Lavendel - Lavendula

Familie: Lamiacea

Es gibt ca. 28 unterschiedliche Arten von Lavendel. Die beiden wichtigsten, die auch der Gewinnung des Lavendelöls dienen sind:

  • Großer Speik – Lavendula latifolia
  • Echter Lavendel (Kleiner Speik) – Lavendula angustifolia / Lavendula vera

Droge: Blüten
Geruch stark aromatisch, Geschmack bitter

Inhalts- und Wirkstoffe:
ätherische Öle (Oleum Lavandulae), Gerbstoffe, Flavonoide, Phytosterine, Sterole, Cumarine
> Unterschied: echtes Lavendelöl enthält keinen Campfer – Spiköl ja

Wirkung:
antibakteriell, antimykotisch, fördert die Schlafbereitschaft und Schlaflänge, motorische Aktivität nimmt ab, harntreibend, blähungstreibend, fördert Gallenfluss, krampflösend

Anwendungsgebiete:

  • Innerlich angewandt wirkt Lavendel beruhigend auf das zentrale Nervensystem – vor allem bei nervösen Unruhezuständen, Schlafstörungen, nervösem Reizmagen, Verdauungsstörungen, vegetativer Dystonie, PMS und im Klimakterium.
    Wie bei vielen Heilkräutern wirkt eine überhöhte Dosis in die andere Richtung – beim Lavendel also anregend.
    Vorsicht vor einer Überdosierung – bei empfindlichen Menschen kann es zu Kopfschmerzen kommen.
  • Äußerlich aufgetragen steigert Lavendelöl die Durchblutung, die Hautheilung und wirkt auch desinfizierend. Es wird daher zur Behandlung von kleinen Wunden, leichten Brandverletzungen und Insektenstichen verwendet.
  • Räucherungen mit Lavendel wirken reinigend, klärend und harmonisierend.
  • Lavendel-Säckchen wurden schon von Großmutter gegen Motten verwendet.
  • In der Homöopathie ist der Lavendel eine Seelenpflanze und sorgt für Klärung und Nervenstärke.

Wissenswertes:
Wurde im Mittelalter „Muttergottespflanze“ genannt und bei starken Monatsblutungen, gegen unkeusche Gelüste und zur Dämonenabwehr verwendet.


Hildegard von Bingen

Lavendel ist heiß und trocken, weil er (nur) mäßig Saft enthält, und taugt dem Menschen nicht zum Essen, aber er hat einen starken Duft. 

Physica 1.35