Galgant

Alpinia

Ingwergewächs
Rhizomstaude aus Südostasien

Geschmack: warm, süßlich, mit leichter Zimtnote

man unterscheidet:
• Großer Galgant / Thai-Ingwer – Alpinia galanga/Languas galanga aus Indonesien – Verwendung als Gewürz
• Kleiner Galgant / Echter Galgant – Alpinia officinarum/Languas officinarum aus Südchina – Verwendung als Gewürz und Heilpflanze

Inhaltsstoffe:
Scharfstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide …

Wirkung:
antientzündlich, antibakteriell, stark krampflösend

Anwendung:
• Atemwegserkrankungen
• Blähungen und Verdauungsstörungen
• Gallenkoliken und Roemheld-Komplex
• als Tonicum

Geschichte:
im antiken Ägypten als Desinfektionsmittel verwendet; kam mit den Kreuzfahrern nach Europa


Hildegard von Bingen

Galgant ist fast ganz heiß, hat aber in sich auch eine mäßige Kälte und ist reich an Wirkkraft.

Physica 1.13

Anwendung bei:
• Fieber
• Rücken- und Flankenschmerz
• Herzbeschwerden
• Lungenleiden
• Mundgeruch
• schlechte Säfte in den Eingeweiden und der Milz
• Verschleimung im Kopf mit Hörstörung

Zimt

  • Zimtbaum ist Lorbeergewächs
  • Zimtaldehyd in allen Teilen
  • Geschmack erdig-holzig, süßlich
  • verwendet wird die innere Rinde
  • blasse Farbe = bessere Qualität

Wirkung und Anwendung:

  • entzündungshemmende Polyphenole
  • mehr Antioxidantien als Minze
  • wärmend, aromatisch, krampflösend
  • antiseptisch, antiviral > Erkältungsmittel
  • pilzhemmend
  • gleicht den Blutzuckerspiegel aus und hilft damit Leber und Bauchspeicheldrüse
  • mildert Alzheimer und Parkinson
  • hautstraffend
  • wundheilend, schmerzlindernd (in Sportsalben)
  • stimmungsaufhellend – möglicherweise aphrodisierend
  • nicht für Schwangere geeignet
  • Allergien sind möglich

man unterscheidet:

Chinesischer Zimt – Cassia-Zimt – Kassia
Cinnamomum cassia/aromaticum

2.700 v. C. in einem chinesischen Kräuterbuch erwähnt
aus Assam und Nordburma – kam über die ZIMTROUTE
rotbraun, kräftig süßer Geruch,
einzelne dicke Rindenschicht
enthält viel ätherisches Öl
als Tonicum; bei Durchfall, Brechreiz, Blähungen

Cassia-Zimt

Ceylon-Zimt – Cinnamomum zeylanicum/verum

hellbraun, süßlich milder Duft
Stangen aus mehreren feinen Bastschichten
aus Sri Lanka, sehr gute Qualität, teurer
enthält ätherisches Öl, Eugenol, Thymol, Cumarin, Schleim-
und Gerbstoffe

Ceylon-Zimt

Padang-Zimt

aus Indonesien (Sumatra); mit kräftig-süßlicher Note


Hildegard von Bingen

Zimt ist sehr heiß und hat starke Kräfte … und wer ihn oft isst, in dem vermindert er die schlechten Säfte und in dem bereitet er gute Säfte.

Physica 1.20

Anwendung bei:
• lähmender Gicht mit Wechselfieber / Malaria
• verstopfter Nase (eine Prise von der Hand auflecken)


weiterführende Links:

Arzneipflanzenlexikon der GPT

Sternanis

Illicum verum

sternförmige Früchte eines kleinen immergrünen Magnoliengewächs, ca. 8 m hoch, mit kleinen gelben Blüten, kann bis zu 100 Jahr fruchtbar bleiben; aus Südchina und Vietnam

Frucht besteht aus 6 bis 10 Kapseln mit Samenkorn

wichtig in der chinesischen Küche; im 5-Gewürze-Pulver

Inhaltsstoffe der Frucht: ätherische Öle (Anethol, Thymol, Terpineol), Mineralstoffe, Vitamine; keine ätherischen Öle in den Samen

nicht mit Anis verwandt

im 16. Jh. in England, 17. Jh. Russland, dann in Deutschland

Wirkung:
antibakteriell, antimykotisch, antioxidativ, krampflindernd, schleimlösend, verdauungsfördernd, harntreibend, leicht östrogen

Anwendung:
> TCM: Entzündungen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Schmerzen
> liefert Shikimisäure für die Herstellung eines Anti-Grippe-Mittels
> hilft gegen Müdigkeit und „trübe Gedanken“
> kauen bei schlechtem Atem
> für Kleinkinder nicht geeignet!
> Essenz zur Herstellung von Seifen und Parfums
> als Öl bei Krätze, Läusen, Bettwanzen

Gewürznelke

Syzygium aromaticum

Mytengewächs, immergrüner Baum mit leicht süßlichem Duft, blüht erst nach 8 Jahren; aus Indonesien – heute Molukken, Madagaskar, Sansibar

Droge: getrocknete Blütenknospen
Geschmack intensiv aromatisch, scharf, mit süßem Geruch

Inhaltsstoff: Eugenol > antioxidativ, antibakteriell, antimykotisch

Wirkung & Anwendung:

  • TCM: Magenverstimmung, Übelkeit, Zahnschmerzen
  • seit Altertum zum erfrischen des Atems; heute in Kaugummi und Mundwasser
  • zum haltbar machen von Lebensmitteln
  • entzündungshemmend
  • gegen Blähungen
  • äußerlich als Einreibung
  • lokal anästhesierend (bei Verletzungen und Insektenstichen, Zahnschmerzen)
  • blutzuckersenkend
  • steigert Blutzirkulation

Verwendung oft als Nelkenöl


Hildegard von Bingen

Die Gewürznelke ist sehr heiß und hat auch eine gewisse Feuchtigkeit in sich, die sich süß bemerkbar macht, wie die süße Feuchtigkeit des Honigs.

Physica 1.27

Anwendung bei:
• Kopf wie betäubt – als ob er taub wäre
• Wassersucht
• Podagra (akuter Gichtanfall)
• Schluckauf

weiterführende Links:

Arzneipflanzenlexikon GPT