Buchtipp – Aromapflege von Eliane Zimmerman

Als neugieriger Neuling im Gebiet der Aromatherapie habe ich mir einige Bücher aus der Stadtbücherei ausgeliehen, um mich unabhängig von Firmen/Anbietern schlau zu machen. 

Dieses liebevoll gestaltete Buch von Eliane Zimmermann möchte ich Ihnen aus mehreren Gründen empfehlen. 

  • Thema des Buches ist die Anwendung von Ätherischen Ölen im pflegerischen Bereich. Es dient vor allem als Hilfestellung für Menschen, die ihre Angehörigen pflegen und diesen etwas Gutes tun wollen. Aber natürlich spricht nichts dagegen sich auch selbst etwas Gutes zu tun, denn Pflege kann sehr belastend sein. 
  • Der erste Teil des Buches heißt daher auch sehr passend „Aromapflege ist Lebensqualität“. In diesem Kapitel wird ausführlich erklärt, wie man die verschiedenen Anwendungen selbst herstellen kann. 
  • Der umfassende zweite Teil des Buches beschreibt die wichtigsten Ätherischen Öle nach Wirkgruppen. Das ist eine sehr sinnvolle Einteilung, da man hier bei Bedarf zwischen verschiedenen Pflanzen wechseln kann, wenn jemandem ein Duft nicht so gut gefällt. 

Was mir allerdings fehlt, sind Quellenangaben zu den wissenschaftlichen Nachweisen der Wirkungen. (Aber das ist so eine Marotte von mir…)


Eliane Zimmermann • Trias Verlag • ISBN 978-3-432-10131-6


PS: Eliane Zimmermann hat übrigens eine sehr informative HOMEPAGE.

PPS: Ich habe meine Öle jetzt nach diesen Wirkgruppen in der Aufbewahrung geordnet.  😉

Hamamelis

Hamamelis virginia

andere Namen: Hexenhasel, Zauberhasel

Familie: Zaubernussgewächs – Hamamelidaceae

Botanik: aus Nordamerika, baumartiger Strauch bis 6 m Höhe

Droge: Blätter, Rinde, Wurzel

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, ätherische Öle, Flavonoide, organische Säuren, Fette + Wachse u.a.

Wirkung:
adstringierend, entzündungshemmend, gefäßverengend, sekretionsmindernd, gerinnungshemmend, antimikrobiell, antiviral, antimykotisch, venentonisierend, Beschleunigung der Blutgerinnung, juckreizlindernd, stark antioxidativ, verzögert Hautalterung, schützt vor UV Licht, heilt OP-Narben, stark wie schwaches Kortisonpräparat

Anwendung: 
innerlich und äußerlich
als Tee, Tinktur, Tropfen oder Salbe

  • bei lokalen Entzündungen der Haut und Schleimhäute
  • Wunden, Verbrennungen, Hämorrhoiden, Blutergüssen, Quetschungen
  • Krampfaderbeschwerden
  • bei starken Blutungen und Schmerzen während der Menstruation
  • als Tee bei Durchfällen

Allergien bei äußerlicher Anwendung sind möglich!

Indianische Medizin

Es gibt ein spezielles Heilmittel, das gegen alles Üble hilft. Wenn jemand krank ist oder sich schlecht fühlt, ohne den Grund zu kennen, dann sollte er diese Medizin (Hamamelis) benutzen.

Albert Jones, Irokese


Literaturtipps

Beide Bücher habe ich antiquarisch erstanden. Sie enthalten viele Anwendungsbeispiele und Rezepte.

Möhring, Augustin • Natürlich gesund mit Hamamelis
Midena • ISBN 3-310-00577-1

Bettschart, Kofler, Saller • Hamamelis
Haug • ISBN 3-7760-1761-9

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Fotos gefallen.
Unter Angabe der Quelle dürfen sie gerne verwendet werden.

Salbei

Salvia officinalis

Edelsalbei, Königssalbei, Kreuzsalbei, Dalmatiner Salbei, Fischsalbei, Rauchsalbei, Scharlachkraut, Tugendsalbe, Garten-Salbei, Müsliblätter, Muskatellerkraut

Botanik

Familie:   Lamiaceae/Lippenblütler

Herkunft: gesamter mediterraner Raum, bes. Spanien, Südfrankreich, südliche Balkanhalbinsel, sonnige, trockene Böden
Vermehrung durch Stockteilung
Blüte: Mai bis Juni
Es gibt viele Unterarten und Kulturformen – nicht alle eignen sich für therapeutische Zwecke.

Spanischer Salbei / Salvia lavandufolia
Muskatellersalbei / Salvia sclares

Heilpflanze des Jahres 2003

Droge

die getrockneten Blätter des Salvia officinalis und das daraus gewonnene Öl
Geruch: typisch
Geschmack: würzig, herb, schwach bitter, adstringierend

Die Arzneipflanze wird bei uns kultiviert; 20-60 cm hoher Halbstrauch; Sammelzeit: kurz vor der Blüte.

Wichtig – der bei uns wildwachsende Wiesensalbei (Salvia pratensis) wird für arzneiliche Zwecke nicht verwendet, weil der Gehalt an ätherischem Öl zu gering ist!

Inhaltsstoffe

ätherisches Öl (Thujon), Hydroxyzimtsäurederivate (Rosmarinsäure, Chlorogensäure, Cryptochlorogensäure, Kaffeesäure), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoidglykoside (Apigenin, Luteolin, Kämpferol), Diterpene (Carnosolsäure), Triterpene, Spurenelement (überdurchschnittlich viel Eisen, Magnesium, Zink)

Spanischer Salbei (Salvia lavandulifolia) enthält kein Thujon.

salvare = heilen

Wirkung

  • desinfizierend, antibakteriell, antiviral, pilzhemmend
  • adstringierend
  • antihypertensiv / Blutdruck senkend
  • schweißhemmend und -treibend
  • spasmolytisch/krampflösend
  • menstruationsfördernd, hemmt Milchsekretion
  • antioxidativ
  • appetitanregend, verdauungsfördernd, choleretisch
  • leicht Blutzucker senkend
  • Krampf lösend

Wer auf Salbei baut – den Tod kaum schaut!

Anwendung

aroma

Küchengewürz, Aroma für Getränke, für Kosmetika

phytotherapie
  • als Tee/innerlich bei: 
    Atemwegserkrankungen, Bronchitis, Husten,
    Verdauungsstörungen, Blähungen, desinfizierend im Verdauungstrakt, bei leichten Durchfällen
  • zum gurgeln bei Halsschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • zum Abstillen
  • zur Förderung der Gedächtnisleistung insbesonders bei Alzheimer Patienten – in klinischen Studien nachgewiesen
  • äußerlich bei: Hauterkrankungen, übermäßige Schweißbildung
  • Presssaft bei: Atherosklerose, Blasenentzündung, Bluthochdruck, Darmträgheit, Hautkrankheiten, Husten, Leberstörungen, Verschleimung
  • zur Körperpflege und zum Haare färben

Vorsicht vor Überdosierung!
Der Inhaltsstoff Thujon kann zu Magenschmerzen und Übelkeit/Erbrechen, Bluthochdruck, Herz- und Atembeschwerden führen.
Nicht während Schwangerschaft/Trächtigkeit verwenden.

bei tieren

Anwendung beim Pferd:
als leckerer und bekömmlicher Futterzusatz, für die Schweißregulation, als Hustenkraut, bei Hauterkrankungen, Sommerekzem, Satteldruck

Anwendung beim Hund:
als Honig oder Tee bei Husten, im Anti-Floh-Puder, als Zahnabreibung

aromatherapie

Förderung der Gedächtnisleistung (s.o.)

Zitat von Paracelsus:
Warum sollte der Mensch, dem Salbei im Garten wächst, sterben?

Hildegard von Bingen

Salbei ist von warmer und trockener Natur und gedeiht mehr durch die Wärme der Sonne als durch die Feuchtigkeit der Erde, und er ist nützlich gegen kranke Säfte, weil er trocken ist. 

Physica 1.63

Indianische Medizin – Indian Sage

  • eine der wichtigsten Pflanzen
  • zur rituellen Reinigung von Personen und Zeremonieplätzen
  • fördert die Inspiration und öffnet die Gedanken
  • für Meditation wird das Kraut gekaut
  • AtemwegsKH
  • Auflagen aus Blättern bei Gelenkrheumatismus
  • als Gemüse und Gewürz

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Literaturtipp

Ellen Heidböhmer • Die Heilkraft von Salbei • Herbig • ISBN 978-3-7766-2696-4

Ein kleines Buch mit vielen Anwendungsbeispielen und Rezepten!