Sonnenblume

Helianthus annus

das größte Korbblütengewächs; viele verschiedene Sorten; einjährig

Drogen

Sonnenblumenöl: gepresst aus den ölreichen Samen; enthält ungesättigte Fettsäuren, Carotinoide, Lecithin; Verwendung als Nahrungsmittel, leichtes Abführmittel, als Massageöl…

Blütenblätter: enthalten Flavonglykoside, Anthocyanglykoside, Xanthophyll, Cholin, Betain, Sapogenin, Solanthussäure; Verwendung in der Volksheilkunde (als Tinktur) bei fieberhaften Erkrankungen

Weide

Salix

andere Namen:
Felber, Korbweide, Katzenstrauch, Weihbuschen

Familie: Weidengewächse / Salicaceae
Beschreibung: 300 Arten, farbige Rinde, zweihäusig (männliche und weibliche Pflanzen), Vermehrung durch Stecklinge; Blüten = Weidenkätzchen

Droge: Rinde

Inhaltsstoffe: Salicylsäureverbindungen, Glykoside, Flavonoide, Gerbstoffe

Wirkung
schweißtreibend, schmerzlindernd, entwässernd

Anwendung:
fieberhafte Erkrankungen, rheumatische Beschwerden, Kopfschmerzen, Blutverdünnung

Monografie: positiv, ESCOP, HMPC

Zu beachten:  
Überdosis greift den Magen an (gilt für isolierte Wirkstoffe > in der ganzen Pflanze sind noch weitere Inhaltsstoffe vorhanden ), NICHT für Schwangere/Trächtige geeignet!

Tiere
  • CAVE: Katzen können Salicylate nur schlecht abbauen > Kumulation > Intoxikation
  • Pferde und Ziegen verstoffwechseln Salicylsäure mit einer Halbwertzeit von nur einer Stunde > Aufbau eines wirksamen Blutspiegels nicht möglich

Wissenswertes

  • Verwendung Flechtwerk (Körbe, Matten) 
  • gilt im MA als Anaphrodisiaka – Sud aus Weidenblättern wurde eingenommen – wurde in Klostergärten gepflanzt
  • Die Volksmedizin wie auch die galenische Humoralpathologie kennen die Weide als »kühlen« Baum. Ebenso wie die Abkochung der bitteren Rinde das Feuer der Leidenschaft zu löschen vermag, kann sie hohes Fieber senken.
  • Weidenrinde wurde bei »kalten« Siechtümern verwendet, bei Erkältungen, Grippe, Kopfweh, Rheuma, Hexenschuss, Gicht, Arthritis und auch als Mittel zum Gurgeln bei Mandelschwellung.
  • mit Weidenruten wurde Christus gegeißelt > Teil des Palmbusches
  • In Japan bedeuten Weiden Trinken und Tändeln (standen in der Nähe von Freudenhäusern)

Hildegard von Bingen

Die Weide ist kalt und bedeutet die Laster, weil sie schön zu sein scheint.
Dem Menschen ist sie weniger nützlich; sie dient ihm zwar zu gewissen äußeren Dingen, taugt aber für keine Arzneien. Ihr Saft und ihre Frucht sind bitter und taugen nicht zur Verwendung des Menschen…

Physica 3.36

Die Salweide ist kalt und hat die gleiche Natur wie auch die Weide, außer dass die Salweide schwächer ist als die Weide, und so taugt und schadet sie zu allem wie auch die Weide.

Physica 3.37