Weinraute

Ruta graveolens

andere Namen: Wiesenraute, Augenraute, Edelraute, Gartenraute, Weinkraut

Rautengewächs / Rutaceae
ausdauernde Staude, stark duftend, 2 oder 3 fach gefiederte Blätter (gelb-grau-grün), Blüte Juni-August mit grüngelben Blüten
Herkunft: Süd- und Südosteuropa

GIFTIG

Droge: Blätter und Kraut

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (teilweise giftig), Gerbstoff, Furanocumarine, Alkaloide, Flavonglykosid Rutin

CAVE: Äußerlich hautreizend > Blasen, Geschwüre, Fieber • beim der Gartenarbeit unbedingt Handschuhe benutzen

Wirkung: leicht sedativ, krampflösend, diuretisch, appetitanregend

Anwendung:
• nur in geringen Mengen in Mischungen (Ätherisches Öl ist giftig); bei Schwindel, Herzklopfen, Menstruationsbeschwerden, Nervenleiden, Atemnot, Harndrang, Rheuma, Gicht, Magenprobleme, Hautausschläge, alle Arten von Verletzungen
• als Gewürz

nicht für Schwangere geeignet – erhöht die Durchblutung des Bauchraums – Gefahr des Abortes

Nebenwirkungen: Magen- und Darmbeschwerden, Anschwellen der Zunge, starker Speichelfluss, Durchfall, Nieren- und Leberschädigung; Lichtempfindlichkeit wird erhöht

Monografie: negativ

Wissenswertes:
Seit dem Altertum als Gewürz- und Heilpflanze angebaut

Stechpalme – Ilex

Ilex aquifolium

Baum des Jahres 2021

Wissenswertes

  • Blätter und Beeren giftig
  • steht unter Naturschutz, da die „Ernte“ für die Weihnachtsdekoration die Wildbestände stark dezimiert hatte
  • Heilige Druidenpflanze
  • diente schon bei den Kelten als Schmuck zur Wintersonnenwende
  • das Holz wird für feine Drechslerarbeiten verwendet

Eibe – Taxus

Giftpflanze des Jahres 2011

  • immergrün, langlebig
  • Friedhofsbaum
  • rote Beeren (Gift und Arznei)
  • Beerenmantel essbar; ist weich und schmeckt süß
  • Kernsamen giftig für Warmblüter
  • für Pferde, Esel und Kühe sind auch die Blätter giftig
  • Rehe, Wildschweine können sie fressen

Verwendung

  • zähes hartes rötliches Holz, noch grün bzw. frisch geschnitten ist es biegsam und elastisch, es härtet aus und hat trocken eine hohe Tragkraft
  • bei den Kelten für Bögen, Keulen, Dreschflegel, Zauberstäbe der Druiden, kostbare Möbelstücke
  • später für Armbrüste
  • Eibenblätterabsud als Pfeilgift
  • Medizinisches Präparat in der Krebsmedizin

Hildegard von Bingen

Die Eibe (iwenboum) ist mehr kalt als warm und auch trocken und bedeutet die Freude.
Und wenn ihr Holz am Feuer entzündet wird, schadet der Dampf oder Rauch, der davon aufsteigt, niemandem, obwohl ihre Kälte den Menschen etwas Schädliches bringt.

Wenn jemand an seiner Nase oder seiner Brust… ein Gebrechen hat mit Schnäuzen und Husten, soll er den Rauch dieses Holzes in seine Nase und seinen Mund aufnehmen und so werden sich jene schlechten Säfte leicht und sanft lösen…
Aber auch wenn jemand aus diesem Holz einen Stock herstellt und ihn in seinen Händen trägt, ist ihm das gut und nützlich für Wohlergehen und Gesundheit seines Körpers. Denn die Kräfte dieses Holzes sind so stark, dass sie dem Menschen Gesundheit bringen, und der Teufel verachtet sie deswegen, deshalb hat der Mensch auch guten Erfolg mit ihnen.

Physica 3.31

Darstellung aus dem Buch HeilkräuterZeichnungen von Peter Baumann.
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Rizinus / Wunderbaum

Ricinus communis

Familie: Euphorbiaceae
Herkunft: Ägypten
Vorkommen: nur in Kultur

Giftpflanze des Jahres 2018

Sammelgut: Samen > Verarbeitung zu Öl

Droge:
das kaltgepresste Öl, klar, dickflüssig, farblos bis leicht gelblich Geschmack mild, später kratzend

Inhaltsstoffe:

  • Samen: fettes Öl, Sterole
  • in der Schale der Samen befindet sich das giftige Eiweiß Rizin – einer der gefährlichsten Pflanzenstoffe weltweit; besteht aus A- und B-Kette > die B-Kette bindet sich an die Zelloberfläche, wird aufgenommen und hemmt dann die zentrale Zellfunktion; die Giftmenge eines Samens reicht aus, um ein Kind zu töten

Wirkung: starker Brechreiz

Anwendung: 
ungiftiges Rizinusöl (auch aus den Samen; wird zusätzlich erhitzt) als Abführmittel; nur akut und kurzfristig!
Kontraindikation: Darmverschluss

Achtung bei Tieren

Bei Überdosis: Magenreizung, Übelkeit, Erbrechen, Koliken mit heftigen Durchfällen, bei trächtigen Tieren Uteruskontraktion mit Abort; bei mehrtägiger Fütterung kumulative Wirkung (zum Beispiel durch mit Rückständen verfälschte Ölkuchen): Kolik, starker Durchfall, Schwäche, Konvulsionen, Koma, ZNS-Lähmungen, Nephritis, Lebernekrosen

Letale Dosis:
für Pferd und Gans: 0,2 g pro kg Körpergewicht
für andere Haustiere 1-2 g pro kg KG
Katze : hochgiftig

Wissenswertes 

  • 1978 Mord an bulgarischem Regimekritiker Georgij Markov an einer Londoner Bushaltestelle, wurde von einem Regenschirm gepiekst und starb 3 Tage später mit hohem Fieber, an der Einstichstelle waren 40 Mikrogramm Rizin.
  • Rizin unterliegt dem Kriegswaffenkontrollgesetz der BRD
  • Die schön gemaserten Samen werden für die Schmuckherstellung verwendet. Durch das Anbohren kann dabei das Gift freigesetzt werden und evtl. in den Körper gelangen.
Samenkapsel im Winter

Herbstzeitlose

Colchicum autumnale

Familie: Liliengewächs / Zeitlosengewächse – Colchicaceae

Giftpflanze des Jahres 2010 • Hexenpflanze

Beschreibung:
Staude, Blüte August bis November, hell bis tief rosa oder hellviolett; Blätter und Fruchtkapsel im Frühjahr, Blätter schwach fleischig, wie bei der Tulpe, umhüllen die Fruchtkapsel

Vorkommen: Feuchtwiesen; humos-sauren, sicker- oder wechselfeuchten Boden

Droge: Blüten, Samen, Knollen

Inhaltsstoffe: 
Colchizin (Zellgift > hemmt die Teilung von Körperzellen); alle Teile stark giftig!

5 Samenkörner sind für einen Menschen tödlich!

Apothekengarten Freilichtmuseum Molfsee

Wissenswertes:

Welkt nach der Bestäubung im Herbst sehr rasch. Der Fruchtknoten befindet sich tief in der Blütenröhre „Stiel“ unter der Erde. Dort bleibt er bis zum Frühjahr. Im Frühjahr drängen die Blätter mit der Fruchtkapsel an die Oberfläche. Ende Juni gibt die Kapsel ihre Samen frei. Ihre klebrigen Anhängsel heften sich an die Hufe des Viehs und werden so verbreitet. (Aichele, 1997, 56. Auflage) (Münker)

Hildegard von Bingen

Die Herbstzeitlose ist kalt und trocken, und in ihr ist weder Wohlergehen noch Gesundheit, und sie taugt keinem Menschen zum Essen, denn wenn er sie äße, würde sie in ihm ein Nachlassen der gesunden Körperfunktionen und Trockenheit bewirken. Und wenn ein Mensch sie nur in geringen Mengen und für kurze Zeit isst, wächst davon sein Fleisch nach außen, da innen die Kraft fehlt, und sein Fleisch wird später Mängel haben, so dass er oft stirbt, da sie für den Menschen eher ein Gift als gesund ist. Aber wenn das Vieh Herbstzeitlosen frisst, wird es davon nicht sterben, aber es wird doch davon langsam und verkrümmt, weil ihre Wirkung sowohl für den Menschen als auch für das Vieh abträglich ist.

Physica 1.46

Samenstand