Gänseblümchen

Bellis perennis

Maßliebchen, Tausendschön

Heilpflanze des Jahres 2017

Familie: Korbblütler – Asteraceae / Compositae        

Beschreibung:
Staude, die Einzelblüten bilden ein Körbchen, dass „Blüte“ genannt wird; Randblüten (Zungenblüten) weiß bis rosa, Röhrenblüten in der Mitte dottergelb

Vorkommen: 
Wiesen, Weiden, Rasenflächen; fast ganzjährig blühend; stellt kaum Ansprüche an den Boden     

Droge:
Blüten und Blätter, bester Sammelzeitpunkt 24. Juni (Johannistag)

Inhaltsstoffe:  
Saponine, Gerbstoffe, Schleim, Bitterstoffe, ätherische Öle

Anwendung: 
alte Heilpflanze
innerlich: im Salat oder auf Brot: bei Atemwegserkrankungen und schmerzender Periode; wirkt harntreibend und „blutreinigend“
äußerlich: zerquetscht als Umschlag bei Verstauchungen, Wunden und Hautausschlägen

Kontraindikation:
Schwangerschaft/Trächtigkeit > hat Einfluss auf die weiblichen Geschlechtsorgane

Anwendung bei Tieren:            
Pferd: Satteldruck, Wundversorgung
Hund: als Nahrungsergänzung, in Honig als Hustenmittel, als Umschlag bei entzündeter Haut    

Wissenswertes:
Blüten öffnen sich morgens, schließen sich bei Regen, trübem Wetter und am Abend; können sich etwas nach der Sonne ausrichten; Bestäubung durch Kerbtiere; Blüten ertragen bei trockener Luft bis zu -15°C ohne Schaden

Bedeutung:
Mutterliebe, christliche Tugenden: Reinheit, Anspruchslosigkeit, Bescheidenheit, ewiges Leben und Erlösung

Hopfen

Humulus lupulus

Familie: Cannabaceae/Hanfgewächse

Beschreibung:
2-häusige Schlingpflanze; angebaut werden die weiblichen (bis zu 6 m hoch); in Europa heimisch, mag feuchte Standorte, wächst wild und im Anbau

Droge:
verwendet werden die Zapfen (Fruchtstände der weiblichen Pflanzen)
Geruch: kräftig, würzig
Geschmack: leicht bitter und kratzend

Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Bitterstoffe (Humulon, Lupulon) und Harze, Flavonole (Rutin, Astragalin, Isoquercitrin, Catechine, Proanthocyanidine) u.a.

Wirkung:
beruhigend, schlaffördernd, sedativ, spasmolytisch, antibakteriell/antibiotisch, antimykotisch, verdauungsfördernd, hormonell ausgleichend

Anwendung:

  • Abkochung/Aufguss oder Extrakt der Zapfen bei Schlafstörungen, Unruhe- und Angstzuständen, zur Förderung von Schlaf und Regeneration
  • zur Anregung der Verdauung
  • als Frauenheilpflanze bei Wechseljahresbeschwerden
  • für Männer ein Anaphrodisiakum
  • zum Bier brauen (schon seit vorchristlicher Zeit)

Monografie positiv; ESCOP, HMPC

Hildegard von Bingen

Der Hopfen ist warm und trocken und enthält ein bisschen Feuchtigkeit. Und zum Gebrauch des Menschen ist er nicht sehr nützlich, weil er im Menschen die Melancholie wachsen lässt und das Gemüt des Menschen traurig macht und seine Eingeweide mit seiner Trockenheit belastet, denn wenn er die Säfte im Menschen austrocknet, macht er ihn traurig und bedrückt.
Aber in seiner Bitterkeit verhindert er bestimmt Fäulnisse von Getränken, denen er zugesetzt wird,so dass sie sich länger halten können.

Physica 1.61

Buchkritik – Die geheime Macht der Düfte

Robert Müller-Grünow: Die geheime Macht der Düfte

Der Buchtitel hat mich natürlich neugierig gemacht!
In meinem Vortrag über Pflanzeninhaltsstoffe spreche ich ja über ätherische Öle und deren Wirkung.  Da kann etwas mehr Wissen nur gut sein. 🙂

Im Buch werden viele interessante Aspekte rund um das Riechen besprochen.
Geschichten und Fakten machen es zu einer kurzweiligen Lektüre.

Was mich gestört hat, war die wiederholte Zurschaustellung seiner Firma. Das macht das Buch dann eher zu einer Biografie als zu einem Fachbuch. Schade.

Edel Verlag • ISBN 978-3-8419-0601-4

Plus 3

Die natürliche Hormontherapie  nach Dr. med. Schlünzen – der Mai Vortrag beim NHV.

Ich bin ja immer wieder überwältigt, was für ein Fachwissen Dr. Schlünzen bezüglich der Hormone hat – immerhin gibt es ca. 150 verschiedene im menschlichen Körper. Da kann natürlich schnell mal was in Schieflage geraten.

Was mir am Wichtigsten war:

  • Testosteron geht ab 40 langsam runter; wird für das Herz gebraucht
  • Östrogene fallen ab 50 steil ab
  • Alle brauchen Progesteron! Die Progesteron-Rezeptoren sind im Gehirn am häufigsten. Es wirkt krampflösend, antidepressiv und ist für den Aufbau der Myelinschicht wichtig.
  • CEE =  konjugierte Pferdeöstrogene (Pharmaka mit hormonähnlicher Wirkung) • Persönliche Anmerkung: Ich habe im Internet Videos gesehen, wie diese produziert werden. DAS GEHT GAR NICHT! Tierquälerei vom Feinsten!
  • pflanzliche Hormonlieferanten: Rotklee, Soja, Mönchspfeffer, Yamswurzel, Bockshornklee, Fenchel
  • NHET Natürliche HormonErsatzTherapie
  • Xenoöstrogene = unnatürliche Hormone (Weichmacher etc.)
  • Linus Pauling: Orthomolekulare Medizin
  • Eisen für 190 Enzyme wichtig

Link zur Homepage von Dr. Schlünzen

Brennnessel

Große Brennnessel – Urtica dioica

Familie: Urticaceae/Brennnesselgewächse

mehrjährige Pflanze

Droge: Blätter und Kraut, getrocknet oder als Frischsaft;
Geruch nur schwach, Geschmack leicht bitter

Inhaltsstoffe:
Sterole, organische Säuren, Phenylpropane/Lignane (in der Wurzel), Flavonolglykoside (Blüten), Amine (Serotonin, Cholin, Acetylcholin im Kraut), Eiweiße, Fett, Kohlenhydrate, Rohfaser, Vitamine (A, C, Thamin), Cumarine, Triterpene, Nicotin, ätherisches Öl, viel Kalium

in den Brennhaaren auch Histamin, Acetylcholin, Kalziumkarbonat (Kalk) und Silikate (kieselsaure Salze)

Wirkung:
blutdrucksenkend, analgetisch, lokalanästhetisch, antiphlogistisch, antirheumatisch, diuretisch, blutreinigend, hormonähnlich, regt Stoffwechsel und Durchblutung an

Positive Monografie

Anwendung:
Durchspülung der Harnwege, Nierengrieß, bei rheumatischen Beschwerden (innerlich und äußerlich), fördert den Milchfluss

Wurzel bei Miktionsbeschwerden bei benigner Prostatahyperplasie (Stadium I-II)

Beim Pferd: als Heu; nach Hufrehe, beim Fellwechsel, bei Ödemen und Gallen

Beim Hund: Kraut und Samen dem Futter beimischen; eine Abreibung mit Brennnessel Tee gibt ein glänzendes Fell

Kontraindikation:
Ödeme durch Herz- oder Niereninsuffiziens


Kleine Brennessel – Urtica urens

einjährig, Anwendung wie oben


Hildegard von Bingen

Die Nessel ist sehr heiß in ihrer Art und taugt wegen ihrer Rauheit in keiner Weise, roh gegessen zu werden. Aber wenn sie frisch aus der Erde kommt, ist sie nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und ihn von Schleim befreit.

Physica 1.100

Indianische Medizin

Die Brennnessel wird als universelles vorbeugendes Mittel eingesetzt. Heiler empfehlen, sie täglich in Form von Saft, Tee oder als Beilage zu Speisen zu sich zu nehmen.