Anwendung: leichte essentielle Hypertonie mit Angst- und Spannungszuständen, psychomotorische Unruhe, Reizüberflutung; in der indischen Volksmedizin gegen Schlangenbisse, Insektenstiche, bei Fieber und Durchfall
CAVE Nebenwirkungen – Kreislaufprobleme bis hin zu Alpträumen und Depressionen
CAVE: nicht anwenden während der Schwangerschaft; Allergien möglich
Frauenminze/Balsamkraut • Tanacetum balsamita
Hildegard von Bingen
Mutterkraut ist warm und hat einen süßen Saft und ist für diejenigen, die an den Eingeweiden Beschwerden haben, wie eine milde Salbe. Wer in den Eingeweiden Beschwerden hat, soll Mutterkraut mit Wasser und Fett oder Öl kochen, Semmelmehl hinzufügen und so eine Suppe bereiten und diese essen: Sie heilt seine Eingeweide. Und wenn Frauen ihre Monatsblutung haben, sollen sie eben die besagte Suppe bereiten und essen: Sie bewirkt sanft und mild eine Reinigung von Schleimen und inneren Fäulnisprodukten und führt das Monatsblut sanft heraus. Ein Mensch aber, der am Stechen leidet, soll den Saft von Mutterkraut nehmen, mit Kuhbutter vermischen und sich dort einreiben, wo er Schmerzen hat, und er wird geheilt werden.
In Tabak und Tabakrauch wurden mehr als 1.500 chemische Verbindungen gefunden.
GIFTIG – 40-60 mg Nikotin sind tödlich (entspricht oraler Aufnahme von 4-6 Zigaretten)
Alle Pflanzenteile – außer den reifen Samen – sind giftig; die Gehalte schwanken stark (mehr in den älteren Blättern); N. rustica erhält am meisten Nikotin; hohes Suchtpotential
Verwendung als „Genussmittel“
Zigaretten enthalten 1,2% Nicotin; der Rauch ist sauer und inhalierbar
Zigarren enthalten 1,5% Nicotin; der Rauch ist alkalisch und kann wegen der Reizung der Bronchialschleimhaut nicht inhaliert werden
Wirkung:
kleine Dosis anregend für ZNS, regt Blutzirkulation an, steigert den Blutdruck, steigert Schilddrüsentätigkeit, Adrenalinbildung steigt, verdauungsfördernd
dann Zittern, Tremor, Krämpfe
große Dosis lähmend (Atemmuskulatur)
Abusus / Nebenwirkungen:
Tremor
Gewichtsabnahme
Schlaflosigkeit
Sklerose der Herzkranzgefäße
Raucherbein
Magengeschwüre
starkes Nierengift
zerstört Geruchs- und Geschmackssinn
„Tabakekzem“ auf der Haut
weniger Vitamin C im Blut
überwindet Plazentaschranke > Früh- und Fehlgeburten
CAVE: Vergiftungen bei Tieren
Verwendung bei den indigenen Völkern:
das Pfeife rauchen hat eine jahrtausendealte Tradition
fester Bestandteil der indianischen Kultur
indianischer Name: Petum / Petun / Bitun = schlürfen; der giftiger Tabakabsud wurde getrunken
indianische Tabake sind meist eine Mischung (Kamille, Salbei, Bilsenkraut, Stechapfel, Fliegenpilz); als Papier dienen Maisblätter
Tabak ist die heilige Medizin > macht hellsichtig, reinigt spirituell, Kontakt mit dem großen Geist, Rauch wird in alle Himmelsrichtungen geblasen, KEINE Inhalation, Rauch wird nur im Mund gehalten
in Mexiko die Inkarnation der Göttin Cihuacohuatl
Tabaksaft zur Desinfektion von Wunden und als Mittel gegen Zeckenbisse