Stechapfel

Datura stramonium

andere Namen:
Asthmakraut, Schlafkraut, Donnerkugel, Teufelsapfel, Zigeunerapfel

Familie: Nachtschattengewächs / Solanaceae

Heimat: Mexiko und Nordamerika, seit  ca. 16. Jh. in Europa

giftig > Erregung und Lähmungserscheinungen!

Beschreibung: einjährig, schnellwüchsig, trompetenförmige Blüten (Juni bis Oktober), Pfahlwurzel

Sammelgut: Blätter, Samen

Inhaltsstoffe: Alkaloide > Hyoscyamin, Atropin, Skopolamin …

Anwendung:

  • Räucherpulver
  • Asthmazigaretten
  • als Fertigarznei bei vielen Tremorarten, z. B. Paralysis agitans (Weiss, 2017)
  • früher Bestandteil von Zaubersalben

getrocknete Stechapfel-Pflanze in der Apotheke des Freilichtmuseum Molfsee

Ackergauchheil

Anagallis arvensis

andere Namen: Nebelpflanze, Roter Gauchheil, Weinbergstern, Wetterkraut

giftig

Familie:     Primelgewächse/Primulaceae

Droge:         das Kraut ohne Wurzel

Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und eine Substanz, die gegen Pilze wirksam sein soll

Anwendung in der Volksmedizin bei Wunden

Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenschädigung, Hautausschläge (Allergie gegen Primeln)

Geschichte:     bei Dioskurides und Plinius erwähnt


Leonhart Fuchs

Gauchheil wirkt schmerzstillend, säubert übergelegt die Wunden, aus denen er Dorn und Spreißen herauszieht. Der Saft reinigt das Haupt von zähem Nasenschleim, lindert auch das Zahnweh. Mit Honig gemengt, macht der Saft die trüben Augen klar, mit Wein getrunken ist er gut gegen Natternbiss, gegen bresthafte Leber und Nieren.

New Kreuterbuch, Basel 1543

Frühjahrskur

meine Notizen für den Gesprächskreis Gesundheit

Stoffwechsel/Metabolismus, ist die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge im Körper.
Nahrungsaufnahme – Verdauung – Resorption – Blutkreislauf – Leber – Pischinger Raum / Bindegewebe – Zelle – Stoffwechsel (Umbau) – Ausscheidung von Resten/Müll/Schlacken aus der Zell raus – venöser Blutkreislauf – weiter über Darm/Leber, Niere, Lunge, Haut
Soll in Homöstase / Gleichgewicht durch Selbstregulation sein
Reaktionsstarre > chron. Erkrankungen

Was versteht man unter einer Frühjahrskur?

Natürliche Regulation anregen, über 4 – 6 Wochen

Wie wirkt sie?

Ausleitungsverfahren – möglich sind:
Hautausschlag, stinkender Urin, stinkende Stühle, starker Schweiß, Mundgeruch, Erbrechen (unverdünnter Löwenzahnsaft)
Gelenks- und Knochenschmerzen (bei Birke)

Welche Pflanzen nehme ich dafür?

Leberpflanzen
Mariendistel (Zellreparatur, 3-6 Monate)
Artischocke (bei Fettverdauungsproblemen, Bitterstoffe)
Benediktenkraut
Löwenzahn (Bitterstoffe, Mineralstoffe)
Schafgarbe, Wegwarte, Pfefferminze (Leberschwäche)
Enziangewächse: Tausendgüldenkraut, Enzian
Artemisia-Arten: Wermut, Beifuss, Eberraute

Nierenpflanzen
Echte Goldrute (bei Erkrankungen der Niere)
Birke (bis 5x mehr Harn – viel trinken!)
Brennnessel (Rheumapflanze, Mineralien (Kalium) und Spurenelemente, entzündungshemmend; bei Prostataleiden die Wurzel)
Dornige Hauhechel (bei Allergie auf Birke)

Lymphe / Bindegewebe
Ringelblume (Cumarine fördern Lymphabfluss)
Stinkender Storchschnabel/Ruprechtskraut
Zinnkraut/Ackerschachtelhalm (Kieselsäure, „pflanzliche Heilerde“, entwässernd, baut Nierengries ab, stärkt Immunsystem)

Diaphoretika / Schweiß
Holunder, Linde, Salbei

K U R E N

Hauser-Kur Stoffwechsel
Löwenzahn, Artischocke, Schwarzrettich (Säure-Base), Brennnessel

Hauser-Kur Ausleitung
Zinnkraut, Bärlauch (fördert Durchblutung), Brunnenkresse (desinfizierend in Bronchien und Harnwegen), Ingwer (MDT)

Pumpe-Kur
Löwenzahn, Brennnessel, Zinnkraut, Birke

Kontraindikationen:
Ödeme durch Herz- oder Nierenschwäche

Was kann/muss ich sonst noch tun?

Viel trinken – sonst Kopfweh!

3-Wurzel-Tee (Leber-Galle-Milz): Wurzeln von Löwenzahn, Wegwarte, Klette

Verzichten auf:
Zucker (bei Pilzen im Darm muss weiter Zucker gegessen werden, da die Pilze sonst ins Blut wandern)
Fleisch/Fett, Getreide, Fertigprodukte, Alkohol
Milch (Milchprodukte sind okay)

Feuchtwarme Leberwickel mit Schafgarbe

Bei Sodbrennen: Kartoffelsaft (Schoenenberger)

Trockenbürsten (von körperfern nach körpernah) = Lymphfluss anregen

Heidelberger’s 7 Kräuter

Heilerde zur Bindung der Schadstoffe (Luvos, Bolus alba)

wenn es durch die „Schlacken“ zu Verstopfung (Pfortaderbelastung) kommt: Senna, Faulbaum, Früchtewürfel

Mariendistel

Silybum marianum / Carduus marianus

Familie: Asteraceae/Korbblütler

Beschreibung: grün-weiße Blätter, kräftige Dornen, Pfahlwurzel

Herkunft: aus dem Mittelmeergebiet

Droge: die reifen Früchte (vom Pappus befreit); aus Anbau in Afrika, Amerika, China

Nahezu geruchslos
Geschmack: Schale bitter, Samen ölig

Inhaltsstoffe:
Flavonolignane (Silymarin), Flavonoide
• in der Frucht: Eiweiß, fettes Öl (Linolsäure, Ölsäure, Palmitinsäure)
• im Blatt: Flavonoide, Fumarsäuren, Polyacetylene (auch in der Wurzel)

Wirkung von Silymarin:
• wirkt gegen Leberschädigung > Veränderung der Zellmembran-Struktur der Leberzellen > Gifte können nicht eindringen
• stimuliert die Aktivität der nukleolären Polymerase 1 > Neubildung von Leberzellen > Regeneration der Leber
• steigert Durchblutung der Pfortader

Anwendung:
• dyspeptische Beschwerden
• chronische Leberkrankheiten (bis zu Zirrhose)
• toxische Leberschäden
• Antidot zum Knollenblätterpilz
• Förderung des Gallenfluss

Monografie positiv

Wichtig: Eine Zubereitung als Tee ist nicht geeignet, da Silymarin wenig wasserlöslich ist!

Bilsenkraut

Hyoscyamus niger

Nachtschattengewächs / Solanaceae
andere Namen: Apollonienkraut, Becherkraut, Rasewurzel, Schlafkraut,

sehr giftig — geschützt

Droge:   Blätter, Samen

Inhaltsstoffe:
Alkaloide mit psychedelischer Wirkung (Atropin, Hyoscyamin, Scopolamin) 

Wirkung:      

  • wirkt auf Großhirnrinde > Krankheiten der oberen Luftwege, Bronchien, Harnblase
  • der eingeatmete Rauch brennender Samen führt zu Erregungszuständen

Anwendung: 

  • Spasmen im Magen-Darm-Trakt
  • Bilsenkrautöl zum Einreiben bei rheumatischen Schmerzen

Volksheilkunde:
Salbe für Geschwüre; Saft aus grünen Samen in die Ohren

Monografie:  positiv

Nebenwirkungen:
Erbrechen, Schwindel, Krämpfe bis hin zum Tod