Weiße Zaunrübe

Bryonia alba

andere Namen: Schwarzbeerige Zaunrübe, Teufelsrübe, Gichtwurz, Heckenrübe

Botanik: Kürbisgewächs; Rankpflanze; rote bis schwarze Beeren

Droge: die Wurzel

Inhaltsstoffe: Harz, Cucurbitacine, verschiedene Säuren, Bitterstoffe, Saponine

Wirkung: stark abführend; hautreizend; wässrige Extrakte besitzen antitumorale Aktivität in vitro

Anwendung in der Volksheilkunde bei Verdauungsstörungen (Abführmittel, Brechmittel), als Diuretikum, bei Atemwegserkrankungen, Rheuma, Stoffwechselstörungen

Nebenwirkungen: kolikartige Schmerzen, Durchfall, Darmblutungen

Verwendung in Fertigarzneimitteln zur Stimulation des Immunsystems

Geissraute

Galega officinalis

andere Namen: Fleckenkraut, Pestilenzkraut, Geißklee

Botanik: Schmetterlingsblütler, Kraut, ausdauernd, 60 bis 120 cm hoch

Herkunft: Ost- und Südeuropa, Russland, Kleinasien

in großen Mengen GIFTIG für Säugetiere (wurde zunächst als Futterpflanze angebaut) – gute Bienenweide

Droge: getrocknetes Kraut, während der Blüte gesammelt

Inhaltsstoffe: Guanidinderivate, Flavonglykoside, Gerbstoffe, Saponine, Bitterstoffe

Verwendung in der Volksheilkunde zur Steigerung der Milchsekretion, Senkung des Blutzuckers, bei Harnwegsinfekten

Aus dem Guanidin wurde im Labor ein Wirkstoff entwickelt, der als Medikament bei Diabetes eingesetzt wird.

Lampionblume

Physalis alkekengi

Familie: Nachtschattengewächs
Gattung: Blasenkirschen / Judenkirschen / Physalis

Beschreibung: 
lampionartiger Blütenkelch, der die Beerenfrucht umgibt

Herkunft:
Südeuropa, Amerika, Asien

Droge: die reife Frucht  

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Carotinoide, Schleimstoffe

Wirkung: harntreibend     

Anwendung: bei Nieren- und Blasenerkrankungen, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises

Wissenswertes:

  • die grünen Pflanzenteile und die lampionartige Struktur sind schwach giftig und führen zu Magen-Darm-Reizungen
  • Paracelsus setzte sie als nierenstärkende und diuretische Arznei ein
  • im MA als harn-, stein- und nierengrießtreibendes Mittel in Kräuterbüchern beschrieben

Kapstachelbeere • Physalis peruviana

ungiftig, reich an Vitamin C, Verwendung als Obst/Gemüse und zur Deko

Kokastrauch

Erythroxylum coca

Familie: Kokagewächse

Botanik: mehr als 200 Arten, immergrüner Strauch mit kleinen weißen Blüten, rote Steinfrüchte

Rauschgift mit starkem Suchtpotential

Droge: die Blätter – Geruch und Geschmack schwach teeartig

Inhaltsstoffe: Tropan-Alkaloide (Tropacocain, Cocain u.a.), Pyrrolidinderivate (Hygrin, Cuskhygrin, Nicotin), Ätherische Öle, Wachs, Gerbstoffe, Minerale, Flavonoide

Wirkung: stimulierend, schmerzstillend

Vergiftungserscheinungen: Hunger und Durst werden unterdrückt, Speichelsekretion verringert, Anstieg der Diurese, Puls und Atmung gesteigert, cerebrale Erregung, Kopfschmerzen, Wärmegefühl – bei Überdosis: Atemdepression, Kreislaufstörungen, Krampfanfälle, Tod durch Herz- und Atemstillstand

psychische Wirkung in drei Stufen:
(bei einmaligem Konsum)

  1. euphorisch: Steigerung der Stimmung, der Kontaktfähigkeit und des Selbstgefühls, allgemeine und sexuelle Stimulierung
  2. Rauschstadium: optische und akustische Halluzinationen
  3. depressiv: Euphorie lässt nach; Angst, Depression, Schuldgefühle, Selbstmordgedanken – Verlangen nach Wiederholung des Rausches

Wissenswertes:

  • bei den Inkas „Mama Coca“ – religiöser Gebrauch, bei Operationen, zur Leistungssteigerung (gegen Hunger, Kälte und Schlaf)
  • wird bei den Ureinwohnern mit anderen Zutaten zu Kügelchen verarbeitet, die dann gekaut werden
  • Coca-Alkaloide beeinflussen die Atmung, was in den Anden in großer Höhe hilfreich ist
  • erste Berichte über Coca ab 1499 in Europa
  • seit dem 18. Jh. in Europa – Herstellung von Cocawein (Vin Mariani)
  • 1860 wurde Cocain im Laboratorium Wöhlers rein dargestellt und die lokalanästhesierende Eigenschaft beschrieben – ab 1884 Verwendung in der Chirurgie
  • bis 1903 in Coca-Cola enthalten
  • unterliegt dem BtMG = Betäubungsmittelgesetz §1 Abs.1
    (Nachfolger des Opiumgesetzes)

Seidelbast

Daphne mezereum

andere Namen: Giftbäumlein, Giftbeere, Pfefferstrauch

Botanik: Steht unter Naturschutz! Kleiner Strauch, graue Rinde, rosa-rote Blüten mit angenehmem Duft (Februar, März), an Waldrändern

Inhaltsstoffe: Daphnin (Glykosid), Daphnetoxin (Scharfstoff) u.a.

Wurde früher in der Volksheilkund innerlich als starkes Abführmittel und äußerlich als blasenziehendes Mittel verwendet.

Vergiftungserscheinungen: Niesen, Übelkeit, Fieber, Krämpfe, Lähmungen, Nierenschäden, Schock, Nekrose Magenschleimhaut, Kreislaufkollaps

Bildquelle: Naturalis Biodiversity Center