Kirsche – Prunus

Süßkirsche – Prunus avium
Sauerkirsche – Prunus cerasus

Hildegard von Bingen

Der Kirschbaum ist mehr warm als kalt und hat Ähnlichkeit mit dem Scherz, der Fröhlichkeit anzeigt und der auch schädlich ist.
Sein Saft und seine Blätter taugen nicht viel zur medizinischen Nutzung, weil sie Schwäche in sich haben.
Seine Frucht ist mäßig warm und nicht sehr nützlich noch sehr schädlich und schadet einem gesunden Menschen beim Essen nicht. Einem Kranken aber und einem, der schlechte Körpersäfte in sich hat, bereitet sie ziemliche Schmerzen, wenn er viel davon isst.

Anwendung:
• Kerne gegen Geschwüre, Bauchschmerzen, Parasiten
• Kirschharz für die Augen und die Ohren

Physica 3.6

Zierkirsche

Immergrün

Kleines Immergrün – Vinca minor

Kleines Wintergrün, Kleinblättriges Singrün

Familie: Hundgiftgewächs – Apocynaceae; Immergrüngewächse

Beschreibung: 15-20 cm, Staude, 5 verwachsene blauviolette Kronblätter, blüht April/Mai
Vorkommen: krautreiche Laubwälder, Gebüsche; basenhaltige Böden; hohe Luftfeuchtigkeit

Droge: Kraut
Inhaltsstoffe: giftige Indolalkaloide (Vincamin, Vincristin)
Anwendung: periphere  und zerebrale Gefäßerkrankungen
Monografie negativ

Wissenswertes: 
Milchsaft in speziellen Milchröhren,
als Bodendecker in schattigen Gartenbereichen, Vermehrung hauptsächlich durch Ausläufer

Madagaskar Immergrün – Vinca rosea

Catharanthe

Inhaltsstoffe: Alkaloide (Vincristin, Vinblastin)
Verwendung: Krebsbehandlung – Leukämiemittel Vincristin

Erle – Alnus

Wissenswertes

  • erster Mann – dän: Ellerkonge / Elfenkönig
  • beim Fällen färbt sich das innere Holz rot > die blutende Tochter des Erlkönigs (eine Elfe)
  • später Hexenbaum
  • das Kreuz Christi soll aus Erlenholz gewesen sein > wurde zum Attribut des Teufels
  • kaum Fäulnis > Nutzung für Pfahlbauten (auch Venedig)
  • hat einen besonderen Stoffwechsel: kann als einziger Baum Stickstoff (N) aus der Luft holen, hat diesen somit im Überfluss und kann ihn im Wurzelwerk in Aminosäuren verwandeln (andere Pflanzen haben „zu wenig“ N, da sie ihn nur aus dem Boden beziehen)

Western Green Alder,
Alnus sinuata (1925)

Mary Vaux Walcott,
amerikanische Malerin, 1860-1940

Hildegard von Bingen

Die Erle ist mehr kalt als warm und bedeutet die Nichtsnutzigkeit und taugt nicht viel zu Arzneien.

Anwendung: Blätter als Auflage bei Geschwüren

Physica 3.29

Hibiskus

Rote Malve / Rosellahanf

Hibiskus sabdarifa

Botanik: Tropengewächs aus dem Sudan, 150 Arten Hibiskus

Droge: Karkade / Roselle
= die Blüten (dunkelrote dickfleischige Kelchblätter und Außenkelche)

Inhaltsstoffe:
verschiedene Fruchtsäuren (Apfel-, Wein-, Zitronensäure), Anthocyane, Flavonoide, Phytosterole, Schleimstoffe, Pektin

Verwendung: für Erfrischungsgetränke und als Teezusatz; als Farbstoff

in der afrikanischen Volksheilkunde: krampflösend, antibakteriell, wassertreibend, galletreibend, blutdrucksenkend, entzündungswidrig

Herzgespann

Leonurus cardiaca

anderen Namen: Herzgold, Herzkräutel, Löwenschwanz

Steht unter Naturschutz!

Familie: Lippenblütengewächs / Lamiaceae

Botanik: ausdauernd, bis 1m hoch; Blätter gestielt, behaart; blassrote Blüten von Juli bis August

Droge: das blühende Kraut, ohne Wurzeln

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, herzwirksame Glykoside, kleine Mengen Alkaloide

Anwendung: klimakterische Beschwerden; Angstzustände, nervöse Unruhe, Atemnot, starkes Herzklopfen; Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen

Volksheilkunde: stärkend, anregend, bei Angst und Unruhe, Magendrücken, Wurmbefall, gegen den Kropf