Tag der offenen Tür 2018

Am 10. Juni fand der diesjährige Tag der offenen Tür im Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität Kiel statt.
Das Motto lautete:

Arzneipflanzen
Alles Leben hängt von Pflanzen ab!

Ich durfte meinen Infostand zum Thema Phytotherapie im sogenannten Elefantenstall aufbauen. Dort war ausreichend Platz für die Plakate der Gesellschaft für Phytotherapie,

einen Tisch mit Drogen (Pflanzenteilen),einen Büchertisch,Tische mit Infomaterial des Naturheilvereins Kielund auch für ein Regal mit Katalogen von Hubert’s Feines Futter. An der Rückwand hatte ich diverse Pflanzensteckbriefe aufgehängt.
Großen Anklang fand mein selbst entworfenes Spiel „Finde die Paare“ mit Fotos, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe.
Viele Interessierte kamen vorbei und lange Gespräche wurden geführt. Es war ein sehr schöner Tag, für den ich dankbar bin.

 

Danke schön!

Anlässlich der Veranstaltung im Botanischen Garten hatte ich einige Firmen um Informationsmaterial gebeten, das ich den Besuchern mitgeben wollte. 

Vielen Dank an die Firma Schoenenberger Pflanzensäfte für die informativen Broschüren!

Vielen Dank an die Firma Pascoe für das umfangreiche Informationsmaterial zu ihren Produkten!

Vielen Dank an die Firma Ceres Urtinkturen für das Paket mit den Flyern und dem wunderschönen Buch!

Vielen Dank an die Firma Wala für das Paket mit den interessanten Broschüren.

Bamberger Blutsegen

Christus und Judas kämpften mit Speeren.
Da verwundete sich der heilige Christus an seiner Seite.
Da nahm er seinen Daumen und verdeckte sie vorne,
so stoppte das Blut, wie die Strömung des Jordans stoppte,
als der heilige Johannes den erlösenden Christus in ihm taufte.
Das soll Dir Besserung verschaffen.

Christus wurde hier auf Erden verwundet.
Das wurde im Himmel bemerkt.
Es blutete und schmerzte nicht, auch kein Eiter trat hervor.
Das war ein sehr heilbringendes Ereignis.
Heilen sollst Du, Wunde!

Im Namen Jesu Christi, das soll Dir Besserung verschaffen:
Dreimal das Vaterunser, wobei Du eben dies dreimal hinzufügst:
Ich beschwöre dich bei den heiligen fünf Wunden:
Heilen sollst Du Wunde!
Und beim Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist soll es geschehen!
Es soll geschehen! Amen.


Im Mittelalter wurden solche Segen zur Heilung gesprochen.
Ich denke, dass dies eine wichtige mentale Unterstützung für den Patienten war; vor allem, da es sonst wenig medizinische Möglichkeiten gab. Vielleicht sorgte ja auch die Konzentration auf den meditativen Text dafür, dass sich der Verwundete beruhigte, der Herzschlag ruhiger und die Blutung dann tatsächlich weniger wurde …

Huflattich

Tussilago farfara

Familie: Korbblütengewächse/Asteracea

Bedeutung der Namen:

  • die hufähnliche Blattform gab der Pflanze ihren Namen (auch Roßhuf oder Eselsfuß)
  • wegen ihrer Heilanwendung wird sie auch Brustlattich, Brantlattich, Hustenblätter oder Hitzblätter genannt
  • tussis = Husten, agere = vertreiben

Beschreibung:
Zuerst sind die je ein Köpfchen tragenden Blütenstiele auf der trockenen Erde zu sehen. Die Blüten scheiden Honig ab und locken damit Insekten. Die Früchte haben eine Haarkrone (Pappus). Erst nach dem Blühen bilden sich die grundständigen, anfangs beiderseits filzigen, oberseits bald verkahlenden Blätter. Sie sind regelmäßig, breit herzförmig.

Inhaltsstoffe:
saure Schleimstoffe, ätherische Öle, glykosidische Bitterstoffe, Gerbstoffe, Dextrin, Inulin, Pflanzensäuren, Flavonoide, in den Blättern außerdem Phytosterine

Wirkung:
entzündungshemmend, krampf- und schleimlösend, reizlindernd, auswurffördernd, stärkt Bronchialmuskulatur und erleichtert somit das Abhusten

Anwendung:
traditionelles Hustenmittel

Nebenwirkungen:
Auf Grund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen können, sollte der Gebrauch auf höchstens 4-6 Wochen im Jahr beschränkt werden.
Keine Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit (bzw. Trächtigkeit und Säugephase).

nach der Blüte – Bildung von Pappus und Blättern

Hildegard von Bingen

Der Große Huflattich ist kalt und feucht und wächst deshalb kräftig. Und in seiner Kälte hat er eine gewisse Schärfe, so dass das Kraut, wenn es diese nicht hätte, in seiner Kälte verdorren würde. Mit dieser Schärfe und mit seiner Kälte zieht es verdorbene Säfte aus, wenn es auf Geschwüre gelegt wird.

Physica 1.200

Bärlauch

Allium ursinum

Wilder Knoblauch • Waldknoblauch • Hexenzwiebel

Familie: Liliengewächs

Herkunft: fast ganz Europa

Beschreibung: 
20-50 cm, Staude, Zwiebelpflanze, reichblütige Scheindolde, Blüte weiß + sternförmig von Mai bis August, teilweise teppichbildend, starker Knoblauchgeruch

Vorkommen:
Auenwälder, feucht-schattige Mischwälder, Gebüsche; liebt basen- und stickstoffsalzreichen, frischen, mullreichen Boden

Drogen:
das Kraut/Herba und die Zwiebel/Bulbus

Inhaltsstoffe:
ätherische Öle mit stark riechender Schwefelverbindung „Lauchöl“, Flavonoide, Fructosane, Allicin, Vitamin C, Biokatalysatoren

Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.

– Pfarrer Künzle –

Wirkung:
cholesterinsenkend, antithrombotisch, fungizid, insektizid, immunstimulierend, antiasthmatisch, gegen Würmer


Anwendung:
> wie Knoblauch, essbar – im Frühjahr als frisches Gewürz/Gemüse zu vielen Gerichten.
> als Presssaft
> bei diversen Verdauungsstörungen, für die Darmflora/bei Darm-Dysbiose, bei chronischem Husten, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen

ACHTUNG beim Sammeln – Verwechslungsgefahr (auch mit Herbstzeitlose)