Andere Namen: Fuchsauge, Krähenauge, Sauauge, Schwarzperle, Teufelsauge, Vierblatt
Giftpflanze
Liliengewächs – Liliaceae
Vorkommen: Europa bis Asien; in Laubwäldern
Beschreibung: ausdauernd mit kriechendem Wurzelstock; bis 30 cm hoch; Stängel mit vier länglichen Blättern; hellgrüne Blüte; blauschwarze, kirschgroße Beere
Inhaltsstoffe: Saponine (Paristyphnin, Paridin) Alle Teile schwach giftig! Geschmack: sehr bitter
Wirkung: Vergiftungen selten, da die Saponine nur langsam resorbiert werden Symptome: Brechreiz, Durchfall, verengte Pupillen, Kopfschmerzen; selten tödlich
Wissenswertes: am Körper getragen sollte sie im Mittelalter vor der Pest und andern Krankheiten schützen
Droge: die voll entwickelten ganzen Blütenstände mit dem Hochblatt von Sommer- und Winterlinde; Silberlindenblüten (Lebensmittel) sind arzneilich weniger geeignet; Geruch schwach aromatisch, Geschmack schwach süß und schleimig
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, 2% Flavonoide, Schleim (Quellzahl 12), Phenolcarbonsäure, Gerbstoffe, Alkaloidglycoside (Neuentdeckung 2020, chemische Formel siehe Bild unten, Quelle: A. Hensel für den Newsletter der GPT)
Bildquelle: Newsletter GPT
Verwendung
als Teeaufguss
als schweißtreibendes Mittel bei fieberhaften Erkrankungen und bei hartnäckigem Husten
zur Stärkung des Immunsystems
bei leichtem mentalen Stress
als Hustentee für Pferde (nicht gemeinsam mit Salbei)
Wissenswertes
weich, biegsam, beweglich > „Bastholz“ > im Neolithikum wurde die Rinde zur Herstellung von Bast benutzt (für Seile, Matten, Taschen, Kleidung etc.)
Gerichtsbaum, Versammlungen, Beratungen > heute Tanzlinde
Baum der Liebe und Kommunikation
Amme der Eiche
im Mittelalter ist ihr Holz „lignum sanctum“ = heiliges Holz für das Schnitzen von Heiligenfiguren
Winterlinde Baum des Jahres 2016
Hildegard von Bingen
Die Linde hat große Wärme, und diese Wärme ist ganz in der Wurzel und steigt in Äste und Blätter auf, und sie bedeutet die Vergänglichkeit. … Die Kraft dieses Baumes vergrößert und vermehrt sich in dem Maße, wie dieser Baum seine Äste ausbreitet.
Physica 3.24
Anwendung: bei Herzbeschwerden, für klare Augen, gegen Gicht und als Zauber zur Krankheitsabwehr (in einem goldenen Ring eingelassen)
Kaltmazerat führt am Flimmerepithel zur Hemmung der mukoziliären Aktivität
Anwendung
Milderung von Reizhusten
traditionell für gereizte Magenschleimhäute
auch für Tiere geeignet
Zubereitung
Wurzel – Kaltmazerat
gepulverte Eibischwurzel in verschiedenen Formen – Aufgüsse, Abkochungen
Disperg: wässriger Trockenextrakt, ½ bis 1 TL in 1 Tasse Wasser Blätter und Wurzeln
Katze 1-5g, Hund 5-10g, Pferd 10-100g
Blatt und Blüte auch als Tee
Wissenswertes: In der Heilpflanzenkunde ist mit Eibisch zumeist der Echte Eibisch (Althaea off.) gemeint. Umgangssprachlich werden auch die Gattungen Hibiskus, Althaea und der Abelmoschus/Bisameibisch als Eibisch bezeichnet. Dies führt oft zu Verwirrungen (auch bei mir!). In der Klostermedizin wurde der Eibisch bei Prellungen und Hämorrhoiden als Umschlag aufgelegt.
Der Eibisch ist warm und trocken und wirkt gegen Fieber. Ein Mensch, der Fieber hat, welche auch immer ein sein mögen, soll deshalb Eibisch in Essig zerstoßen und so nüchtern morgens und auf die Nacht trinken, und das Fieber wird weichen, weil die gute Wärme dieses Krauts, vermischt mit der Wärme des Essigs, die Wärme und die Kälte von Fiebern niederdrückt. …
CAVE: nach dem Fressen der Blätter kam es bei Hunden und Katzen zu Erbrechen
Mistel auf Apfelbaum im Botanischen Garten Kiel
Hildegard von Bingen: „Die Mistel auf dem Birnbaum ist für die Heilung gut geeignet.“ (Physica 3.2)
Hieronymus Bock: „Etliche halten wann man dem Vihe Mistel im Futter gebe / es soll daruon zunemmend und feißt werden.“
Wissenswertes
Gilt als Abwehrmittel gegen Blitz, Krankheit, Verhexung.
Baldur, der Sohn Odins, stirbt durch einen Speer aus einem Mistelzweig.
Bei Hippokrates empfohlen gegen die Milzsucht.
Der Jugendstil verwendet die Mistel häufig als Motiv für Schmuck und Einrichtungsgegenstände (Vasen, Lampen etc.)
In England und Frankreich beliebter Weihnachtsschmuck, der bis Neujahr hängen bleibt, um Glück zu bringen: „no mistletoe, no luck“
Diese Scheiblein genutzet verwahren den Menschen wunderlich vor dem Schlag, fallenden Sucht, Gicht und dergleichen, helffen dem Schwindel und nehmen die Blödigkeit des Hirns hinweg. Sie schärffen die Sinn und das Gedächtnis; stärken das Haupt; erquicken die Lebens Geister und seynd trefflich gut vor studirende und gelehrte Leut welche die lebhaffte Kräfften durch stätiges meditiren und mancherley Sogen gefährlich schwächen und Abbruch thun selbiges wieder auf und fernes fortzuhelffen.
weitere Arten
Riemenblume /Loranthus europaeus auf Eiche, mit gelben Beeren, am wertvollsten, wächst nur im Süden