CAVE: nach dem Fressen der Blätter kam es bei Hunden und Katzen zu Erbrechen
Mistel auf Apfelbaum im Botanischen Garten Kiel
Hildegard von Bingen: „Die Mistel auf dem Birnbaum ist für die Heilung gut geeignet.“ (Physica 3.2)
Hieronymus Bock: „Etliche halten wann man dem Vihe Mistel im Futter gebe / es soll daruon zunemmend und feißt werden.“
Wissenswertes
Gilt als Abwehrmittel gegen Blitz, Krankheit, Verhexung.
Baldur, der Sohn Odins, stirbt durch einen Speer aus einem Mistelzweig.
Bei Hippokrates empfohlen gegen die Milzsucht.
Der Jugendstil verwendet die Mistel häufig als Motiv für Schmuck und Einrichtungsgegenstände (Vasen, Lampen etc.)
In England und Frankreich beliebter Weihnachtsschmuck, der bis Neujahr hängen bleibt, um Glück zu bringen: „no mistletoe, no luck“
Diese Scheiblein genutzet verwahren den Menschen wunderlich vor dem Schlag, fallenden Sucht, Gicht und dergleichen, helffen dem Schwindel und nehmen die Blödigkeit des Hirns hinweg. Sie schärffen die Sinn und das Gedächtnis; stärken das Haupt; erquicken die Lebens Geister und seynd trefflich gut vor studirende und gelehrte Leut welche die lebhaffte Kräfften durch stätiges meditiren und mancherley Sogen gefährlich schwächen und Abbruch thun selbiges wieder auf und fernes fortzuhelffen.
weitere Arten
Riemenblume /Loranthus europaeus auf Eiche, mit gelben Beeren, am wertvollsten, wächst nur im Süden
Früchte: Gerbstoffe, Amygdalin, Säuren, hoher Vitamin C Gehalt, auch B Vitamine
Wirkung: blutreinigend, stärkend
Verwendung als Lebensmittel: Die matschigen, bläulichen Pfläumchen, die erst im Spätherbst, nach dem Frost genießbar sind, werden zu Mus gekocht und aufs Brot gestrichen. Sie können auch zu einem Schlehenwein vergoren werden.
Hildegard von Bingen
Schlehen sind mehr warm als kalt und sind auch trocken und gleichen der Vermessenheit. … und bereite so einen Lautertrank. … denn dieser Trank ist besser als Gold. Schlehen haben nämlich eine saure und scharfe Hitze, und sie werden deshalb zu Asche gemacht … Leg auch die Früchte, also die Schlehen, in Honig ein und iss sie oft so, und die Gicht in dir wird … nachlassen. … Denn wenn dieses Frucht im Feuer gebraten oder in Wasser gekocht wird, wird ihr Saft umso besser von schädlichem Schleim gereinigt und er wird der Gesundheit umso zuträglicher sein. Wenn man die Kerne isst, schadet es nicht, wenn man die Kerne nicht mitisst, schadet es auch nicht.
Physica 3.53
Anwendung: Gicht mit Verstandesverlust oder Gliederlahmheit, Magenerkrankungen, Parasiten
Wissenswertes
Baum des Kampfes
sehr hartes Holz > für Waffen
Polaritäten: dunkles dorniges Holz mit weißen Blüten > Ausgleich
Die drei Blätter sind im Christentum Symbol der Dreifaltigkeit; bei den Kelten Pflanze der Göttin; Vierblättriger Klee ist ein Glückssymbol; Klee schützt vor Hexerei; das Kleeblatt ist das Attribut des Hl. Patrick von Irland.
Kleekrankheit der Schafe > Unfruchtbarkeit von Tieren, die Klee fressen! Manche Kleesorten enthalten so viel Östrogen, dass Wiederkäuer, die zu viel davon fressen, Fehlgeburten erleiden.
Wirkung: antiviral, antimykotisch; Genistein verhindert Angiogenese (Neubildung von Blutgefäßen für den Tumor > wird ausgehungert)
Anwendung:
bei Schleimhautentzündungen verschiedenster Art
bei Durchfall – als Tee auch bei Hunden
Umschläge zur Wundbehandlung und bei Ekzemen
Wechseljahresbeschwerden, Menstruationskrämpfe
Hausmittel: Tee, mit Honig gesüßt, zur Rekonvaleszens, gegen (Keuch-)Husten und Leberleiden, zur Blutreinigung (2-3 Tassen täglich über 4-6 Wochen), bei chronische Hautkrankheiten (Ekzeme, Schuppenflechte)
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, ätherische Öle; wirkt ähnlich wie Rotklee Anwendung: in der Volksmedizin gegen Rheuma und Gicht, Drüsenschwellungen, Frauenleiden; die Blütenköpfe eignen sich als Zusatzfutter für Hunde
Hasenklee – Trifolium arvense
Hasenfuß, Hasenpfötlein, Katzenklee, Mäuseklee
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Harz, Gerbstoffe Anwendung in der Volksheilkunde bei Gicht und Diarrhoe
Hildegard von Bingen
Klee ist mehr warm als kalt und er ist auch trocken und ist nützlich als Viehfutter. Zur Arznei taugt er jedoch nicht viel, außer gegen die Verdunkelung der Augen.
andere Namen: Frühlings-Adonisröschen, Feuerröschen, Teufelsauge, Blutauge, falsche/böhmische Nieswurz
Hahnenfußgewächse – Ranunculaceae
GIFTIG • steht unter strengem Naturschutz
Botanik: ausdauernd, 15-30 cm hoch, kräftiger Wurzelstock, gefiederte Blätter, gelbe Blüten April bis Mai; Steppenheiden Südosteuropas > Mitteleuropa > Thüringen
Droge: das blühende Kraut ohne die Wurzeln > Adoniskraut; geruchslos; aromatisch, bitterer Geschmack; teilweise Bestandteile von Tees oder galenischen Produkten, Tagesdosis 0,6 g
Inhaltsstoffe: herzwirksame Glykoside vom Cardenolidtyp (digitalisähnlich, leiten sich alle von 5 Aglyka ab) Adonidosid, Adonivernosid, Cymarin, Adonitoxin; Flavonoide, Adonit, Cholin, Zuckerkomponenten (Glucose, Desoxyzucker, Xylose); Flavonol-C-Glykosyl Adonivernith
Wirkung: positiv inotrop, venentonisierend; vermehrte diastolische Füllung, zentral beruhigend, Regulierung der Reizleitung, Diuretikum, Wurzel stark abführend
Anwendung der Fertigprodukte
bei Herz- und Kreislaufbeschwerden, leichte bis mittlere Herzmuskelschwäche, Herzjagen bei Hyperthyreose, nervöse Herzbeschwerden
positive Monografie
kumulieren nicht und können daher über längeren Zeitraum gegeben werden
in der Volksheilkunde zum Austreiben von Blasen- und Nierensteinen, Wassersucht, Fieber, Menstruationsstörungen
Nebenwirkungen:
bei Überdosis nervöse Erregung, Magen- und Darmstörungen, Übelkeit, Erbrechen, keine tödlichen Vergiftungen!
CAVE: haut- und schleimhauttoxisch, getrübtes Sensorium
beim Pferd 10% im Heu TOXISCH
Wissenswertes
Ovids Metamorphosen (röm. Mythus): Adonis ist der schöne Sohn des Königs von Kypros, Liebling der Venus; wird auf der Jagd von einem Eber getötet, den Mars geschickt hat; Venus verwandelt ihn in eine blutrote Blume