Esskastanie

Edelkastanie, Echte Kastanie

Castanea sativa

Baum des Jahres 2018

Familie: Buchengewächse; Gattung: Kastanien

Früchte: Maronen

Die Ess-Kastanie ist in Deutschland nicht heimisch, gedeiht jedoch auf warmen Standorten. Häufig findet man sie als Park- und Gartengewächs.
Das Wurzelsystem ist kräftig ausgeprägt, sie bildet eine Pfahlwurzel, die jedoch nicht sehr tief reicht. Junge Ess-Kastanien weisen eine glatte, gräuliche Rinde auf die im Alter tief zerfurcht und borkig wird. Die knapp 20 Zentimeter langen Blätter sind elliptisch geformt und mit einem feinen Stachelkranz bewehrt.
Obwohl der Name es zunächst nahelegt, haben Ess- und Rosskastanie wenig gemein: Während die Ess-Kastanie eng mit Buchen und Eichen verwandt ist, gehört die Rosskastanie zu den Seifenbaumgewächsen.
Die fälschlich vermutete Verwandtschaft begründet sich wohl darin, dass beide Arten im Herbst zunächst von stacheligen Kugeln umhüllte, mahagonibraune Früchte hervorbringen.

Quelle: Info-PDF zur Verfügung gestellt von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung

Pflanzen des Jahres 2022

Arzneipflanze: Mönchspfeffer – Vitex agnus-castus

ausgewählt vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde der Universität Würzburg

Heilpflanze: Brennnessel – Urtica

ausgewählt vom Naturheilverein Theophrastus

Blume: Vierblättrige Einbeere – Paris quadrifolia

ausgewählt von der Loki-Schmidt-Stiftung

Baum: Rotbuche – Fagus sylvatica

ausgewählt von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung

Giftpflanze: Kartoffel – Solanum tuberosum

ausgewählt vom Botanischen Sondergarten Hamburg Wandsbek

Februar

Hildegard von Bingen

Liber Divinorum Operum • 1.Teil, 4.Vision

Der zweite Monat ist seinem Wesen nach reinigend und wird in den Augen versinnbildet. Denn wenn die Augen wässrig, unrein und krank sind, reinigen sie sich bisweilen selbst.

So ist auch die Seele im Menschen wie Saft im Baum. Dann wie durch den Saft alle Früchte des Baumes wachsen, so werden auch durch die Seele alle Werke des Menschen in die Tat umgesetzt. 

Wenn dann die Adern und das Mark des Menschen reif sind, beginnt er nach dem Verlangen des Fleisches zu handeln. Wenn er das getan hat, seufzt er oft auf, gezwungen vom geistigen Wesen seiner Seele. …

Januar

Hildegard von Bingen

Liber Divinorum Operum • 1.Teil, 4.Vision

Der erste Monat, in dem die Sonne wieder steigt, ist kalt und feucht. Er ist voller Widerspruch und schwitzt Wasser aus, das sich in das Weiß des Schnees verwandelt hat.
Daher werden seine Eigenschaften mit dem Gehirn verglichen. Auch es ist kalt und feucht und reinigt sich, indem es wertlose Flüssigkeit durch Ohren und Nase ausscheidet.

So wirkt auch die Seele mit Freude in der Kindheit des Menschen, die weder Arglist noch fleischliches Begehren kennt und die Seele nicht antreibt, gegen ihre Natur zu wirken. Die Seele ist in der Kindheit, die ihrem eigenen Sehnen nach einfach und unschuldig ist, stark und mächtig.
Später aber, wenn sie die Freude über die kindliche Unschuld entbehrt, wird sie in große Traurigkeit gestürzt, wie ein Fremdling, der aus seiner Heimat vertrieben ist.
Denn die Körpersäfte im Menschen nehmen jetzt zu, er selbst wird von der Fleischeslust befleckt, liebt die Leichtfertigkeit und damit die Gottvergessenheit und findet Freude und Lust an der Tischgesellschaft der Sünder.

Wie nämlich die Sonne sich im ersten Monat wieder erhebt, so ist die Seele im frühen Lebensalter weder gebunden noch verfinstert durch die Lust und Auswirkung der Sünden.
Durch sie wandelt der Mensch mit dem widersprüchlichen Verhalten seiner Unbeständigkeit in die Verhärtung von Niedertracht und Eitelkeit, da ihm die Heiligkeit des rechten Handelns fehlt.
Aber wenn dieser Mensch durch die Belehrungen und Ermahnungen des Heiligen Geistes Tränen vergießt, wird er mit dem süßen Duft des guten Rufes vom Gestank seiner Sünden gereinigt, weil er Unkenntnis und Widerwillen gegen gute Werke meidet.