Hamamelis

Hamamelis virginia

andere Namen: Hexenhasel, Zauberhasel

Familie: Zaubernussgewächs – Hamamelidaceae

Botanik: aus Nordamerika, baumartiger Strauch bis 6 m Höhe

Droge: Blätter, Rinde, Wurzel

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, ätherische Öle, Flavonoide, organische Säuren, Fette + Wachse u.a.

Wirkung:
adstringierend, entzündungshemmend, gefäßverengend, sekretionsmindernd, gerinnungshemmend, antimikrobiell, antiviral, antimykotisch, venentonisierend, Beschleunigung der Blutgerinnung, juckreizlindernd, stark antioxidativ, verzögert Hautalterung, schützt vor UV Licht, heilt OP-Narben, stark wie schwaches Kortisonpräparat

Anwendung: 
innerlich und äußerlich
als Tee, Tinktur, Tropfen oder Salbe

  • bei lokalen Entzündungen der Haut und Schleimhäute
  • Wunden, Verbrennungen, Hämorrhoiden, Blutergüssen, Quetschungen
  • Krampfaderbeschwerden
  • bei starken Blutungen und Schmerzen während der Menstruation
  • als Tee bei Durchfällen

Allergien bei äußerlicher Anwendung sind möglich!

Indianische Medizin

Es gibt ein spezielles Heilmittel, das gegen alles Üble hilft. Wenn jemand krank ist oder sich schlecht fühlt, ohne den Grund zu kennen, dann sollte er diese Medizin (Hamamelis) benutzen.

Albert Jones, Irokese


Literaturtipps

Beide Bücher habe ich antiquarisch erstanden. Sie enthalten viele Anwendungsbeispiele und Rezepte.

Möhring, Augustin • Natürlich gesund mit Hamamelis
Midena • ISBN 3-310-00577-1

Bettschart, Kofler, Saller • Hamamelis
Haug • ISBN 3-7760-1761-9

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Fotos gefallen.
Unter Angabe der Quelle dürfen sie gerne verwendet werden.

Text auf der Tabula Smaragdina

In Wahrheit, gewiß und ohne Zweifel:
Das Untere ist gleich dem Oberen und das Obere gleich dem Unteren, so wirken die Wunder eines Dinges.
So wie alle Dinge aus Einem und durch die Betrachtung eines Einzigen hervorgegangen sind, so werden auch alle Dinge aus diesem Einen durch Abwandlung geboren.

Sein Vater ist die Sonne und seine Mutter ist der Mond.
Der Wind trug es in seinem Bauche, und seine Amme ist die Erde.
Es ist der Vater aller Wunderwerke der ganzen Welt.
Seine Kraft ist vollkommen, wenn es in der Erde verwandelt wird.
Scheide die Erde vom Feuer und das Feine vom Groben, sanft und mit großer Vorsicht.
Es steigt von der Erde zum Himmel empor und kehrt von dort zur Erde zurück, auf dass es die Kraft der Oberen und der Unteren empfange.

So wirst du das Licht der ganzen Welt besitzen, und alle Finsternis wird von dir weichen.
Das ist die Kraft aller Kräfte, denn sie siegt über alles Feine und 

durchdringt alles Feste.
Also wird die kleine Welt nach dem Vorbild der großen Welt erschaffen.
Daher und auf diese Weise werden wunderbare Anwendungen bewirkt.
Und darum werde ich Hermes Trismegistos genannt, denn ich besitze die drei Teile der Weisheit der ganzen Welt.
Vollendet ist, was ich vom Werk der Sonne gesagt habe.


Der Hermes Trismegistos zugeschriebene Text wurde der Legende nach auf einer smaragdenen Steintafel eingeritzt gefunden. Er wurde zu einer der Grundlage der Alchemie = hermetische Kunst.

Spitzwegerich

Plantago lanceolata

Arzneipflanze des Jahres 2014

andere Namen:
Wundwegerich, Roßrippe, Aderkraut, Lungenblatt, Spießkraut, Spitzfederich, Spitz-Wegeblatt, Wegetritt, Heilwegerich • Plantago flexuosa, P. lanceofolia, P. longistipes, P. sylvatica,
Arnoglossum lanceolatum

Familie: Wegerichgewächs / Plantaginaceae

Herkunft: ganz Europa, weltweit innerhalb der kühl-gemäßigten Zonen

Beschreibung: mehrjährige Staude, 10-40 cm, Blätter als Rosette

Vorkommen:
Wiese, Weg, Wald, Schuttplätze, Äcker – häufigste Heilpflanze in Deutschland

Droge:   die frischen Blätter oder als Presssaft

Inhaltsstoffe: Schleimpolysaccharide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Kieselsäure, ZINK, Glykoside, Aucubin (entzündungshemmend und antibakteriell) und Catapol, Allantoin (fördert die Heilung verletzter Hautzellen), Vitamin C, Hydroxyzimtsäure

Wirkung: 
adstringierend, entzündungshemmend, schleimlösend, antibiotisch (der Saft schimmelt nicht) gegen Staphylokokken, reizmildernd

Anwendung: 
• Husten, Keuchhusten, Bronchitis, Asthma
• Blase und Niere
• als Hausmittel: Blutreinigung, Blasen- und Nierenleiden, Insektenstiche, kleine Verletzungen, schlecht heilende Wunden, starke Menstruation, Weißfluss junger Mädchen, Leber, Galle, Gicht, geschwollene Drüsen, Seitenstechen
• im Frühjahr für Salate
• äußerlich: Verletzungen, Hautentzündungen, Brandwunden, Geschwüre, Insektenstiche
• Spülungen bei Mund- und Zahnfleischentzündungen
• kann auch längerfristig eingenommen werden

Positive Monografie • keine Nebenwirkungen

Wissenswertes:
• seit der Antike verwendet (assyrische Medizin, bei Dioskurides beschrieben)
• Preßsaft aus Blättern wurde früher als blutstillendes Mittel verwendet (Gerbstoffe)

Hildegard von Bingen

Wegerich ist warm und trocken.

Physica 1.101

Anwendung bei:
• „Gicht“, „Drüsen“ und „Stechen“
• Spinnenbiss, Insektenbiss

Beschwörungsformel

Und du Wegerich,
Mutter der Pflanzen,
offen nach Osten,
mächtig im Innern:
Über dich knarrten Wagen,
über dich ritten Frauen,
über dich schrieen Bräute,
über dich schnaubten Farren;
allen widerstandest du
und setztest dich entgegen:
So widerstehe du auch dem Gift
und der Ansteckung und dem Übel,
das über das Land dahinfährt.

Aquarell von Diana Lawniczak • Quelle: Salumed Verlag