen Medizin und Vater der Chirurgie.

Der höchste Grad der Arznei ist die Liebe.


Buchtipp:

Udo Benzenhöfer • Paracelsus • rororo Monographien • ISBN 3-499-50595-9


Paracelsus im Netz: NHV Theophrastus

Hippokrates von Kos

460 bis 370 v. Chr.

Vater der europäischen Heilkunde

Er gilt als der berühmteste Arzt des Altertums und wurde schon zu Lebzeiten hoch verehrt. Er gründete eine eigene Schule, in der er seine Vorstellung von Medizin lehrte.

Zuerst das Wort
dann die Pflanze
zuletzt das Messer.

Das Corpus Hippocraticum besteht aus mindestens 61 Schriften. Sie handeln unter anderem von einem Bestreben um eine Medizin, die auf der vernunftgemäßen Naturbeobachtung basiert. Hippokrates gilt daher als Begründer der Medizin als Wissenschaft.

Medicus curat, natura sanat.
Der Arzt behandelt, die Natur heilt.

Hippokrates forderte vom Arzt körperliche und geistige Hygiene, persönliche Integrität, Vorsicht, Empathie und analytisches Denken. Die hippokratische Lehre, ein Arzt habe sich auf sorgfältige Beobachtung, Befragung und Untersuchung zu stützen und seine Diagnose und Therapie systematisch zu erarbeiten, mutet recht aktuell an (vgl. evidenzbasierte Medizin). Die Bedeutung der Anamnese (Vorgeschichte), der Lebensumstände und der seelischen Situation des Patienten wird von der modernen Medizin uneingeschränkt anerkannt.

Krankheiten überfallen den Menschen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sondern sind die Folgen fortgesetzter Fehler wider die Natur.

Foto: Hippokrates Porträt im Apothekenmuseum in Cluj-Napoca, Rumänien