Pfaffenhütchen

Euonymus europaea

Spindelstrauch

alle Pflanzenteile giftig

Das Pulver der getrockneten Früchte tötet Insekten.
Tiere sind besonders durch das Fressen von Zweigen und Zweigspitzen gefährdet.

Symptome – oft erst nach 12-18 Std:
Übelkeit, Krämpfe, Schock, Temperaturanstieg, blutiger Durchfall mit Kolik, Leber- und Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Lähmungen der Kaumuskulatur, Krämpfe, Tod in Bewußtlosigkeit

PFERD:
alle Teile hochgiftig > Koliken, blutiger Durchfall, dunkler Urin, Kreislaufversagen, Niederstürzen, TOD kann nach wenigen Stunden eintreten

Tollkirsche

Atropa belladonna

Nachtschattengewächs / Solanaceae

tödlich giftig

Inhaltsstoffe:
Atropin, Hyoscyamin, Skopolamin und andere Alkaloide
Anwendung:
Positive Monografie bei krampfartigen Schmerzen; Fertigpräparate; Apothekenpflichtig!

Vergiftungserscheinungen:
„Heiß wie ein Vulkan, blind wie ein Maulwurf, trocken wie ein Knochen, rot wie eine Tomate und verrückt wie der Hutmacher bei Alice im Wunderland.“

Hildegard von Bingen

Die Tollkirsche hat in sich Kälte und Hitze, aber in der Weise, dass sie in dieser Kälte den Überdruss und die Lähmung der Unvollkommenheit enthält, und auf der Erde und an dem Ort, wo sie wächst, besitzt die teuflische Einflüsterung gewissermaßen Anteil und Gemeinschaft für ihre Kunst. Sie ist auch für den Menschen gefährlich zu essen und zu trinken, weil sie sein Bewusstsein erschüttert, als ob er tot sein.

Physica 1.52

Eisenhut / Sturmhut

Aconitum napellus

andere Namen: Giftkraut, Fuchswurz
Hahnenfußgewächs

GIFTIG • geschützt

Droge: die Knolle

Die Inhaltsstoffe wirken auf das gesamte Nervensystem. Daher wurde die Pflanze bei allen Arten von Schmerzen eingesetzt.
Die Monografie ist negativ, denn es treten schon bei therapeutischen Dosen Nebenwirkungen auf.

Vergiftungserscheinungen:
Brennen im Mund, Kribbeln am ganzen Körper, Frösteln mit Kältegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Speichelfluss; die Gliedmaßen sterben ab, die Atmung wird flach und verlangsamt; Kollaps, oft nach 30 Minuten schon Tod

Fingerhut

Digitalis purpurea

GIFTIG – geschützt

Familie: Braunwurzgewächs – Scrophulariaceae
Beschreibung: 40-150 cm, zweijährig;
purpurrote (selten rosa oder weiße) Blüten
Vorkommen:  Kahlschläge, Wegränder; basenarmer, stickstoffsalzhaltiger Boden

Inhaltsstoffe: herzwirksame Glykoside
Droge ist apothekenpflichtig (Kraut und Tinktur)

ACHTUNG: auch das getrocknete Kraut ist noch giftig!
letale/tödliche Dosis
Hund: 5 g getrocknete Blätter
Pferd: 100-200 g frische bzw. 25 g trockene Blätter

wird von Hummeln bestäubt

Maiglöckchen

Convallaria majalis

Maiblümchen, Maienlilie, Marienglöckchen, Lily of the valley

GIFTIG • geschützt

Beschreibung:
mehrjährige Staude, 10-25 cm, mehrjährige Staude, intensiver Duft, Blütezeit Mai bis Juni; blutrote Beeren mit blauen Samen;
Vorkommen: lichte Laubwälder, kalkreiche Böden, locker-warme Böden, bestandsbildend

Verwendung:
Die Pflanze enthält mehr als 30 herzwirksame Glykoside. Früher verwendete man das Kraut als Herzstärkungsmittel. Auf Grund der Vergiftungsgefahr ist dies heute nicht mehr üblich.
Maiglöckchen werden von Pharmafirmen in standardisierten Galenika verarbeitet. Dies bedeutet für den Patienten mehr Sicherheit.

Die Blätter können mit Bärlauch verwechselt werden.
Der Duft ist entscheidend!

Vergiftungserscheinungen:
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Harndrang, Puls fällt ab > Tod durch Kollaps möglich;
CAVE junge Blätter sehr giftig, rote Beeren wenig giftig;
Vergiftungen bei Waldmast, auch Geflügel gefährdet

Bitte keine Selbstversuche!

Adam Lonitzer (16.Jh)
„Maienblumen sind kalt und feucht im zweiten Grad. Die Blüten wirken stärker als das Kraut. Diese Blüten beize vier Wochen lang in Wein, dann seihe den Wein ab, destilliere ihn fünfmal durch einen Alembic. Dieser destillierte Wein ist besser als Gold. Wer diesen Wein mit sechs Pfefferkörnern und ein wenig Lavendelwasser einnimmt, der muss sich in diesem Monat nicht vor einem Schlaganfall fürchten.“


Hildegard von Bingen

Das Maiglöckchen (meyglana) ist kalt. Und es hat diese Kälte, die die Erde enthält, wenn sie die Blumen zu Früchten reifen lässt.
Und wenn an einem Menschen Skrofeln wachsen oder Ausschlag oder irgendein Geschwür, in dem Gift ist der soll oft Maiglöckchen nüchtern essen, und sie werden verschwinden, weil dessen dauerhafte und feste Kälte die schwankende Kälte, die mit Wärme vermischt ist, unterdrückt.

Physica 1.160