Fellwechsel – eine haarige Sache

Veröffentlichung: HorseWOman Ausgabe 04/05 2011

Haare sind Anhangsgebilde der Haut und bestehen aus einem Haarschaft – außerhalb der Haut – und einer Haarwurzel mit Haarzwiebel im Inneren der Haut. Die Haarwurzel befindet sich in der Wurzelscheide und ist dort von Bindegewebe, Blutkapillaren, Nerven und glatten Muskeln umgeben. Das Bindegewebe und die Blutgefäße dienen dazu die Haarwurzel zu ernähren, damit neue Zellen gebildet werden können (Haarwachstum). Die Nervenenden leiten Informationen von den Tasthaaren zum Gehirn. Die glatte Muskulatur stellt die Haare auf – sie sträuben sich – bei Kälte, Imponiergehabe etc.

Man unterscheidet Deck-/Grannenhaare (an der Oberfläche), Wollhaare/„Unterfell“ und Sinus- bzw. Tasthaare.

Die Haarfarbe entsteht durch das Pigment Melanin, das in den Melanozyten (spezielle Zellen) der Haut gebildet wird. Versorgt die Haarwurzel die Rindenschicht des Haares nicht mehr ausreichend mit Pigment werden die Haare grau. Durch extreme Kälte können die Melanozyten abgetötet werden  und die nachwachsenden Haare sind farblos. Dies nutzt man beim sogenannten Kältebrand.

Alle Haare sind flexible verhornte Fäden, die hauptsächlich aus Keratinfasern bestehen. Keratine gehören zur Gruppe der Proteine/Eiweiße. Weiterhin sind in Haaren Spurenelemente (Eisen, Kupfer, Zink, Schwefel und Jod), Fette (Lipide), Kieselsäure, Arsenik und Wasser enthalten.

Das Haarwachstum wird durch verschiedene Faktoren gesteuert: Durch den epidermalen Wachstumsfaktor (ein in den Zellen enthaltenes Polypeptid) und verschiedene Hormone (z.B. Östrogene). Wird der Hormonhaushalt durch systemische Erkrankungen wie z. B. Morbus Cushing – bei Pferden EMS bzw. ECS – aus dem Gleichgewicht gebracht, so ist dies äußerlich durch eine Veränderung des Haarwachstums zu erkennen.

Da Haare ständig nachwachsen, ist der Körper auf stetigen Nachschub der Bestandteile angewiesen. Hierzu gehören vor allem Vitamine, Hefe für die körpereigene Biotinsynthese, die o.g. Spurenelemente und Silicium für die Bildung der Fasern.

Der Fellwechsel unterliegt einem jahreszeitlichen Rhythmus. Hierbei spielen äußere Faktoren wie Temperatur und vor allem Tageslichtlänge eine steuernde Rolle. Mit den abgestoßenen Haaren gehen auch die Inhaltsstoffe verloren, so dass zu dieser Zeit besonders auf die Nährstoffversorgung geachtet werden muss, damit ein schönes Fell nachwächst.

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