Weinraute

Ruta graveolens

andere Namen: Wiesenraute, Augenraute, Edelraute, Gartenraute, Weinkraut

Rautengewächs / Rutaceae
ausdauernde Staude, stark duftend, 2 oder 3 fach gefiederte Blätter (gelb-grau-grün), Blüte Juni-August mit grüngelben Blüten
Herkunft: Süd- und Südosteuropa

GIFTIG

Droge: Blätter und Kraut

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (teilweise giftig), Gerbstoff, Furanocumarine, Alkaloide, Flavonglykosid Rutin

CAVE: Äußerlich hautreizend > Blasen, Geschwüre, Fieber • beim der Gartenarbeit unbedingt Handschuhe benutzen

Wirkung: leicht sedativ, krampflösend, diuretisch, appetitanregend

Anwendung:
• nur in geringen Mengen in Mischungen (Ätherisches Öl ist giftig); bei Schwindel, Herzklopfen, Menstruationsbeschwerden, Nervenleiden, Atemnot, Harndrang, Rheuma, Gicht, Magenprobleme, Hautausschläge, alle Arten von Verletzungen
• als Gewürz

nicht für Schwangere geeignet – erhöht die Durchblutung des Bauchraums – Gefahr des Abortes

Nebenwirkungen: Magen- und Darmbeschwerden, Anschwellen der Zunge, starker Speichelfluss, Durchfall, Nieren- und Leberschädigung; Lichtempfindlichkeit wird erhöht

Monografie: negativ

Wissenswertes:
Seit dem Altertum als Gewürz- und Heilpflanze angebaut

Mutterkorn

Claviceps purpurea

parasitärer Schlauchpilz (Überwinterungsform) auf Getreide (Roggen u.a.);
andere Namen: Giftkorn, Hungerkorn, Brandkorn, Schwarzkorn, Zapfenkorn, Wolfszahn

stark giftig

Droge: Secale cornutum

Inhaltsstoffe: Alkaloide (Ergotamin, Ergometrin) > wirken als Sympathikolytika, α-Rezeptorenblocker; fettes Öl; LSD (Lysergsäurediethylamid; entdeckt 1938 von Albert Hofmann)

Wirkung: erweitern Blutgefäße, senken damit Blutdruck

Anwendung: als standardisiertes Präparat (Pilze aus Kultur) bei gynäkologischen und geburtshilflichen Gebärmutterblutungen

Monografie: negativ

keine Selbstversuche!


Im Mittelalter führte der Verzehr von vergiftetem Getreide zu schweren Erkrankungen, dem Antoniusfeuer (Ergotismus). Symptome: starker Durst, starke Schmerzen, Erbrechen, Durchfall, Durchblutungsstörungen, evtl. auch Veitstanz (Tanzwut).

Da die Krankheit weit verbreitet war, wurde sie auch in der Kunst dargestellt, z.B. auf dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald.

Scharbockskraut

Ranunculus ficaria / Ficaria verna

Feigwurz, Butterblume, Frühsalat, Gichtblatt

Familie: Hahnenfußgewächs

Beschreibung: Frühblüher > März bis Mai; mit ihren an den Knoten wurzelnden Stängeln bildet die Pflanze meist zusammenhängende Flächen; Blätter fleischig, etwas glänzend; liebt basen- und stickstoffsalzhaltige Böden; sehr häufig

Vorkommen:  Auenwälder, Mischwälder, feuchte Parkanlagen

Inhaltsstoffe: Scharfstoff Protoanemonin, Vitamin C, Saponine

Anwendung:

  • die jungen Blätter im Frühjahr als Salat (oder als Presssaft) gegen Skorbut (Scharbock = Vitamin C Mangel) und für Blutreinigungskuren; Achtung: die Scharfstoffe können zu Magenreizungen führen
  • als Tee gegen Hautleiden; das getrocknete Kraut ist weniger reizend für den Magen
  • als Sitzbad bei Hämorrhoiden

Wissenswertes:

  • Bestäubung durch Insekten
  • Fruchtverbreitung durch Ameisen

Pflanzen des Jahres 2022

Arzneipflanze: Mönchspfeffer – Vitex agnus-castus

ausgewählt vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde der Universität Würzburg

Heilpflanze: Brennnessel – Urtica

ausgewählt vom Naturheilverein Theophrastus

Blume: Vierblättrige Einbeere – Paris quadrifolia

ausgewählt von der Loki-Schmidt-Stiftung

Baum: Rotbuche – Fagus sylvatica

ausgewählt von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung

Giftpflanze: Kartoffel – Solanum tuberosum

ausgewählt vom Botanischen Sondergarten Hamburg Wandsbek