Espe / Zitterpappel

Populus tremula

Baum des Jahres 2026

Knospe

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl u.a.
Wirkung: antientzündlich, antibakteriell
Verwendung: als Brei bei feuchten Hautverletzungen

Rinde

Inhaltsstoffe: Salicin, Zink-Lignane
Wirkung: schmerzlindernd, krampflösend


Mit ihren ständig bewegten, »flüsternden« Blättern, ist sie ein magischer, »weiblicher« Baum. Ihr walisischer Name bedeutet »Baum der Mistel«, denn häufiger als auf anderen Bäumen siedelt sich in der Pappel diese Schmarotzerpflanze an.

Hildegard von Bingen

Die Espe ist warm und bedeutet das Übermaß.

Anwendung:

  • als Wickel bei Babys mit Windelekzem
  • Rinde als Badezusatz bei „Gicht“
  • den Saft der Rinde als Salbenzusat

Physica 3.28


Titelfoto: H.-R. Müller, Stiftung Baum des Jahres

Herzgespann

Leonurus cardiaca

anderen Namen: Herzgold, Herzkräutel, Löwenschwanz

Steht unter Naturschutz!

Familie: Lippenblütengewächs / Lamiaceae

Botanik: ausdauernd, bis 1m hoch; Blätter gestielt, behaart; blassrote Blüten von Juli bis August

Droge: das blühende Kraut, ohne Wurzeln

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, herzwirksame Glykoside, kleine Mengen Alkaloide

Anwendung: klimakterische Beschwerden; Angstzustände, nervöse Unruhe, Atemnot, starkes Herzklopfen; Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen

Volksheilkunde: stärkend, anregend, bei Angst und Unruhe, Magendrücken, Wurmbefall, gegen den Kropf


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Herbstzeitlose

Colchicum autumnale

Familie: Liliengewächs / Zeitlosengewächse – Colchicaceae

Giftpflanze des Jahres 2010 • Hexenpflanze

Beschreibung:
Staude, Blüte August bis November, hell bis tief rosa oder hellviolett; Blätter und Fruchtkapsel im Frühjahr, Blätter schwach fleischig, wie bei der Tulpe, umhüllen die Fruchtkapsel

Vorkommen: Feuchtwiesen; humos-sauren, sicker- oder wechselfeuchten Boden

Droge: Blüten, Samen, Knollen

Inhaltsstoffe: 
Colchizin (Zellgift > hemmt die Teilung von Körperzellen); alle Teile stark giftig!

5 Samenkörner sind für einen Menschen tödlich!

Wissenswertes:

Welkt nach der Bestäubung im Herbst sehr rasch. Der Fruchtknoten befindet sich tief in der Blütenröhre „Stiel“ unter der Erde. Dort bleibt er bis zum Frühjahr. Im Frühjahr drängen die Blätter mit der Fruchtkapsel an die Oberfläche. Ende Juni gibt die Kapsel ihre Samen frei. Ihre klebrigen Anhängsel heften sich an die Hufe des Viehs und werden so verbreitet. (Aichele, 1997, 56. Auflage) (Münker)

Apothekengarten Freilichtmuseum Molfsee

Hildegard von Bingen

Die Herbstzeitlose ist kalt und trocken, und in ihr ist weder Wohlergehen noch Gesundheit, und sie taugt keinem Menschen zum Essen, denn wenn er sie äße, würde sie in ihm ein Nachlassen der gesunden Körperfunktionen und Trockenheit bewirken. Und wenn ein Mensch sie nur in geringen Mengen und für kurze Zeit isst, wächst davon sein Fleisch nach außen, da innen die Kraft fehlt, und sein Fleisch wird später Mängel haben, so dass er oft stirbt, da sie für den Menschen eher ein Gift als gesund ist. Aber wenn das Vieh Herbstzeitlosen frisst, wird es davon nicht sterben, aber es wird doch davon langsam und verkrümmt, weil ihre Wirkung sowohl für den Menschen als auch für das Vieh abträglich ist.

Physica 1.46

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