Die Ess-Kastanie ist in Deutschland nicht heimisch, gedeiht jedoch auf warmen Standorten. Häufig findet man sie als Park- und Gartengewächs. Das Wurzelsystem ist kräftig ausgeprägt, sie bildet eine Pfahlwurzel, die jedoch nicht sehr tief reicht. Junge Ess-Kastanien weisen eine glatte, gräuliche Rinde auf die im Alter tief zerfurcht und borkig wird. Die knapp 20 Zentimeter langen Blätter sind elliptisch geformt und mit einem feinen Stachelkranz bewehrt. Obwohl der Name es zunächst nahelegt, haben Ess- und Rosskastanie wenig gemein: Während die Ess-Kastanie eng mit Buchen und Eichen verwandt ist, gehört die Rosskastanie zu den Seifenbaumgewächsen. Die fälschlich vermutete Verwandtschaft begründet sich wohl darin, dass beide Arten im Herbst zunächst von stacheligen Kugeln umhüllte, mahagonibraune Früchte hervorbringen.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Saponine, Betulin (färbt die Rinde weiß), ätherisches Öl, Gerbstoffe, Ascorbinsäure Im Saft: Zucker, Öl, Vitamin C
Kaltenhofer Moor
Wirkung
Blätter: harntreibend ohne nierenreizend zu sein, blutreinigend
Borke: antientzündliches, antibakterielles Wirkspektrum, fördert Hautregeneration und Wundheilung
Anwendung
Tee aus Blättern zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege (Blasenentzündung), bei Nierengrieß und Nierensteinen
rheumatischen Beschwerden und Gicht
Durchfall
Frühjahrsmüdigkeit
Hautprobleme, Flechten, Ekzeme, Haarausfall, Schuppen (innerlich und äußerlich)
Birkenteer äußerlich bei Ekzem, Hautpilzerkrankung, haarwuchsfördernd
Birkensaft aus angebohrten Stämmen wird für Haarwasser verwendet.
Die Blätter/Äste für Pferde als schmackhafte, gesunde, längerfristige Kräuterzugabe.
Monografie: positiv, ESCOP, HMPC
Darreichungsformen:
Blätter innerlich als Teeaufguss oder Presssaft
Birkenteer
Pix Betulae – dicke schwarzbraune Flüssigkeit, trockenes Destillat von Birkenholz Zweigen; für den äußerlichen Gebrauch bei Hauterkrankungen von Tieren
Wissenswertes
Pionierpflanze – wächst auch unter extremen Bedingungen
Holz hart und fest, aber leicht zu bearbeiten.
Gutes Brennholz: brennt sogar, wenn es feucht ist; brennt mit sehr heller Flamme.
Rinde ist luftgepolstert und wasserdicht.
Auf Birken wächst der Zunderschwamm.
1. Februar ist das Fest der Birkengöttin – Imbolc – ein Fest der Reinigung und des Neubeginns
Birkenrinde riecht nach Leder und wurde in der Parfumherstellung verwendet – für eine „männliche“ Note. Wegen der enthaltenen Phenole ist die Verwendung mittlerweile verboten.
Hildegard von Bingen
Die Birke ist mehr warm als kalt und bedeutet das (Un)Glück.* Wenn am Körper eines Menschen seine Haut rot und ausgebeult zu werden beginnt, als wollte sich dort eine Schwellung erheben oder als wollten Würmer ausbrechen, dann nehme man die Kätzchen oder Sprossen dieses Baumes, erwärme sie an der Sonne oder am Feuer und lege sie so warm auf die schmerzende Stelle, binde sie mit einem Tuch fest, tue das oft, und jene Schwellung wird verschwinden. Denn die Wärme dieses Holzes hat eine gute Ausprägung und einen guten Saft, und wenn sie an der Sonne oder am Feuer aktiviert und durch dieses Feuer schlechter Saft ausgekocht wird, dann vermindert sie die schädlichen Körpersäfte der aufkommenden Schwellung.
Physica 3.32
* Anmerkung: in überlieferten Handschriften gibt es sowohl Glück als auch Unglück. Ich könnte mir vorstellen, dass dies mit den zwei Farben der Rinde zu tun hat.
Papierbirke • Betula papyrifera • Botanischer Garten Kiel
Palmgewächs; heiliger Baum, Pflanze der Bibel; Anbau seit 6.000 v. C.
Inhaltsstoffe
unreife grüne Dattel enthält Gerbstoffe
getrocknete Dattel bis zu 70 % Zucker, viele Mineralien, Vitamine A+C, Sexualhormone
Verwendung
die Früchte/Datteln als Nahrungsmittel, zur Herstellung von Wein, als Abführmittel
„Dattelkaffee“
Dattelkernöl (fettes Öl der Kerne) als Speiseöl
Verwendung im Alten Ägypten innerlich bei Husten, bei Geschwüren an Gebärmutter und Scheide (nicht wirksam), Abführmittel, Kerne als magisches Gerät
Hildegard von Bingen
Die Dattelpalme ist warm und enthält auch Feuchtigkeit und sie ist zäh wie Schleim und bedeutet das Glück. … Wenn jemand die Frucht des Baumes kocht und so isst, liefert er seinem Körper fast so große Kraft wie das Brot, beengt und beschwert sich jedoch leicht, wenn er zu viel davon isst. Ihre Wärme und Kraft sind nämlich so stark, dass sie den Menschen, der viel davon zu sich nähme, in der Brust beschweren würde, und deshalb soll, wenn jemand davon isst, (dieser) in Maßen essen.
Anwendung bei: Brustfellerkrankungen, Wahnsinn, zur Vorbeugung gegen Krankheiten
Eliane Zimmermann • Aromapflege für Sie – mit ätherischen Ölen begleiten, trösten und stärken • Trias Verlag • ISBN 978-3-432-10131-6
Als neugieriger Neuling im Gebiet der Aromatherapie habe ich mir einige Bücher aus der Stadtbücherei ausgeliehen, um mich unabhängig von Firmen/Anbietern schlau zu machen.
Dieses liebevoll gestaltete Buch von Eliane Zimmermann möchte ich Ihnen aus mehreren Gründen empfehlen.
Thema des Buches ist die Anwendung von Ätherischen Ölen und Hydrolaten im pflegerischen Bereich. Es dient vor allem als Hilfestellung für Menschen, die ihre Angehörigen pflegen und diesen etwas Gutes tun wollen. Aber natürlich spricht nichts dagegen sich auch selbst etwas Gutes zu tun, denn Pflege kann sehr belastend sein.
Der erste Teil des Buches heißt daher auch sehr passend „Aromapflege ist Lebensqualität“. In diesem Kapitel wird ausführlich erklärt, wie man die verschiedenen Anwendungen selbst herstellen kann.
Der umfassende zweite Teil des Buches beschreibt die wichtigsten Ätherischen Öle nach Wirkgruppen, die jeweils zur Unterstützungen eines gewünschten Effektes dienen (erfrischend, lindernd, entspannend, tröstend, erdend…). Das ist eine sehr sinnvolle Einteilung, da man bei Bedarf zwischen verschiedenen Pflanzen wechseln kann, wenn jemandem ein Duft nicht so gut gefällt oder man diesen gerade nicht zu Hand hat.
Was mir allerdings fehlt, sind Quellenangaben zu den wissenschaftlichen Nachweisen der Wirkungen. (Aber das ist so eine Marotte von mir…)
PS: Eliane Zimmermann hat übrigens eine sehr informative HOMEPAGE.
PPS: Ich habe meine Öle jetzt nach diesen Wirkgruppen in der Aufbewahrung geordnet. 😉
sommergrün, 25-30 m, Schlucht- und Auenwälder; überall in Europa; Parkanlagen Verwandte: Kolchischer Ahorn (A. cappadocium) nur in Parks und Gärten, Kretischer Ahorn (A. sempervirens) halb-immergrün, Französischer Ahorn (A. monspessulanum) nur in warmen Gegenden
Hildegard von Bingen
Der Ahorn ist mehr kalt als warm und auch trocken, aber doch gemäßigt, und er bedeutet jedes Aufschrecken. Wer lange tägliche und andauernde Fieber hat, soll Äste dieses Baumens mit den Blättern in Wasser kochen und oft in diesem Wasser baden. Und sobald er das Bad verlässt, soll er die untere Rinde dieses Baumes zerstoßen, den Saft ausdrücken und in reinen Wein gießen und so kalt nach besagtem Bad trinken, und der Kranke wird seine Gesundheit schneller zurückerlangen … Er soll das oft tun, und die chronischen Fieber in ihm werden weichen, und ihr Unrat und ihre Stürme in ihm werden verschwinden.
Physica 3.30
Anwendung bei Fieber, „Gicht“, geschwollener Nase
Feld-Ahorn / Maßholder – Acer campestre
Baum des Jahres 2015
selten über 10m, Rinde oft korkig, nährstoffreiche Böden, von Ebene bis 900 m Höhe, in Europa weit verbreitet, wichtiges Flurgehölz Verwandte: Schneeball-Ahorn (A. opalus) südlich, klein
Hildegard von Bingen
Maßholder hat eine nichtsnutzige und schädliche Wärme, und auch die Kälte, die er hat, ist nichtsnutzig. Und sein Holz und Saft und Frucht sind unbrauchbar für jede Nutzung des Menschen, und alle sind schädlich für seine Gesundheit und gefährlich hinsichtlich der Begierde, weil sie im Menschen die Begierde erwecken würden. Und wenn der Mensch von seiner Frucht äße, würde er davon geschwächt wegen der Nichtsnutzigkeit ihrer Wärme, weil sie die guten Säfte im Menschen zerstört. Ferner taugen weder sein Feuer noch sein Rauch zur Gesundheit des Menschen.
Inhaltsstoffe: bis zu 8% Saccharose (Trockengewicht: 98% Zucker, fast nur Saccharose), 0,4% Proteine, 0,3% organische Säuren
Anwendung: volkstümlich bei Frühjahrskuren > Wirksamkeit nicht belegt
zum Süßen von Speisen und Getränken, Süßwarenindustrie
nach Kristallisation zur Gewinnung von Ahornzucker
Silber-Ahorn – Acer saccarinum
stammt aus Nordamerika (Große Seen bis Florida), schnellwüchsig, Auengehölz; wurde auch zur Zuckergewinnung benutzt; Verwandte: Rot-Ahorn (A. rubum)
Eschenblättriger Ahorn – Acer negundo
Nordamerika, in Europa eingebürgert Inhaltsstoffe: Blätter und Rinde enthalten Saponine, die antitumoral wirken; phenolische Verbindungen, u.a. Flavonoide
Wissenswertes
stabilisiert sich über Magnetfeld der Erde
Bedeutung: Kraft für die Suche nach Identität, Eigensinn