Dinkel

Spelz / Schwabenkorn
Triticum aestivum subsp. spelta

  • bereits im alten Ägypten angebaut
  • viele Mischformen
  • Spelzgetreide
  • bildet sehr lange Wurzeln, geringe Ansprüche, winterhart
  • löst keine Allergien aus, Dinkel-Gluten hat eine besondere Eiweißfrequenz
  • sättigt langanhaltend (Ballaststoffe)
  • regt den Stoffwechsel an
  • hat gute Backeigenschaften
  • reich an Vitamin A, E, B1, B2 und B3 (mehr als Gerste und Hafer)
  • enthält wertvolle Fettsäuren und Mineralstoffe

Grünkern:
halbreife/milchreife Dinkelkörner werden geerntet und geröstet, danach entspelzt; Verrabeitung zu Graupen, Gries und Mehl (nicht backfähig)

Hildegard von Bingen

Dinkel ist das beste Getreide und er ist warm, fett, reichhaltig und wohlschmeckender als andere Getreidesorten; er verleiht dem, der ihn isst rechtes Fleisch und rechtes Blut sowie einen frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen. Womit immer er gegessen wird, sei es im Brot oder in anderen Speisen, er ist gut und wohlschmeckend.
Wenn jemand so schwach ist, dass er vor Schwäche nicht essen kann, dann nimm ganze Dinkelkörner, koch sie in Wasser und füge Schmalz oder Eidotter hinzu, so dass sie wegen des besseren Geschmacks gern gegessen werden können; gib dem Kranken auf diese Weise zu essen, und es heilt ihn innerlich wie eine gute und gesunde Salbe.

Physica 1.5

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Fotos gefallen.
Unter Angabe der Quelle dürfen sie gerne verwendet werden.

Weizen

Triticum

  • Ährengras, einjährig, 0,7-1,6 m hoch, meist ohne Granen, stellt hohe Ansprüche an den Boden
  • eine der ältesten Kulturpflanzen
  • Anbau hauptsächlich von Winterweizen, seltener Sommerweizen
  • enthält 70% Stärke, 10-14% Eiweiß
  • Verwendung für Brot, Weizenbier, Kornbranntwein
  • Weizenkeimöl = fettes Öl; enthält 9-14% Phospholipide (Lecithin), 0,15-0,3% Vit. E (Tocopherol) Anwendung: als Aufbaumittel bei Schwächeerscheinungen (regt den Stoffwechsel bzw. Kreislauf an)
  • Weizenkleie = beim Mahlen der Weizenkörner abgetrennte Teile des Speichergewebes sowie der Furcht- und Samenschale; Wirkung: fördert eine gesunde Verdauung; Anwendung: als Ballaststoff und Abführmittel.

Weizen-Arten:

Weichweizen

= Brotweizen = Triticum aestivum
enthält viel Gluten, für Kuchenteig, feines Gebäck, Brot- und Pizzateig, für Malz, als Futtermittel, zur Stärkegewinnung

Hartweizen

= Durum, Durumweizen, Glasweizen = Triticum durum
für Teigwaren/Nudeln, Couscous, Bulgur

Einkorn

= Triticum monococcum
nur ein Korn auf der Ährenspindel, ältestes kultiviertes Getreide, besonders langes Stroh, anspruchslos und frosthart, 50% mehr Protein als normaler Weizen, mehr Betacarotin (Mehl ist gelblich), viele ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente

Emmer

= Zweikorn, Amelkorn = Triticum didoccum
reich an Eiweiß und Mineralstoffen, wenig Klebereiweiß; schmeckt herzhaft nussig, Verwendung für würziges, dunkles Bier

Quelle: Herr B. via Twitter

Dinkel

Kamut

= Triticum durum x polonicum
Hybride; Kamutkörner sind besonders groß und sehr nährstoffreich


Hildegard von Bingen

Der Weizen ist warm und vollständig Frucht, so dass an ihm kein Abfall ist. Und wenn richtiges Mehl aus Weizen gemacht wird, dann ist das aus diesem Mehl hergestellte Brot für Gesunde und Kranke gut und es macht im Menschen richtiges Fleisch und richtiges Blut. Aber wenn jemand aus diesem Mehl dunst, also Grieß, abscheidet und daraus Brote herstellt, ist jenes Brot schwächer und wirkungsloser, als wenn es aus richtigem Mehl hergestellt wäre, weil der dunst seine Kräfte weitgehend verliert und im Menschen mehr Schleim verursacht als das richtige Weizenmehl. …
Aber wenn jemand ein leeres Gehirn hat und deswegen so an Verstandesverlust leidet, als ob er wahnsinnig sei, dann nimm trotzdem ganze Weizenkörner und koch sie in Wasser, weil die Frucht voll von Fett ist und weil sie den Wahnsinn unterdrückt. …

Physica 1.1

Rosmarin

Salvia rosmarinus / Rosmarinus officinalis

Heilpflanze des Jahres 2011

Familie: Lamiaceae / Lippenblütler

Herkunft: Mittelmeergebiet, Asien, Indien, USA, Australien

Droge
• Blätter: Geruch schwach campherartig, würzig; Geschmack aromatisch bitter
• Rosmarinöl:  durch Wasserdampfdestillation aus Blättern und Stängeln gewonnen; Geruch herb, Geschmack aromatisch, bitter, kühlend

Inhaltsstoffe

  • ätherisches Öl (Campher, Cineol, α-Pinen)
  • Diterpenphenole (Carnolsäure, Isorosmanol, Rosmadial, Rosmarichinon)
  • Zimtsäurederivate (Rosmarinsäure, Kaffeesäure, Sinapinsäure, Ferulasäure),
  • Flavonoide (in den Blättern)
  • Triterpene
  • Steroide
  • Kohlenhydrate (Arabinose, Xylose, Galactose, Glucose, Rhamnose, Mannose)

Wirkung

  • antimikrobiell
  • antiviral
  • spasmolytisch
  • cholagog (galletreibend) und choleretisch (gallebildend)
  • antimutagen
  • antikonvulsiv
  • hautreizend
  • durchblutungsfördernd
  • ABORTIV – nicht während Schwangerschaft/Trächtigkeit anwenden

Anwendung

innerlich: bei Verdauungsbeschwerden
äußerlich: als Hautöl, Salbe, Einreibung, Bad etc. zur Hyperämisierung bei Kreislaufschwäche und rheumatischen Erkrankungen

Da ist Rosmarin, das ist zur Erinnerung;
ich bitt‘ Euch, liebt mich, gedenket mein.

Shakespeare: Hamlet

Die RHS – Royal Horticultural Society – hat herausgefunden, dass Rosmarin zu den Salbei Arten gehört und daher einen neuen Namen vorgeschlagen: Salvia rosmarinus


Aronstab

Arum maculatum

andere Namen: Gefleckter Aronstab, Zehrwurz, Trommelschlägel, Magenwurz, Freßwurz, Fieberwurz, Drachenwurz, Pfaffenpint, Aronswurzel

aros (griech.) = nützlich

Familie: Aronstabgewächse/Araceae     

Giftpflanze des Jahres 2019 • geschützt

Vorkommen: 
feuchte Wälder; liebt basen- und stickstoffsalzreiche Böden, gerne auf Kalk  
Beschreibung: mehrjährig, Staude, 15-50 cm, Beeren rot; Blätter oft gefleckt

Droge:   der Wurzelstock, die Blätter
Inhaltsstoffe:   Scharfstoffe (Aroin, Aronin, Aronidin), Oxalate

Alle Teile (auch die Beeren) sind giftig – die frische Pflanze mehr, als die getrocknete.
Vergiftungssymptome: starkes Brennen auf der Zunge, Hautrötung, blasenziehend, heftige Entzündung, Herzrhythmussstörungen, Schädigung und Lähmung des ZNS, Krämpfe, starker Durst mit Speicheln, Harnverhalten, niedrige Temperatur, Blutungen;
bei Weidevieh tödliche Vergiftungen durch frische Pflanze!

Anwendung:  nur noch in der Homöopathie!

Wissenswertes:      
Im Mittelalter Marienattribut.
Fliegenfalle > Blütenstand ist eine Gleitfalle/Kesselfalle, die bestimmte Insekten (kleine Mücken) durch aasähnliche Duftstoffe anlockt. In den Spathakessel gefallen, bestäuben sie weiblichen Blüten und entkommen erst, wenn die männlichen Blüten Pollen auf sie gestreut haben und das Hüllblatt welkt.

Hildegard von Bingen

Aronstab ist weder lauwarm noch zu stark, sondern hat eine gleichmäßige und durchmischte Wärme, wie die Sonne nach ihrem Aufgang sanfte Wärme besitzt und wie der Tau im Sommer vor Tagesanbruch mild ist, und deshalb kann er zu allem nutzbar gemacht werden wie ein liebenswürdiger Mann, der auch Gefahren ertragen kann und zu Recht Wohlstand erlangt. …
Der Mensch in dem die Schwarzgalle zunimmt, hat ein bitteres Gemüt und ist immer traurig. Er soll oft Wein trinken, der mit Aronstabwurzel gekocht ist, und (dieser) vermindert das melancholische Fieber in ihm, das heißt es verschwindet, wie gesagt, weil der mit der Wärme des Weines vermischte (Aronstab) die Kälte der Melancholie verringert und das Gemüt des Menschen froh macht.

Physica 1.49

ACHTUNG – KEINE HAFTUNG FÜR DIE REZEPTE

Darstellung im
hortus sanitatis
Gart der Gesundheit
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