Erkältungskrankheiten

Krankheiten der Atmungsorgane können verschiedene Ursachen haben. Im Winter sind dies meist virale oder bakterielle Infektionen, die wir dann als Erkältung bezeichnen.
Husten ist dabei ein Schutzreflex, der durch die Reizung der Schleimhäute ausgelöst wird. Er soll Fremdkörper und Schleim aus dem Atmungstrakt entfernen.
Es gibt eine große Anzahl an Heilpflanzen, die die Symptome lindern können und uns beim gesund werden unterstützen können.

Man unterscheidet:
Antitussiva (Husten dämpfend)
Muzilaginosa (lindernd durch Schleimstoffe)
Expektorantien (Husten/Auswurf fördernd)
Sekretolytika (fördern Schleimbildung an den Schleimhäuten)
Mukolytika (verflüssigen festsitzenden Schleim)

Weitere unterstützende Maßnahmen sind: Inhalationen, Einreibungen und Bäder.

  • Alant
  • Andorn
  • Anis
  • Eibisch / Weiße Malve
  • Efeu
  • Fenchel
  • Holunder / Fliederbeeren
  • Huflattich
  • Isländisch Moos
  • Kapuzinerkresse
  • Königskerze
  • Lindenblüten
  • Lungenkraut
  • Malve
  • Meerrettich
  • Primel / Schlüsselblumen
  • Seifenkraut
  • Spitzwegerich
  • Sternanis
  • Stockrose
  • Süßholz
  • Thymian
  • Veilchen

Sternanis

Illicum verum

sternförmige Früchte eines kleinen immergrünen Magnoliengewächs, ca. 8 m hoch, mit kleinen gelben Blüten, kann bis zu 100 Jahr fruchtbar bleiben; aus Südchina und Vietnam

Frucht besteht aus 6 bis 10 Kapseln mit Samenkorn

wichtig in der chinesischen Küche; im 5-Gewürze-Pulver

Inhaltsstoffe der Frucht: ätherische Öle (Anethol, Thymol, Terpineol), Mineralstoffe, Vitamine; keine ätherischen Öle in den Samen

nicht mit Anis verwandt

im 16. Jh. in England, 17. Jh. Russland, dann in Deutschland

Wirkung:
antibakteriell, antimykotisch, antioxidativ, krampflindernd, schleimlösend, verdauungsfördernd, harntreibend, leicht östrogen

Anwendung:
> TCM: Entzündungen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Schmerzen
> liefert Shikimisäure für die Herstellung eines Anti-Grippe-Mittels
> hilft gegen Müdigkeit und „trübe Gedanken“
> kauen bei schlechtem Atem
> für Kleinkinder nicht geeignet!
> Essenz zur Herstellung von Seifen und Parfums
> als Öl bei Krätze, Läusen, Bettwanzen

Gewürznelke

Syzygium aromaticum

Mytengewächs, immergrüner Baum mit leicht süßlichem Duft, blüht erst nach 8 Jahren; aus Indonesien – heute Molukken, Madagaskar, Sansibar

Droge: getrocknete Blütenknospen
Geschmack intensiv aromatisch, scharf, mit süßem Geruch

Inhaltsstoff: Eugenol > antioxidativ, antibakteriell, antimykotisch

Wirkung & Anwendung:

  • TCM: Magenverstimmung, Übelkeit, Zahnschmerzen
  • seit Altertum zum erfrischen des Atems; heute in Kaugummi und Mundwasser
  • zum haltbar machen von Lebensmitteln
  • entzündungshemmend
  • gegen Blähungen
  • äußerlich als Einreibung
  • lokal anästhesierend (bei Verletzungen und Insektenstichen, Zahnschmerzen)
  • blutzuckersenkend
  • steigert Blutzirkulation

Verwendung oft als Nelkenöl

Ingwer

Zingiber officinale

Heilpflanze des Jahres 2018

Ingwergewächs aus China bzw. Indien
wächst schilfartig bis 1m hoch, mit kriechendem Wurzelstock

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Scharfstoffe u.a.
Geschmack: erfrischend; leichte Schärfe (Gingerole) – nach längerer Lagerung verwandeln sich diese in Shoagole > Geschmack erfrischend, zitronig, holzig

Wirkung & Anwendung:

  • „der große Heiler“ im Ayurveda
  • im Kräuterbuch von John Parkinson (1640): Ingwer wärmt einen kalten Magen und fördert die Verdauung.
  • brechreizhemmend: bei Übelkeit, Reisekrankheit – nicht bei Schwangerschaftserbrechen (wehenauslösende Wirkung)!
  • zur Anregung der Verdauung (Magensaftproduktion, Darmperistaltik)
  • für Stoffwechsel und Immunsystem
  • entzündungshemmend
  • Vorsicht bei empfindlichem Magen!
  • verzögert Blutgerinnung – Wechselwirkungen mit Blutverdünnern (Marcumar etc.)
  • Zubereitungen als Ingweröl, Ingwertee, Ingwerwein, eingelegt oder kandiert
  • Schnapswurzel
  • Aromatherapie: Erschöpfung, Wetterfühligkeit, Ängstlichkeit
  • positive Monografie, ESCOP, WHO. HMPC

Geschichte:
bereits vom chinesischen Urkaiser Shennong und Konfuzius erwähnt; seit 3.000 Jahren im Anbau; lässt sich gut transportieren; wurde von den Phöniziern im Mittelmeerraum verbreitet; Dioskorides empfiehlt ihn für den Magen und gegen Vergiftungen; bereits im 9. Jh. in ganz Europa verbreitet – steht wie Pfeffer und Salz auf dem Tisch


Hildegard von Bingen

Ingwer ist sehr heiß und zerfließend, das heißt löslich und gegessen schadet er einem gesunden und beleibten Menschen, … er enthält nämlich unvermutete Hitze, die durch ihre Glut die Sinne des Menschen schwächt …

Physica 1.15

Anwendung bei: Austrocknung, Augenkrankheiten (Linsentrübung), Abführmittel bei Verstopfung, Magenbeschwerden, Ausschlag