Palmgewächs; heiliger Baum, Pflanze der Bibel; Anbau seit 6.000 v. C.
Inhaltsstoffe
unreife grüne Dattel enthält Gerbstoffe
getrocknete Dattel bis zu 70 % Zucker, viele Mineralien, Vitamine A+C, Sexualhormone
Verwendung
die Früchte/Datteln als Nahrungsmittel, zur Herstellung von Wein, als Abführmittel
„Dattelkaffee“
Dattelkernöl (fettes Öl der Kerne) als Speiseöl
Verwendung im Alten Ägypten innerlich bei Husten, bei Geschwüren an Gebärmutter und Scheide (nicht wirksam), Abführmittel, Kerne als magisches Gerät
Hildegard von Bingen
Die Dattelpalme ist warm und enthält auch Feuchtigkeit und sie ist zäh wie Schleim und bedeutet das Glück. … Wenn jemand die Frucht des Baumes kocht und so isst, liefert er seinem Körper fast so große Kraft wie das Brot, beengt und beschwert sich jedoch leicht, wenn er zu viel davon isst. Ihre Wärme und Kraft sind nämlich so stark, dass sie den Menschen, der viel davon zu sich nähme, in der Brust beschweren würde, und deshalb soll, wenn jemand davon isst, (dieser) in Maßen essen.
Anwendung bei: Brustfellerkrankungen, Wahnsinn, zur Vorbeugung gegen Krankheiten
Wirkung: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall – besonders giftig sind die Beeren
Anwendung: trotz der Giftigkeit wird die Wurzel (Rhizom) in der Volksheilkunde vieler Länder gegen diverse Beschwerden verwendet Vorsicht vor Selbstversuchen!
Wissenswertes: Der Name „Salomonssiegel“ bezieht sich auf die siegelringähnlichen Narben der abgestorbenen Triebe am kriechenden Erdspross.
Familie: Affodillgewächse/Grasliliengewächse (Liliengewächse) – Asphodelaceae/Anthericaceae (Liliaceae) Beschreibung: krautig oder strauchig, mehrjährig, Blätter mit Stacheln Herkunft: Ost- und Südafrika (Kap der Guten Hoffnung), Madagaskar, verbreitet im Mittelmeerraum und einigen Gegenden Indiens.
verwendete Pflanzenteile: die fleischigen Blätter bzw. der wässrig bittere Saft der Blätter verschiedener Arten; Geruch: charakteristisch, intensiv • Geschmack: bitter, unangenehm
Aloe vera
Ernte
Latex = der Blattsaft direkt unter der Haut der Blätter
Aloe lucida: glasig, dunkelbraun; Blätter werden geschichtet, der Saft aufgefangen und dann über Feuer oder im Wasserbad eingedickt; nach dem Abschäumen gießt man ihn in Behälter, in denen er erstarrt.
Aloe hepatica (Leber-Aloe): die Blätter werden schonend in der Sonne oder im Vakuum getrocknet.
Aloe vera Gel: wird aus den Wasserspeichern im Inneren der Blätter gewonnen
Verarbeitung zu verschiedenen Präparaten:
Aloeextrakt = Aloes extractum
Aloetrockenextrakt = Zellsaft
Aloetinktur = Aloes Tinctura
Pulver oder Trockenextrakt (wirken milder)
Inhaltsstoffe
Blätter und Blattsaft: Harze, „Bitterstoffe“, Anthranoide (Aloin, Aloeemodin, Chrysophanol und deren Glykoside), Bradikinase (lindert Schwellungen und Schmerzen), Magnesiumlaktat (ein Antihistaminikum)
Apothekenpflichtig!
Gel: Polysaccharide, Salicylsäure, Vitamine, Proteine, Amylase, Lipase; bei guter Qualität kein Aloin– daher nicht apothekenpflichtig sondern für diverse Zubereitungen zugelassen
Wirkung
Anthranoide regen den Darm an > starkes und sicheres Abführmittel (BGA anerkannt) mit Wirkung im Dickdarm > enthalten in Tropfen, Pillen, Tabletten etc.
Tinktur und Extrakt als bitteres Magenmittel für die Gallesekretion
bakteriostatisch
Gel: schmerzlindernd, entzündungshemmend
Anwendung
die Blätter: Obstipation, Defäkationserleichterung bei Analfissuren, Hämorrhoiden und nach anorektalen Eingriffen
das Gel: äußerlich bei Hautverbrennungen (Chemo- und Strahlentherapie), Erfrierungen und schlecht heilenden Wunden (in Verdünnung) > beschleunigt die Heilung
Trockenextrakt: äußerliche als Zusatz in Fertigarzneien (antiseptische Wirkung); innerlich: als Bittermittel in wässrig-alkoholischen Pflanzenauszügen (z.B. Schwedenbitter); Tagesdosis bis 20 mg
Pflanzensaft als Wellness-Getränk
in der Kosmetik als Hautschutz und Feuchtigkeitsregulator – keine Arzneibuch-Art notwendig (enthalten keine Anthrachinone bzw. keinen Extrakt)
Monografie: positiv, ESCOP, WHO, HMPC
Anwendung bei Tieren
Pferde reagieren am empfindlichsten!
bei Rindern nur mäßig wirksam
innerlich kurzfristig bei Verstopfung und chronischem Meteorismus
Kontraindikation: trächtig (wirkt abortiv), laktierend, Milchkuh (Milch verfärbt sich gelbgrün bis rötlich und bekommt bitteren Geschmack)
Nebenwirkungen: Nieren-Reizung bis Nierenschädigung bei Überdosis; nicht für Schwangere geeignet; nicht bei einer Neigung zu Blutungen im Genitalbereich; kein Dauergebrauch (Kalium-Verlust); Störung der Herz- und Muskelfunktion, Darmreizung, nicht bei Darmverschluss
Wissenswertes
von den Ägyptern wurde das kühlende Gel zur Linderung von Verbrennungen und Wunden benutzt; als Salbe gegen Trachom (ein Augenkrankheit); als magische Räucherung
bei den Ärzten der Antike als Abführmittel verwendet; im Mittelalter als Lebermittel
„Macer floridus“ im 11.Jh: „Ihr Pulver befreit frische Wunden vom Eiter, wenn man es aufstreut. … Löst man es in Wasser auf und gibt es auf die Lippen und die Nase, hilft dies gegen dortige Eitergeschwüre, nicht weniger auch an den Augen.“
Hildegard von Bingen
Physica 1.175 Saft
Der Saft diese Pflanze ist warm und hat große Wirkkraft. Wer an Halbseitenkopfschmerz leidet, nehme Aloe und doppelt so viel Myrrhe und mache das zu einem sehr feinen Pulver. Dann gebe er Semmelmehl hinzu und füge diesen Zutaten Mohnöl bei und mache so eine Masse, also etwas wie Sauerteig. Und mit diesem Teig bedecke er den ganze Kopf bis zu den Ohren und zum Hals … der so zubereitete Teig gibt dem Hirn seine Fetthaltigkeit zurück. … Und wer Husten hat … Denn ihr Duft stärkt den Körper des Menschen innerlich, ermüdet aber das Haupt, diese Ermüdung jedoch reinigt den Kopf des Menschen. … Und wer Gelbsucht hat, soll Aloe in kaltes Wasser legen und das nüchtern morgens und wenn er schlafen geht, trinken und das drei- oder viermal tun und er wird geheilt werden.
physica 1.217 Kraut
Ein Mensch, der schwere Geschwüre, das heißt die Krätze, am Kopf hat, soll dieses Kraut nehmen und ihm andere gute Kräuter und Gewürze zufügen, und durch seine Wärme und Kraft beseitigt es deren Fäulnis und Schmerz. Wenn es jedoch nicht mit den anderen Kräutern und Gewürzen zubereitet würde, würde es mit seiner Stärke die Geschwüre durchbohren und sie nicht heilen, wenn man es darüber legte. Auch wer den Aussatz hat, soll dieses Kraut mit anderen guten Kräutern und Gewürzen zubereiten und so die aussätzigen Stellen einreiben, und es vermindert durch seine Wärme und Stärke die Fäulnis dieses Aussatzes.
physica 3.05 Holz
Das Holz des Aloe-Baums ist heiß. Wer Fieber in seinem Magen hat, soll (etwas) von diesem Holz in seinen Trank einlegen und (das) oft so trinken, und durch seine gute Wärme und seine guten Kräfte unterdrückt es die Fieber in ihm. Und wenn jemand an täglichem Fieber oder Drei- oder Viertagefieber leidet, soll er (ebenfalls etwas) von besagtem Holz in seinen Trank einlegen und (das) oft so trinken, und er wird durch dessen gute Wärme und gute Kräfte geheilt werden. Wer aber das Viertagefieber hat, soll von diesem Holz in seinen Trank gleichsam Pulver schaben, weil dieses Fieber stark und hartnäckig ist, und es wird ihm durch die Kraft dieses Holzes, wenn es, wie gesagt, zu Pulver gemacht wurde, besser gehen.
Weinblätter / die frischen Laubblätter Inhaltsstoffe: Tartrate, Calciumoxalat, Wein-, Apfel- und Bernsteinsäure, Zucker, Flavonoide, Gerbstoffe Verwendung: in der Volksheilkunde bei Hautleiden, Blutungen, blutigen Durchfällen
Weinranken (Pampinis vitis) verwendet zur Herstellung von Extrakten für Hautleiden
rotes Weinlaub bei chronischer venöser Insuffizienz mit schweren Beinen, Ödemen, Schmerzen und Spannungsgefühl; positive Monografie
Traubenkernöl (Oleum Vitis vinicerae e seminibus) das fett Öl der Kerne; Inhaltsstoffe: verschiedene Säuren Verwendung als Diätetikum, Speise- und Backöl; zur Herstellung von Firnissen, Linoleum, Seife
Weinbeeren/Weintrauben die Früchte Inhaltsstoffe: Weinsäure, Apfelsäure, Zucker, Pektion, Anthocyane, Vitamine, Gerbstoff, Vanillin, Fettes Öl Verwendung als „Traubenkur“ bei Stoffwechselkrankheiten, Verstopfung, Hautkrankheiten, Fettsucht, Herzleiden; zur Herstellung von Traubensaft und Wein
Rosinen – Passulae majores die getrockneten Früchte; für Backwaren, Süßspeisen etc.
Korinthen – Passulae minores die getrockneten Früchte von Vitis vinivera var. apyrena mit Anbaugebiet in Griechenland/Korinth oder Australien Inhaltsstoffe: 53% Zucker, Fruchtsäuren, Proteine
Wein / Vinum entsteht aus dem Saft der Trauben durch alkoholische Gärung; als Genussmittel oder
Arzneiwein / Vinum medicum für arzneiliche Zwecke werden süße Weine (Vinum dulce) verwendet; zum Lösen oder Mischen von Arzneien (Campherwein, Chinawein, Kondurangowein, Bitterorangenwein)
Weinsäure farblose, durchscheinende Kristalle/Pulver mit saurem Geschmack; Lebensmittelzusatz E334; Anwendung: leichtes Abführmittel, zur Haltbarmachung von Pflanzenpresssäften, Ansäuerung von Säuglingsmilch, für brausige Limonaden
Inhaltsstoffe
gekelterter Wein enthält über 250 Wirkstoffe
Wirkung
in Maßen genossen protektive Wirkung bei Arteriosklerose und koronaren Herzkrankheiten
schmerzstillend
entzündungshemmend
Der Weinstock trägt drei Trauben, die erste bringt Sinnenlust, die zweite den Rausch, die dritte das Verderben.
Epiktet
Hildegard von Bingen
Der Weinstock hat feurige Hitze und Feuchtigkeit. Aber jenes Feuer ist so stark, dass es seinen Saft in eine andere Art von Geschmack verwandelt, als ihn andere Bäume und Kräuter haben. Daher macht jenes Feuer auch sein Holz so trocken, dass es anderen Hölzern fast unvergleichbar ist. Der Weinstock ist Holz, das sich der Erde entwindet, und gleicht eher den Bäumen als den Kräutern, weil Kräuter sobald sie gewachsen sind, Samen hervorbringen; der Weinstock trägt jedoch – ähnlich wie Bäume – nicht sofort, sondern im zweiten oder dritten Jahr Frucht. Da die Erde vor der Sintflut brüchig und feingemahlen war, brachte sie keinen Wein hervor. … Der Wein jedoch, der vom Weinstock kommt, macht, wenn er rein ist, dem, der ihn trinkt, gutes und gesundes Blut, trüber jedoch macht es schlecht und wie mit Asche bestäubt.
Physica 3.54
Kulturelle Bedeutung
bereits im Alten Ägypten und bei anderen Kulturvölkern angebaut
in der Antike Symbol der Fruchtbarkeit; Kult der Aphrodite und des Bacchus, Dionysos
Pflanze der Bibel; bedeutet Wohlergehen; Noah pflanzt ihn nach der Sintflut
in der bildenden Kunst als Symbol des Herbstes
Darstellungen des Weinstocks in Verbindung mit dem Christus Monogramm
Maria ist der Weinstock, Christus die Traube, der Wein sein Blut „Weinrebenmadonna„
The vine = Vitis, vinfera, 1737 Elizabeth Blackwell’s engraving of vitus vinifera (grape vine) from A Curious Herbal. This herbal, a book of plants describing their appearance, properties, and medicinal uses, contains 500 hand-colored engraved plates.
blockierter Zustand: dominierend, ehrgeizig, machtorientiert, „der kleine Tyrann“, man hat Probleme mit dem Gehorchen, will immer das letzte Wort haben, zwingt anderen den eigenen Willen auf, missachtet die Persönlichkeit anderer Menschen
verwandelter Zustand: Akzeptanz anderer, man kann sich führen lassen, hilft anderen
Droge: das Kraut ohne die Wurzeln; Ernte zur Blütezeit; Geruch leicht aromatisch, Geschmack fade; die ganze Pflanze enthält Wirkstoffe; reife Früchte sind essbar = Maracuja
Wirkung: entspannend, ausgleichend, angstlösend, bringt Nervensystem ins Gleichgewicht
Anwendung: bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen, Angst, Ruhelosigkeit, Erregungszuständen, Herzneurosen, Kreislaufunregelmäßigkeiten, nervösen Verdauungsbeschwerden; kann schon von Kinder ab 12 Jahren verwendet werden
Monografie: positiv, ESCOP, HMPC
Verwendung bei indianischen Heilern
nervenberuhigend und entkrampfend
Verstopfung
Schlaflosigkeit
zerstampfte Blätter wurden auf Wunden aufgelegt
Saft, gemischt mit Baumwollblüten, zur Behandlung von Augenleiden
pulverisierte Rinde zur Blutreinigung
Geschichte
Auf seinen Reisen fand Pater Simone Parlasca in den Regenwäldern Mexikos die blühende Kletterpflanze, die er nach einer Vision „Passiflora“ taufte. Blütenkrone = Dornenkrone, 5 Staubbeutel = 5 Wundmale, 3 Griffel = 3 Kreuznägel, 3 Narben = 3 Nägel, Laubblätter = Lanze, Ranken = Geißeln, weiß = die Unschuld
Kniphof, Johann Hieronymus, and Christian Tobias Ephraim Reichard. Johannis Hieronymi Kniphofs … Botanica in Originali Das Ist: Lebendig Kräuter-Buch, in Welchen so Wohl Diejenigen Blumen- Baum- Und Küchen-Gewächse, … Nebst Einer Sonderbahren Anleitung Den Saamen Auf Eine Künstliche Manier Selbst Zu Zeugen … / Beygebracht Und Hinlänglich Beschrieben Von C. R. [Christian Reichard] ; [Tafelbd.]. Erffurt: Funcke, 1734. Print.